Anruf der „Polizei“ stellte sich als dreister Betrugsversuch heraus
ROHRBACH-BERG. Ein Anrufbetrüger probierte sein Glück bei einem Tips-Leser aus Rohrbach-Berg. Passiert ist ihm glücklicherweise nichts. Er erklärt, wie der Täter vorging und möchte die Bevölkerung vor dieser dreisten Masche warnen, die schnell zum Verhängnis werden kann.

Ziemlich suspekt kam dem Herrn, der anonym bleiben möchte, die unterdrückte Rufnummer des Anrufers vor. Deshalb war er auch darauf eingestellt, dass eventuell etwas nicht mit rechten Dingen zugehen könnte, wenn er abhebt. „Aber manchmal gehe ich da dann auch bewusst ans Telefon, um zu wissen, was sie sich diesmal ausgedacht haben“, erzählt der Rohrbach-Berger im Tips-Gespräch.
Geschickte Masche
Verblüfft war er dennoch davon, wie schnell man im ersten Moment sein Schutzschild fallen lässt, wenn einem nicht „etwas angedreht“ werden möchte, sondern sich – vermeintlich – die Polizei meldet. In schönstem Hochdeutsch war ein angeblicher Polizist der Polizeiinspektion Rohrbach am Apparat. Es sei vor etwa einer Stunde in der Nachbarschaft in der Ortschaft Scheiblberg ein Raubüberfall auf eine ältere Dame passiert. Ob ihm etwas Verdächtiges aufgefallen wäre, fragte der „Polizist“. Erschrocken antwortete der Angerufene, er sei heute auf Dienstreise und ob es sich nicht etwa um Person XY bei ihm zuhause handle.
Gespräch entlarvte Täter
„Nein, das nicht, aber bei Ihnen in der Nähe. Aber mehr dürfen wir aus Datenschutzgründen nicht sagen. Wir haben von der Bande schon zwei Bulgaren gefasst. Es wurde eine Liste mit potenziellen Opfern gefunden. Sie stehen auch auf der Liste. Wissen Sie, wie Sie auf diese Liste gekommen sein könnten? Haben Sie bulgarische oder rumänische Kontakte?“, hakte der Anrufer nach und meinte noch, die Täter hätten Informationen zu seiner Person darauf vermerkt. Auf die Nachfrage, welche Informationen das wären, antwortete der angebliche Polizist: „Zum Beispiel, dass Sie alleinstehend sind und dass Sie ein Ziel sind, weil Sie Bargeld und Goldschmuck zuhause liegen haben.“
„Spätestens hier bestätigte sich mein Verdacht, dass der schön deutsch sprechende Polizeibeamte mit verdeckter Nummer kein Rohrbacher Polizist sein kann, sondern ein Verbrecher“, erzählt der Mann. Mit der Antwort: „Ich habe nichts Wertvolles zuhause. Bei mir kann man höchstens einen alten Röhrenfernseher stehlen. Außerdem würden unsere zwei Schäferhunde Alarm schlagen“, hatte er den unliebsamen Anrufer schließlich vom Hals – dieser hatte einfach aufgelegt.
Das rät die Polizei
Den Vorfall hat er umgehend der Polizei gemeldet, die sich ständig mit verschiedensten Varianten solcher Betrugsversuche konfrontiert sieht. Sie rät, bei unbekannten Anrufern vorsichtig zu sein und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Wer Zweifel an der Identität eines angeblichen Polizisten hat, kann sich über die Polizeiservicenummer 059 133 mit der zuständigen Polizei verbinden lassen. Auch die nächstgelegene Polizeiinspektion kann kontaktiert werden.
Polizei holt niemals Geld oder Wertsachen ab
Wichtig: Keine Angaben über Bargeld, Schmuck oder sonstige Wertgegenstände machen und niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte übergeben. Angebliche Polizisten sollten zudem nach ihrem Dienstausweis gefragt werden.
Wer bereits Opfer geworden ist oder Wertgegenstände übergeben hat, sollte sofort den Notruf 133 verständigen und Anzeige erstatten. Die Polizei empfiehlt, Angehörige und Freunde über diese Betrugsmasche zu informieren.








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