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Vom Land geforderte Wirtschaftlichkeit der Freibäder erfordert mehr Regionen-Denken

Martina Gahleitner, 16.04.2018 17:53

BEZIRK ROHRBACH. Wie geht es weiter mit den Freibädern und Naturbadeanlagen im Bezirk Rohrbach? Diese Frage stellen sich Bürgermeister und Bewohner gleichermaßen, nachdem das Land OÖ sein Sparprogramm präsentiert hat. Für sanierungsbedürftige Bäder wird es auf jeden Fall eng werden.

Freibäder sind für die Gemeinden ein Verlustgeschäft. Foto: Bohbeh/Shutterstock.com
Freibäder sind für die Gemeinden ein Verlustgeschäft. Foto: Bohbeh/Shutterstock.com

Ziel des Bäderinvestitionsprogrammes ist laut VP-Landesrat Max Hiegelsberger ein „ausgewogenes und hochwertiges Angebot mit öffentlichen Badeanlagen in Oberösterreich – mit vollem Blick auf die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Bäder.“ Jährlich steht ein Bäderbudget von 6,5 Millionen Euro zur Verfügung – Geld für Sanierungen und Umbauten gibt es allerdings nur mehr, wenn eine Ausgabendeckung von mindestens 50 Prozent erwirtschaftet wird. Das erreicht nicht einmal das AquaRo in der Bezirkshauptstadt. „Im Vorjahr hatten wir eine Ausgabendeckung von 45 Prozent. Für heuer haben wir zwar die Preise markant erhöht, aber trotzdem rechnen wir mit einem Abgang von 90.000 Euro Abgang“, zeigt Rohrbach-Bergs Bürgermeister Andreas Lindorfer auf. „Eine laufende Anpassung der Eintrittspreise wird nötig sein, wenn wir die 50 Prozent-Marke und damit die Vorgabe des Landes schaffen wollen.“ Heuer kostet eine ermäßigte Familiensaisonkarte 99 Euro (wenn sie bis 30. April gekauft wird) – „wir haben 100 Tage im Jahr geöffnet, damit zahlt eine Familie pro Tag gerade mal 1 Euro“, rechnet Lindorfer vor.

Freiwillige helfen sparen

Größter Brocken sind die Personalkosten. Immer mehr Gemeinden setzen deshalb auf die Mithilfe von Freiwilligen. In Putzleinsdorf etwa fand vor wenigen Tagen ein Informationsabend „mit sehr guter Beteiligung“ statt, wie Bürgermeister Bernhard Fenk informiert. Die Rasenpflege konnte bereits vergeben werden, „jetzt schreiben wir noch alle Vereine an, damit sich jemand fürs Buffet und den Eintrittskartenverkauf findet.“ Gleichzeitig wird eine Partneraktion gestartet: „Wir versuchen möglichst viele Leute zu motivieren, sich mit einem jährlichen Betrag am Freibad zu beteiligen. Wenn jeder Gemeindebürger 10 Euro zahlen würde, wäre es ausfinanziert“, meint Fenk.

Ausreizen bis zum letzten Sommer

Der Putzleinsdorfer Ortschef hat den Vorteil, dass sein Freibad gerade erst vor wenigen Jahren komplett saniert wurde. „Wenn wo Reparaturen anstehen, wird es schwierig“, ist er überzeugt. Neufeldens Bürgermeister Hubert Hartl steht vor eben diesem Problem. „Solange wir den technischen Standard halten können, werden wir nicht zusperren. Wir werden unser Freibad ausreizen bis zum letzten Sommer.“ Dann müsse man sehen, wie es weitergeht.

Qualität statt Quantität

Hartl ist aber ein Verfechter des Regionen-Denkens: „Man muss schon realistisch sein und sich die Bäderlandschaft im Bezirk anschauen“, spricht er die 16 Freibäder und einige Naturbadeanlagen an. „Da wird man nirgends eine gescheite Frequenz zusammenbringen.“ Sinnvoller wäre seiner Meinung nach, qualitätsvolle Bäder in einzelnen Regionen des Bezirkes zu schaffen. Angesichts des ohnehin geänderten Mobilitätsverhaltens würde die Bevölkerung das sicher akzeptieren, ist Hartl überzeugt. „Zuerst müssen wir die Hürde Hallenbad gemeinsam heben, dann könnte man die Freibad-Struktur im Bezirk vielleicht ähnlich gestalten“, schlägt er vor.


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