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BEZIRK ROHRBACH. Seit Anfang Juli hat Altenfelden keinen Gemeindearzt mehr, die Stelle ist trotz mehrfacher Ausschreibung unbesetzt. So wie hier macht es der Ärztemangel zunehmend schwieriger, Nachfolger für niedergelassene Allgemeinmediziner zu finden.

Etwa ein Drittel der Hausärzte im Bezirk werden in den nächsten Jahren in Pension gehen – Nachfolger zu finden, wird zunehmend schwierig. Foto: Weihbold

„Altenfelden wird im August wieder ausgeschrieben, auch für zwei Stellen in Neustift und Haslach werden derzeit Nachfolger gesucht. Es gibt Interessenten, aber noch keine Bewerbung“, kennt Bezirksärztevertreter Erwin Rebhandl die schwierige Situation, die sich noch zuspitzen wird. Etwa ein Drittel der rund 30 Allgemeinmediziner im Bezirk werden in den nächsten Jahren in Pension gehen.

„Es ist fünf vor zwölf, sieht man sich die Altersstruktur der Hausärzte an – jetzt ist Zeit zu handeln“, fordert Grüne-Gesundheitssprecherin LAbg. Ulrike Schwarz. Für die Qualität der Versorgung sei gerade die Sicherung der Hausärzte als erste Ansprechpartner in Gesundheitsfragen ganz entscheidend. „80 Prozent aller Krankheiten können von den Allgemeinmedizinern kompetent behandelt werden. In Ländern, die den Schwerpunkt auf eine gute Primärversorgung gesetzt haben, sind nicht nur die Gesundheitsausgaben niedrig, sondern gleichzeitig das Wohlbefinden und der Gesundheitszustand der Menschen besser“, weiß die ehemalige Ordinations-Assistentin aus Rohrbach-Berg. Sie fordert eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Allgemeinmediziner – etwa durch die Aufhebung der bestehenden Limitierungen bei den Honoraren für medizinische Leistung sowie der sehr restriktiven Bedingungen zum Führen einer Hausapotheke -, genügend Ausbildungsstellen für Allgemeinmediziner in den Krankenhäusern und die Ausdehnung der Lehrpraxis auf ein Jahr.

Auch die intensivere Zusammenarbeit von Hausärzten mit anderen Gesundheitsberufen müsse angedacht werden, spricht Schwarz hier Primärversorgungszentren an.

Erfolgsmodell Primärversorgungszentrum

Ein solches PHC (Primary Health Care)-Zentrum wird als Pilotprojekt auch in Haslach entstehen. „Derzeit erstellt das Architekturbüro Arkade Pläne für einen möglichen Umbau des alten Webereimuseums“, informiert Erwin Rebhandl, der selbst dort einziehen wird. Die Gemeinden des Versorgungsgebietes (Haslach, Lichtenau, St. Oswald, St. Stefan) bemühen sich um ein Finanzierungskonzept für das Gebäude am Kirchenplatz. Bis Mitte 2016 soll das Projekt realisiert werden.


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