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Neue 110 kV-Leitung: Entscheidung über Erdkabel oder Freileitung soll noch heuer fallen

Sebastian Wallner, 25.06.2018 08:28

BEZIRK ROHRBACH. Die Stromversorgung im Bezirk hängt derzeit maßgeblich von einer 110 kV-Leitung ab, die vom Kraftwerk Ranna nach Rohrbach führt und dort endet. Um die Versorgungssicherheit zu verbessern, ist eine weitere 110 kV-Leitung von Freistadt über Bad Leonfelden nach Rohrbach geplant. Ob diese Leitung als Erdkabel oder als Freileitung realisiert wird, steht noch nicht fest. Gegen die Freileitung hat sich allerdings schon Widerstand formiert (Tips berichtete). Bei einer Regionskonferenz in Bad Leonfelden und Hirschbach wurden jetzt die Bewertungen der unterschiedlichen Korridore mit ihren Besonderheiten, Vor- und Nachteilen präsentiert. Auch die Vorteile einer Freileitung gegenüber dem Erdkabel wurden vorgestellt. Eine Entscheidung, welches System das Rennen macht, soll noch heuer erfolgen.  

Foto: Wodicka
Foto: Wodicka

Kurz gesagt geht es im Vergleich von Erdkabel und Freileitung um's Geld: Beim Erdkabel würden sich Inspektionen und Wartungen sehr aufwändig gestalten. Außerdem sei die Lebensdauer einer Freileitung mit 80 bis 100 Jahren doppelt so lang wie die eines Erdkabels. Eine Freileitung sei außerdem wesentlich billiger, kurzfristige Errichtungen und Provisorien seien leichter zu bewerkstelligen, so die Verantwortlichen des Landes Oberösterreich. Lediglich wenn es um das Landschaftsbild geht, habe das Erdkabel die Nase vorne. Das ist aber genau der Punkt, der die Freileitungsgegener stört.

Landschaftlicher Störfaktor

Man will in einer landwirtschaftlich und touristisch geprägten Region keine Freileitungsmasten: „Es ist eine politische Entscheidung, wie unsere Region aussehen soll“, sagt Günter Pötscher, der sich mit Gleichgesinnten in der Interessengemeinschaft Landschaftsschutz Mühlviertel zusammengeschlossen hat (muehlviertel110kv.at). Diese fordert, dass die Planungen für eine Erdkabel-Variante in Angriff genommen werden. Eine Freileitung sei eine Lose-Lose-Situation für alle. 

Unzureichende Prüfung der Erdkabel-Variante

Die Grüne Bezirkssprecherin Ulrike Schwarz bemängelt, dass die vorgebrachten Befürchtungen gegen die Freileitung nur sehr vage entkräftet worden seien, eine Erdkabel-Lösung sei außerdem gar nicht ausreichend geprüft worden, weil sie ohnehin zu teuer käme. „Ich fordere daher ganz klar auch eine Prüfung einer möglichen unterirdischen 110-KV-Leitung. Welchen Einfluss hat das womöglich auf das Grundwasser, auf den Boden, was heißt das für die Land- und Forstwirtschaft? Nur wenn wir von beiden Systemen die Fakten auf dem Tisch haben, dann erst kann es zu einer Systementscheidung kommen. Da hat vor allem die Politik die Verantwortung zu übernehmen und die Gesundheit der Bürger und den Landschaftsschutz in den Mittelpunkt der Entscheidung zu stellen.“


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