Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

AHORN/HELFENBERG. Die geplante 110 kV-Leitung, die den Bezirk Rohrbach künftig besser mit Strom versorgen soll (Tips berichtete), ist Stein des Anstoßes in Ahorn und Helfenberg. Dabei stört Vertreter der Bauern und der Forstwirtschaft nicht so sehr die Tatsache, dass die Gemeinde Ahorn überhaupt maßgeblich betroffen sein könnte, sondern die veraltete Technik, die verwendet werden soll.

Dominik Revertera, Bgm. Josef Hintenberger, Günter Pötscher
Dominik Revertera, Bgm. Josef Hintenberger, Günter Pötscher

„Freileitungen sind Technologie des 20. Jahrhunderts. Wir wünschen uns, dass diese buchstäblich begraben werden – nämlich in Form eines Erdkabels, der Technologie des dritten Jahrtausends!“, sind sich Ortsbauernobmann Günter Pötscher und Landwirtschaftskammer-Rat Dominik Revertera als größter Grundbesitzer in der Gemeinde Ahorn einig. Von Traberg bis zur Kitzmühle würde Ahorn in zwei von drei möglichen Varianten in der Mitte durchgeschnitten werden. Im geschlossenen Waldgebiet Brunnwald müsste auf einer Länge von fünf Kilometern eine Schneise geschlagen, am Schallenberg zwei Kilometer für die Trasse abgeholzt werden. „Von forstlicher Seite wäre das ein Hohn“, erklärt Forst-Experte Revertera und verweist auf die erheblich größere Gefahr von Sturmschäden bei solchen Schneisen.

Nachteil befürchtet

Auch der Ahorner Bürgermeister schlägt sich ganz klar auf die Seite seiner Bauern und Forstbesitzer: „Wir haben nichts gegen den Strom, denn das ist technisch notwendig. Das steht außer Frage. Nur verwehren wir uns gegen die veraltete Technik. In der Stadt sind Erdkabel natürlich auch aufgrund der strukturellen Gegebenheiten Gang und Gäbe. Wir sehen nicht ein, dass der ländliche Raum beim Leitungsbau dahingehend benachteiligt werden soll.“ Und Pötscher legt nach: „Eine Freileitung bedeutet eine massive Entwertung unserer Liegenschaften, aber auch Gefahr für die Gesundheit von uns und unseren Tieren. Ein Erdkabel würde nicht nur das Landschaftsbild erhalten, die Isolierung und die Erde rundherum nehmen auch viel von der Strahlung weg.“

Interessensgemeinschaft gegründet

Dabei ist man bisher nicht untätig geblieben: Auf Ersuchen der Ortsbauernschaften haben die Gemeinden Ahorn und Helfenberg die betroffenen Grundbesitzer bereits informiert. Außerdem haben die Gemeinderäte eine Resolution „110 kV-Starkstromleitung“ verabschiedet. Der nächste Schritt ist die Gründung einer Interessensgemeinschaft „Landschaftsschutz Mühlviertel“. „Das ist ein Angebot an alle, die so denken wie wir“, sagt Günter Pötscher. Für Revertera wird es Zeit, dass Floskeln wie „Innovation-Leader Oberösterreich“ mit Bedeutung gefüllt werden: „Der Zeitpunkt passt, die Gegend passt, wo wenn nicht hier und jetzt!“


Mehr zum Thema


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden

Antworten
Gastuser
Gastuser
23.05.2018 23:01

110. KV Verantwortung

Wer übernimmt die Verantwortung für den Eingriff in die Natur und der Gesundheit. Politik und Netzbetreiber-kann ich mir nicht vorstellen. Kann Eure Interessengemeinschaft nur begrüßen

Antworten
Gastuser
Gastuser
17.05.2018 22:10

Profit statt Gesundheit

Eine intakte Kulturlandschaft wird zerstört, das Bienensterben laut Studien erhöht, der Wald- und Flurschaden ist enorm, Häuser und Grundstücke, für die Menschen ein Leben lang gearbeitet haben, verlieren ihren Wert, Tiere werden beeinträchtigt - UND MENSCHEN NATÜRLICH AUCH, Stichwort Tumorbildung (https://www.news.at/a/elektromagnetische-felder-tumorwachstum). Im Sinne des Profits wird eine Freileitung nicht angedacht. Pia Raunjak, Ahorn

Antworten
Gastuser
Gastuser
17.05.2018 21:57

Vollkommen richtig

Eine Freileitung bringt viele Nachteile mit sich - für die Bewohner vor Ort, für die Natur und somit für uns alle! #mühlviertel110kv#ahorn

Antworten
Gastuser
Gastuser
17.05.2018 14:40

genaus so!

Danke für den Beitrag. Diese Forderung kann ich 100%ig unterstützen und hoffe, dass das auch alle anderen Gemeinden, Grundbesitzer und Bewohner der Region machen!


Weitere Beiträge

Hartl Spenglerei baut neu in Aigen-Schlägl

Hartl Spenglerei baut neu in Aigen-Schlägl

AIGEN-SCHLÄGL. Das heimische Handwerksunternehmen Hartl Spenglerei investiert in die Zukunft des Betriebes.

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Paul Strohmaier eröffnet neue Backstube in Altenfelden

Paul Strohmaier eröffnet neue Backstube in Altenfelden

ALTENFELDEN. Bäckermeister Paul Strohmaier heizt seinen großen Holzofen in Altenfelden ein und eröffnet in Freileben eine neue Backstube. ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Ascendor erweitert Geschäftsführung und erwartet Rekordumsatz

Ascendor erweitert Geschäftsführung und erwartet Rekordumsatz

NEUFELDEN. Der Lifttechnik-Hersteller Ascendor mit Sitz in Neufelden ist weiter auf Wachstumskurs: Im 20. Jubiläumsjahr wird das Familienunternehmen ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Leserbrief: Baustellen-Chaos und Schienenersatzverkehr 

Leserbrief: Baustellen-Chaos und Schienenersatzverkehr 

KLEINZELL/PUCHENAU. Die Kleinzellerin Gabriele Linberger ist als Pendlerin eine der Leidtragenden der aktuellen Baustellensituation bei ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Warum der Blick auf den Boden in Zukunft immer wichtiger wird

Warum der Blick auf den Boden in Zukunft immer wichtiger wird

AIGEN-SCHLÄGL. Das heurige herausfordernde Dürrejahr hat den Landwirten deutlich gezeigt, dass der Boden mehr Aufmerksamkeit braucht.

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Für eine gute Zukunft: Leader Donau-Böhmerwald lässt die Menschen zu Wort kommen

Für eine gute Zukunft: Leader Donau-Böhmerwald lässt die Menschen zu Wort kommen

ROHRBACH-BERG/KLEINZELL. Innovation, Regionalität und Gemeinschaft stehen bei der Ortsbildmesse am 13. September in Kleinzell im Mittelpunkt. ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Weitere Beiträge