"Ein Betriebsbeginn ist immer spannend": Dr. Richard hat Linienstart im Bezirk Rohrbach hingelegt
BEZIRK. Vor knapp zwei Monaten, mit Fahrplanwechsel am 9. Dezember, hat Ludwig Richard seine Busflotte auch im Bezirk Rohrbach und damit neu in Oberösterreich in Fahrt gebracht. Im Tips-Gespräch hat der Wiener Unternehmer verraten, wie der Start hierzulande geglückt ist.

„Wir haben gewusst, dass es eine Herausforderung ist. Denn jeder Betriebsbeginn ist spannend, vor allem in einem neuen Gebiet. Da kann nicht alles 100-prozentig glatt gehen. Aber wir sind sehr stolz auf unsere oberösterreichische Mannschaft, sie hat vom Fleck weg eine wunderbare Leistung erbracht“, fasst der Geschäftsführer des traditionsreichen Familienunternehmens mit Sitz in Wien zusammen.
Chancen am Markt nutzen
Knapp 1.400 Mitarbeiter sind bei Dr. Richard beschäftigt, 16 davon am neuen Standort Rohrbach. In Oberösterreich war das Busunternehmen bisher nur mit einer kleinen Linie in Hinterstoder vertreten, mit Gewinn der OÖVV-Ausschreibung für Rohrbach (wie berichtet hat Postbus alle Linien an private Anbieter verloren), ergab sich die Möglichkeit für einen Ausbau in Oberösterreich. „Chancen, die der Markt bietet, wollen wir mit vernünftigen, ambitionierten Kalkulationen und Konzepten nutzen“, betont Ludwig Richard. Er habe es auch schon umgekehrt erlebt und Ausschreibungen verloren, ergänzt der Unternehmer.
Zufriedenes Personal ist der Schlüssel in der Branche
Dass bei Veränderungen immer Emotionen eine Rolle spielen, liegt auch im Wesen des Busverkehrs. „Passagiere bauen eine Beziehung zum Buslenker auf. Der Fahrer ist deshalb das Wichtigste an dieser Dienstleistung.“ Ausreichend Personal in Zeiten der Vollbeschäftigung zu finden, war eine Herausforderung für den neuen Betreiber. „Ich wollte nicht eine Schar von Wienern, sondern Leute aus der Region – und das ist mit einiger Anstrengung auch gelungen“, freut sich Richard. Es dürfen aber gerne mehr werden: 20 Mitarbeiter sind das derzeitige Ziel für den Standort Rohrbach.
Ein Einstieg in den Beruf ist mit zwei Jahren B-Führerschein und einer Zusatzprüfung möglich. Auch einige Frauen haben diese Möglichkeit bereits genutzt.
OÖVV macht den Fahrplan
Mit dem Fahrplan selbst hat der Busbetreiber aber nichts zu tun. „Der OÖVV macht den Fahrplan, der ausgeschrieben wird. Wir haben da keine Möglichkeit zu gestalten“, informiert Ludwig Richard. Er habe den Verkehrsverbund aber als „guten Planer“ erlebt. Das bestätigt Oberösterreichs Regionalleiter Christian Mühlbacher: „Der OÖVV legt extremen Wert auf Qualität und hat sich viele Gedanken über Fahrgastströme und einen optimalen Fahrplan gemacht.“
Aufgelassene Haltestellen und überfüllte Busse
Dennoch gibt es nach wie vor Unstimmigkeiten und Beschwerden. Etwa in Schindlau, wo der Bus Richtung Ulrichsberg nicht mehr ins Dorf fährt und die Kinder jetzt neben der Umfahrungsstraße ohne Wartehäuschen auf einem teilweise nicht geräumten Gehweg auf den Bus warten müssen. Oder über die aufgelassene Haltestelle am Rohrbacher Stadtplatz, die vor allem für ältere Stadtbewohner wichtig war. Auch Beschwerden über überfüllte Morgenbusse nach Linz haben uns erreicht.
OÖVV-Pressesprecher Klaus Wimmer erklärt zum Thema Auslastung, dass automatische Fahrgastzählanlagen in die Busse eingebaut werden. „Danach werden wir die Daten auswerten und können die Auslastung beurteilen.“ Er rät aber, sich auch nachfolgende Busverbindungen anzuschauen, hier sind oft Kapazitäten frei. „Oft ist der erste Bus sehr stark ausgelastet, weil viele die erste Verbindung nutzen wollen.“
Haltestellen brauchen behördliche Genehmigung
Die Bushaltestelle am Stadtplatz wurde behördlich nicht mehr genehmigt, nur bei einer Einbahnlösung wäre diese weiter möglich gewesen. „In Schindlau wird überprüft, ob der Kurs wieder durch den Ort geführt werden kann. Dann muss allerdings die Haltestelle neu konzessioniert werden“, informiert Wimmer. Die Dauer dieses vom Land OÖ durchgeführten Prozesses könne er nicht abschätzen.


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