Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Wildschweinhorden wüten im Grenzgebiet zu Tschechien: Landwirte melden große Schäden

Petra Hanner, 26.09.2017 06:05

AFIESL/BEZIRK ROHRBACH. Pünktlich zur Erntesaison tauchen an der Grenze zu Tschechien wieder rudelweise Wildschweine auf, die großen Schaden bei den heimischen Landwirten anrichten. „Wir haben heuer wieder große Einbußen“, klagt Biobauer Florian Schöftner aus Afiesl.

Foto: Weihbold
Foto: Weihbold

Seine Felder liegen direkt an der tschechischen Grenze am Böhmerwald wo die Tiere umherstreifen. „Bei uns ist der Mais jedes Jahr betroffen, hier haben wir heuer rund 30 Prozent Ausfall. Im Grünland wüten die Wildschweine eigentlich das ganze Jahr über, da hatten wir rund zehn Prozent Einbußen. Ohne Umzäunungen geht eigentlich gar nichts mehr“, erzählt Schöftner.

„Scharfe Jagd“ nötig

Die stärkere Bejagung der Wildschweine hält er für das einzig wirksame Mittel, deswegen steht er auch im Kontakt mit der heimischen Jägerschaft. Er will sich künftig auch noch näher mit der Thematik auseinandersetzen und strebt die Jagdprüfung an.

Ganzes Grenzgebiet betroffen

Bezirksjägermeister Martin Eisschiel kennt das Problem gut, nicht zuletzt, weil er auch selber Landwirt ist. Heuer ist ein besonders starkes Wildschweinjahr, wie er von seinen Jägern weiß: „Von Schwarzenberg hinunter bis Schönegg haben wir heuer im gesamten Grenzgebiet große Probleme mit den Wildschweinen. Die Bejagung wird derzeit massiv vorangetrieben und wir halten unsere Jäger auch dazu an, alle Sauen zu schießen, die einem vor den Lauf kommen. Ich weiß zum Beispiel, dass derzeit in Lichtenau rund zwei bis drei Schweine pro Woche geschossen werden.“

Werden gezielt gefüttert

Warum es so viele Wildschweine im Grenzgebiet gibt, hat zweierlei Gründe: Erstens werden die Tiere in Tschechien von den Jagdpächtern gezielt gefüttert, damit sie viel jagdbares Wild haben. Auf der anderen Seite können die heimischen Jäger sie nicht effektiv genug bejagen. Treibjagden zum Beispiel können im Grenzgebiet nicht durchgeführt werden, denn die Jäger dürfen die Staatsgrenze nicht überschreiten. Im Schutze des Böhmerwaldes können sie sich so recht ungebremst vermehren. „Es braucht viel Glück und Sitzfleisch, um eine Wildsau zu erlegen. Die Tiere sind wahnsinnig schlau, das macht es auch schwierig“, erklärt der Bezirksjägermeister.

Jäger müssen zahlen

Gesetzlich ist festgelegt, dass für die in der Landwirtschaft entstandenen Schäden die örtlichen Jäger aufkommen müssen. Der betroffene Bauer kann den Schaden durch die Bezirksbauernkammer schätzen lassen. Doch was sich einfach anhört, ist in der Praxis nicht so leicht umzusetzen, denn meist sind Landwirte und die zuständigen Jäger gute Bekannte. Viele Landwirte tun es sich einfach nicht an, die Schäden zu melden, und zwar um des guten Miteinanders willen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Q77 in St. Martin wird Treffpunkt für Yoga, Fitness und EMS

Q77 in St. Martin wird Treffpunkt für Yoga, Fitness und EMS

ST. MARTIN/MKR. Yoga, Fitness und EMS unter einem Dach: Am 22. Oktober laden drei Anbieter im Q77 in St. Martin zum Kennenlernen ein.

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Elf Blutspender aus dem Bezirk Rohrbach ausgezeichnet

Elf Blutspender aus dem Bezirk Rohrbach ausgezeichnet

BEZIRK ROHRBACH. Eine Goldene und gleich zehn Silberne Verdienstmedaillen um das Blutspendewesen wurden an treue Blutspender aus dem Bezirk Rohrbach ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Landjugend im Bezirk Rohrbach unter neuer Leitung

Landjugend im Bezirk Rohrbach unter neuer Leitung

SCHWARZENBERG. Bei der Herbsttagung der Landjugend des Bezirkes Rohrbach im Gasthaus Dreiländereck in Oberschwarzenberg standen ein Rückblick, ...

Tips - total regionalPetra Hanner
Technische Fachschule Haslach ist Spitzenreiter bei ICDL-Prüfungen

Technische Fachschule Haslach ist Spitzenreiter bei ICDL-Prüfungen

HASLACH. Groß ist die Freude über eine neuerliche Auszeichnung für die Technische Fachschule Haslach: Sie erreichte im Bereich der technischen ...

Tips - total regionalPetra Hanner
Rohrbacher Gymnasium siegt bei Albertina-Zeichenwettbewerb

Rohrbacher Gymnasium siegt bei Albertina-Zeichenwettbewerb

ROHRBACH-BERG. Die Schüler der 4c Klasse des Rohrbacher Gymnasiums holten sich den Gesamtsieg beim österreichweiten Zeichenwettbewerb der Albertina. ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Neun Jagdhunde bestanden Brauchbarkeitsprüfung in Sprinzenstein

Neun Jagdhunde bestanden Brauchbarkeitsprüfung in Sprinzenstein

SARLEINSBACH/BEZIRK ROHRBACH. Neun Hundeführer mit ihren Hunden stellten sich der diesjährigen Brauchbarkeitsprüfung und alle Teams bestanden ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Weitere Beiträge