Heimische Lebensmittel müssen ihren Wert und Preis haben
BEZIRK ROHRBACH. Mit einer Kundgebung und Kostproben machen heimische Landwirte am Samstag Vormittag darauf aufmerksam, dass nur ein angemessener Preis für Lebensmittel das Überleben der Bauernschaft in der Region sichert.

Jährlich verliert der Bezirk Rohrbach 70 landwirtschaftliche Betriebe. „Wenn die Preise weiterhin so niedrig sind, wird sich dieser Strukturwandel noch schneller fortsetzen“, befürchtet Bezirksbauernobmann LAbg. Georg Ecker. Speziell im Milchbereich sind die Erzeugerpreise um 25 Prozent zurückgegangen. „In den 60er-Jahren haben Haushalte 40 Prozent des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben, jetzt sind es unter 12 Prozent“, weiß Ecker. Er appelliert deshalb an die Konsumenten, zu regionalen, gesunden Lebensmitteln zu greifen und dafür einen gerechten Preis zu zahlen. „Wenn im Geschäft der Liter Milch um 10 Cent teurer wird, ist das für den Einzelnen leicht verkraftbar. Aber für die Landwirtschaft hätte das große positive Auswirkungen“, rechnet Ecker vor. Mit 40 Cent für den Bauern (statt derzeit 31 Cent) wäre der Milchpreis kostendeckend.
Genuss von dahoam bringt's
Genau darauf und auf den Wert der heimischen Lebensmittel machen die Landwirte am Samstag, 23. Jänner, ab 9 Uhr vor Geschäften in den größeren Orten des Bezirkes aufmerksam. Bei dieser Sympathieaktion werden Kostproben an die Kunden verteilt und das Gespräch mit ihnen gesucht. Der Lebensmittelhandel unterstützt die oberösterreichweit flächendeckende Aktion: „Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Grundversorgung mit regionalen Produkten bei uns hervorragend. In den heimischen Lebensmitteln steckt viel Arbeit und Mühe und damit Wert im positivsten Sinn. Wir müssen daher den Verbrauchern Alternativen anbieten und diese auch so kommunizieren, dass der Käufer erkennt, warum es sich lohnt, höhere Preise für Lebensmittel zu zahlen“, betont Johannes Jetschgo, Obmann des oö. Lebensmittelhandel und Kaufmann in Sarleinsbach. Er nennt als gelungenes Beispiel das AMA-Gütesiegel, an dem Konsumenten und auch die Kaufleute das österreichische Produkt erkennen.
Eine Studie der Kepler-Uni zeigt, dass eine Steigerung des Anteils für Lebensmittel an den Konsumausgaben sowie des Verbrauchs an heimischen Nahrungsmitteln um jeweils ein Prozent jährlich 17.000 Jobs schafft - davon 40 Prozent in der Landwirtschaft.


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