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1700 Stimmen gegen die Wasser-Abfüllanlage im Böhmerwald - vorerst sind aber die Behörden am Zug

Martina Gahleitner, 20.04.2018 06:58

ULRICHSBERG. Emotional wurde es am Donnerstag Abend zu Beginn der Gemeinderatssitzung, als die ARGE Böhmerwaldwasser 1747 Unterschriften gegen die geplante Wasser-Tiefenbohrung mit Abfüllanlage in Salnau an Bürgermeister Wilfried Kellermann übergeben hat. Dieser ist allerdings der falsche Empfänger, denn für die Wasserrechtsbewilligung ist die Gemeinde nicht zuständig.

  1 / 2   Einen ganzen Packen an Unterschriften haben die ARGE-Mitglieder an Bürgermeister Wilfried Kellermann (l.) übergeben. Foto: Gahleitner

Die Sachverständigen der Bezirkshauptmannschaft müssen prüfen, ob eine wasserrechtliche Bewilligung erteilt werden kann oder nicht. „Wir als Gemeinde sind dafür nicht zuständig. Außerdem sind wir auch nicht Eigentümer des Wassers, das Grundstück ist in Privatbesitz“, betonte Bürgermeister Wilfried Kellermann. Wofür die Gemeinde aber zuständig ist, ist die Flächenwidmung, und diese wurde bereits vor fast 20 Jahren, als das Wasserabfüll-Projekt schon einmal im Gespräch war, erteilt.

Besorgte Bevölkerung

Gegen diese 200 Meter-Tiefenbohrung stemmt sich die ARGE Böhmerwaldwasser, die innerhalb von drei Wochen 1747 Unterschriften gesammelt hat. 745 davon kommen aus Ulrichsberg, informierte Fritz Pröll, das „Zugpferd“ der ARGE. „Die Bevölkerung ist besorgt und befürchtet einen Ausverkauf unseres wichtigsten Bodenschatzes.“ Das Tiefenwasser als wertvollstes Gut der Region dürfe nicht leichtfertig verscherbelt werden, fordert die ARGE. Denn gerade in Zeiten des Klimawandels mit häufigeren Dürren und schneearmen Wintern seien zusätzliche Reserven wichtig. “Dann sind wir auf Tiefenwasser angewiesen.“ Pröll kündigte gleichzeitig das Kommen auch bei der nächsten Gemeinderatssitzung an, „wenn sich da nichts tut“.

Unbedeutende Menge

Der eigentliche Adressat der Unterschriften, Grundbesitzer Adolf Bauer, ärgert sich vor allem über die Vorgehensweise der ARGE und wie diese auf Stimmenfang gegangen ist. Man müsse das Projekt in Relation sehen: Angesucht wird um eine Entnahme von 1,5 Liter pro Sekunde, 350 Mal so viel fließen im Böhmerwald zu. „Die Wassergenossenschaft Böhmerwald nutzt nur 10 Prozent der Menge, die sie zur Verfügung hätte. Außerdem wissen viele gar nicht, wie viel in den Fernwasserleitungen wegrinnt.“ Der Fernwasserverband hat nämlich ein Entnahmerecht für rund 260 Liter pro Sekunde.

Bauer möchte ebensowenig als „profitgieriger Unternehmer“ hingestellt werden, wie der Betreiber der geplanten Anlage, der Kirchdorfer Johannes Pfaffenhuemer. „Es geht um unsere Gesundheit und dafür braucht es lebendiges Qualitätswasser“, sagt der Geschäftsführer von water of life. Trinkwasser ist für ihn Lebensmittel Nr. 1. In den letzten Jahren hat der Präventologe, der unzählige Wasservorträge hält, in Österreich den Markt für die St. Leonhardquelle aufgebaut.


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Gastuser
Gastuser
22.04.2018 20:19

Interessanter Artikel

Finde die Wassermengen sehr interessant, wenn andere ca. 150 mal soviel Wasser aus der Region Wertschöpfung dürfen, warum wird dann soviel ,,Dam-Dam'' über dieses Projekt gemacht?! Finde ich irgendwie unfähr gegenüber denn zwei Herren.. Soviel ich weiß wird ja auch das Wasser der Fernwasser zu normalen Wasserzinssätzen ,,Verkauft", wo nur angelieferte Gemeinden Profitieren?! Oder liege ich da falsch..? Es stimmt Wasser ist lebenswichtig und Lebenmittel Nr.1 darum finde ich muss auch sehr sorgfältig damit umgegangen werden! Aber wenn ,,nur'' 10% genutzt werden, glaube ich gibt es genug Reserven! Das Projekt gehört von Spezialisten(und die gibt es sicher im bereich Wasser) ordentlich geprüft und wenn die sagen es gibt keine Probleme für alle in der Region lebenden Menschen auch in der Zukunft nicht, warum nicht !! Es gehören alle über die genauen Fakten informiert und dann sind auch Ängste ausgeschlossen! Lg ein nicht so besorgter Bürger aus der Region

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Gastuser
Gastuser
20.04.2018 16:27

Nutzen für Bürgermeister

Wie kann ein Bürgermeister die Interessen von 2 Personen (Verkäufer und Käufer mit eindeutigen Profitansinnen des Projektes) über die Interessen eines großen Teils der Bürger stellen?

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Gastuser
Gastuser
20.04.2018 10:20

Zuständigkeit

Die Ulrichsberger würden sich halt von "ihrem" Bürgermeister erwarten, dass er sich für seine Bürgerinnen und Bürger einsetzt, die Ängste wahrnimmt, versucht ihnen diese zu nehmen und als gewählter Vertreter diese Unterschriften an die zuständige Behörde weiterleitet!


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