Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Sport nach der Winterpause: Selbstüberschätzung kann zu Sehnenproblemen führen

Sebastian Wallner, 31.03.2018 09:10

ROHRBACH-BERG. Im Frühjahr wollen sich viele Menschen endlich wieder sportlich betätigen. „Durch die lange Winterpause sind aber viele aus der Übung und neigen zur Selbstüberschätzung“, weiß Verena Lüthje, Oberärztin am Landeskrankenhaus Rohrbach.

Verena Lüthje, Fachärztin für Unfallchirurgie am Landes-Krankenhaus Rohrbach. Foto: gespag
Verena Lüthje, Fachärztin für Unfallchirurgie am Landes-Krankenhaus Rohrbach. Foto: gespag

„Das Resultat sind dann oft schmerzhafte Sehnenentzündungen oder -risse.“ Egal ob am Fuß (Achillessehne), der Kniescheibe (Quadrizeps- und Patellasehne), am Oberarm (Bizepssehne) oder am Handgelenk – Verletzungen der Sehnen sind nicht nur eine äußerst schmerzhafte Angelegenheit, sondern sind auch international im Vormarsch.

Sport essentiell – schon im Kindesalter

Lüthje: „Mitunter ist hier auch der moderne Lebensstil – bei uns und unseren Kindern – schuld. Bei Kindern, die sich zu wenig bewegen, bilden sich etwa der Sehnenkern und die Sehnenfasern – die aus Kollagen, einer eiweißähnlichen Substanz, bestehen – nicht richtig aus. Das erhöht das Risiko für spätere Sehnenschäden. Wird in der Jugend und im jungen Erwachsenenleben nicht regelmäßig Sport betrieben, so werden die wichtigen Bindeglieder unzulänglich mit Nährstoffen versorgt. Es überrascht daher wenig, dass immer mehr Menschen bereits ab dem 30. Lebensjahr anfällig für Sehnenprobleme sind. Hinzu kommt,dass es viele Sportfans im Frühling einfach übertreiben und sich und ihrem Körper zu schnell zu viel zumuten.“

Extra Kilos zollen ihren Tribut

Doch auch der „Winterspeck“ – in Kombination mit Bewegungsmangel – mache den Sehnen zu schaffen: „Es bilden sich Reizungen und Entzündungen, die Kalkeinlagerungen in den Sehnenfasern und im Sehnenkern zurücklassen und so den Sehnen ihre Elastizität nehmen, wodurch auch ihre Belastungsfähigkeit erheblich eingeschränkt ist. Selbst die Achillessehne – als längste und dickste Sehne des Körpers und üblicherweise einer Zugbelastung von rund 800 Kilogramm gewachsen – kann nach einigen Reizungen so vorgeschädigt sein, dass es zu Zerrungen und Rissen, häufig von einem peitschenartigen Knall begleitet, kommt. Diese Sehnenverletzungen entstehen meist bei plötzlichen Fehlbelastungen, aber auch bei ungewohnten Belastungen oder länger andauernden Überlastungen“, erklärt die Ärztin.

Geduld gefragt

Bei Sehnenverletzungen sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen um herauszufinden, wie ausgeprägt der Sehnenschaden tatsächlich ist. Vorab empfiehlt die Expertin den Griff zu kühlenden Auflagen. Entzündungshemmende Salben, Schonung, eine Stoßwellentherapie, Bestrahlungen mit Rotlicht oder eine Therapie mit Eigenblut (ACP –autolog conditioniertes Plasma) können darüber hinaus für weitere Linderung sorgen. Zerrungen und Risse, die eine Lücke von weniger als einem Zentimeter Länge hinterlassen haben, heilen meist ohne Operation wieder ab. Sehnenfasern haben die Fähigkeit, sich nachzubilden und können derartige Defekte überbrücken. Nur wenn nach einem Riss eine mehrere Zentimeter große Lücke zwischen den Sehnenenden klafft, muss operiert werden.

Lüthje: „Da durch die entstandene Narbe das Risiko für neuerliche Sehnenrisse erhöht wird, raten wir unseren Patienten dringend zur anschließenden Physiotherapie. Es gilt, spezielle Übungen zu erlernen, die dazu dienen die Sehne gesund zu halten.“

Langsamer Trainingsstart

Bei ungewohnten Beanspruchungen und langandauernden Belastungen gilt es besonders vorsichtig zu sein. Neue Sportarten oder geplante Steigerungen der sportlichen Performance sollte man daher nur langsam angehen. So haben die Sehnen Zeit, sich an die Belastung zu gewöhnen und das Verletzungsrisiko sinkt.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Pilzwanderung und -ausstellung bringt heimische Artenvielfalt näher

Pilzwanderung und -ausstellung bringt heimische Artenvielfalt näher

AIGEN-SCHLÄGL. Die Mykologische Arbeitsgemeinschaft (MYAG) lädt am Samstag, 19. September, zu einer Pilzwanderung ein. Dabei geht es nicht ...

Tips - total regionalPetra Hanner
Schnäppchen warten schon am Flohmarkt in St. Veit

Schnäppchen warten schon am Flohmarkt in St. Veit

ST. VEIT. Auf Schnäppchenjäger und Flohmarktfreunde wartet am Samstag, 22. August, wieder der große Flohmarkt in St. Veit.

Tips - total regionalPetra Hanner
Charity im Mittelpunkt beim Neuhauserfest der FF Plöcking

Charity im Mittelpunkt beim Neuhauserfest der FF Plöcking

ST. MARTIN/MKR. Nicht nur Musik, Kulinarik und geselliges Feiern steht heuer im Mittelpunkt des Neuhauserfestes, das von 7. bis 9. August in ...

Tips - total regionalPetra Hanner
Es herbstelt im EKiZ Haslach

Es herbstelt im EKiZ Haslach

HASLACH. Das Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ) Mobile der Familienakademie Mühlviertel in Haslach versteht sich als Ort der Begegnung, der Beratung, ...

Tips - total regionalPetra Hanner
Der Luchs bleibt im Mühlviertel ein seltener Gast

Der Luchs bleibt im Mühlviertel ein seltener Gast

MÜHLVIERTEL. Der WWF warnt: Ohne rasche Gegenmaßnahmen droht Österreich den Luchs binnen weniger Jahre dauerhaft zu verlieren. Im Mühlviertel ...

Tips - total regionalPetra Hanner
Pensionistenverband Rohrbach-Berg lädt zum Frühschoppen bei Musik und guter Laune

Pensionistenverband Rohrbach-Berg lädt zum Frühschoppen bei Musik und guter Laune

ROHRBACH-BERG. Einen Vormittag voll Geselligkeit verspricht der Frühschoppen der Pensionistenverband-Ortsgruppe Rohrbach-Berg am 21. Juni in ...

Tips - total regionalPetra Hanner
Weitere Beiträge