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Zu wenige Frauen in den Gemeinderäten: Grüne Frauen wollen mehr Gerechtigkeit

Martina Gahleitner, 07.09.2019 05:40

BEZIRK ROHRBACH. Frauen stellen zwar 52 Prozent der Bevölkerung in Oberösterreich, in den Gemeinderäten sind sie allerdings stark unterrepräsentiert - und somit auch ihre Anliegen. Die Grünen Frauen OÖ wollen mithelfen, dass Frauenthemen in den Gemeinden gleichberechtigt gehört und beachtet werden und starten deshalb einen Aufruf.

Grüne Frauensprecherin LAbg. Maria Buchmayr und Grüne Bezirkssprecherin LAbg. Ulrike Schwarz (l.) rücken die Anliegen der Frauen in den Blickpunkt. Foto: Die Grünen Frauen OÖ

„Mailt uns eure Anliegen!“, appellieren die Grüne Bezirkssprecherin LAbg. Ulrike Schwarz und Grüne OÖ-Frauensprecherin LAbg. Maria Buchmayr an alle Frauen im Bezirk Rohrbach. Sie wollen die Anliegen der Frauen in den Regionen mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken. Ulrike Schwarz weiß, womit diese vor allem zu kämpfen haben: dem mangelhaften öffentlichen Verkehr, der eine viel zu starke Abhängigkeit vom (Zweit-)Auto mit sich zieht; der nicht einfachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die oft zur Überlegung führt, zu Hause zu bleiben und die Familienarbeit vorzuziehen; der Kinderbetreuung, die nach wie vor stark ausbaufähig ist; der geringen Entlohnung von „typischen Frauenberufen“.

Frauen sollen mitentscheiden

Gleichberechtigung sei auf dem Papier selbstverständlich vorhanden, aber die Lebensrealitäten zeigen ein anderes Bild“, sind sich die beiden Grünen Frauen einig. „Es ist sehr wichtig, dass Frauen mitgestalten, denn sonst werden auch weiterhin ihre Anliegen mehrheitlich von Männern entschieden. Nur wenn Frauen in allen Gremien, als Bürgermeisterinnen und in den Gemeinderäten entsprechend vertreten sind und direkt mitentscheiden, wird sich die Situation für Frauen verbessern“, betont LAbg. Schwarz.

Schwierige Rahmenbedingungen für Frauen

Warum Frauen in öffentlichen Gremien unterrepräsentiert sind, liegt verwurzelt in kulturellen Gepflogenheiten und den daraus folgenden strukturellen Hinderungsgründen. Schwarz sagt dazu: „Frauen sind in der Politik mit besonders schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Einerseits zeitlicher Natur, nicht familienfreundlich, Abendtermine etc. Andererseits ist der Umgang mit Frauen schlichtweg ein anderer. Frauen sind Anfeindungen und geschlechterspezifischen Untergriffen ausgesetzt, insbesondere in Landgemeinden leider auch im Jahr 2019 noch immer Realität.“

Im Bezirk Rohrbach ist die Gemeinde St. Oswald Vorreiter: 38,5 Prozent der Gemeinderäte sind hier weiblich, dicht gefolgt von Klaffer mit 36,8 Prozent. Über 30 Prozent schaffen außerdem Rohrbach-Berg, St. Ulrich, Haslach und St. Veit. Hingegen ist in Kollerschlag, Auberg und Oberkappel nur jeweils eine Frau im Gemeinderat vertreten (rund 7 Prozent). Für die Obfrau der Grünen Frauen, Maria Buchmayr, heißt gleichgestellt in gleicher Anzahl: „50 Prozent Frauen in den Gremien, wie es bei den Grünen auf allen Ebenen festgelegt ist, ist die einzige Antwort auf die Frage nach Gleichstellung und Chancengleichheit.“

Frauen aus dem Bezirk Rohrbach können ihre Anliegen per Mail an frauen.ooe@gruene.at kundtun.


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