Peilsteiner sparten bei Infoabend nicht mit Kritik an Umfahrungsplänen
PEILSTEIN. Schwer im Magen liegt einigen Peilsteinern der geplante Umfahrungsbau und die Art und Weise, wie sie darüber informiert wurden - oder eben nicht.

An Kritik sparten die Besucher nicht, weder an der Planung für die rund zehn Millionen Euro teure Umfahrung, die im kommenden Jahr schon gebaut werden soll, noch an der Gemeinde und an Bürgermeister Franz Lindinger. „Wir haben den Eindruck, dass wir von der Gemeinde überhaupt keine Unterstützung haben“, wetterte eine Besucherin, und erntete dafür zustimmenden Applaus. Zuvor hatte sie kritisiert, dass zwar bei den Wasserrechtsverhandlungen im Frühling des Jahres bereits der neue Plan der Gemeinde bekannt war, die Bevölkerung aber über eine gravierende Änderung nicht oder viel zu spät informiert wurde. „Wir fordern dazu eine Stellungnahme von der Gemeinde“, meinte die Frau. Sie erntete dazu aber nur Schweigen von Bürgermeister Lindinger. Thomas Ortmayr von der Abteilung Straßenneubau und -erhaltung des Landes Oberösterreich, der das Projekt an dem Abend vorstellte, beschwichtigte: „Wir können nicht bei jeder Änderung gleich neue Pläne veröffentlichen. In so einem Prozess gibt es ja laufend Anpassungen.“
Röhre muss Gemeinde zahlen
Bei der gravierenden Änderung geht es um die Einbindung der Landesstraße in Richtung der Ortschaft Exenschlag (Tips berichtete). Nach Intervention der Exenschläger Bevölkerung, die sich um einen sicheren Schulweg für ihre Kinder sorgt, hat die zuständige Abteilung des Landes auf Bitten der Gemeinde Peilstein nun eine zusätzliche Durchführung für Fußgänger und Radfahrer in Form einer rund 15 Meter langen Röhre geplant. Die Kosten dafür - in etwa stolze 300.000 Euro - müsste aber die Gemeinde selbst tragen. Diese steht nun im Zugzwang, finanzielle Unterstützung für das Projekt aufzutreiben. Auf Diskussionen ließ sich Bürgermeister Lindinger an dem Abend nicht ein. Er kommentierte lediglich: „Ich finde eine ordentliche Lösung für Fußgänger durchaus gescheit. Die Gemeinde wird sich darum bemühen. Wenn wir aber mit 300.000 Euro belastet werden, können wir uns die nächsten vier Jahre nichts leisten.“ Eine Entscheidung, ob die Röhre kommt oder nicht, werde noch heuer fallen. Der Haken an der Sache: Wenn die betroffenen Grundstücksbesitzer den dafür nötigen Grund nicht zur Verfügung stellen, wäre die Zusatzvariante von vorne herein vom Tisch.
Umstände rechtfertigen Umfahrung
Einige Besucher stellten gar das Projekt Umfahrung selbst infrage. Dazu erklärte Thomas Ortmayr, dass zwar das Verkehrsaufkommen in Peilstein eine Umfahrung nicht rechtfertige, sehr wohl aber die vor allem für den Schwerverkehr enorm herausfordernde Situation im Ortszentrum der enormen Steigung der Fahrbahn und den Engstellen.
Zeitplan
Derzeit laufen die Bodenuntersuchungen auf den bereits eingelösten Grundstücken. Im Frühling werden die Ausschreibungen für die rund 2,5 Kilometer lange Umfahrung starten, ein Baubeginn ist aus heutiger Sicht in der zweiten Jahreshälfte 2019 realistisch. 2021 soll die Verkehrsfreigabe erfolgen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden
26.10.2018 08:42
ein abgekartetes Spiel
Meiner Meinung nach ist das ganze eine ausgemachte Sache. Die Kosten für die Unterführung werden jetzt auf die Gemeinde abgewälzt - absichtlich so Hoch dass diese zu hoch und nicht Leistbar scheinen. Der Gemeinderat wird dann dagegen stimmen - die Bösen sind dann das Land und alles passt wieder. Der "Bürgermeister" hat alles versucht und gut isses - moment ich muss kurz kotzen,
26.10.2018 08:53
-
Aber unser Vertrauen ist weg - er hat mehrmals die Unwarheit gesprochen. Selbst gegenüber der Presse hat er gesagt: " „Ich habe im Juni erfahren, dass es hier eine Planänderung gibt..." nachzuliesen hier:
26.10.2018 08:54
-
https://www.tips.at/news/peilstein-muehlkreis/wirtschaft-politik/440468-peilsteiner-eltern-kaempfen-fuer-sicheren-schulweg-bei-neuer-umfahrung
26.10.2018 08:58
-
die Verträge der Wasserrechtsverhandlung mit Kopie der Kreuzung sind mit Anfang Februar datiert.
25.10.2018 09:46
Umfahrung wirklich gerechtfertigt?
Was geht in Peilstein vor? Ich stelle mir die Frage, wenn laut Herrn Ortmayr das Verkehrsaufkommen eine Umfahrung nicht rechtfertigt, ob man die Situation an den Engstellen im Ortszentrum nicht neu überdenken und mit den Besitzern von leerstehenden bzw. baufälligen Häusern über eine Ablöse verhandeln sollte. Es wäre wünschenswert, wenn sich auch unser Landesvater vor Ort ein Bild machen würde.Der einzige Nahversorger der ganzen Gemeinde Peilstein befindet sich auch in diesem Engstellenbereich. Nicht auszudenken, würde dieser wegen befürchteten Geschäftsrückganges auf Grund der geplanten Umfahrung zusperren!! Außerdem könnte das Land Millionen Steuergeld sparen!
25.10.2018 10:11
es geht ja in erster Linie darum den Verkehr vor dem eigenen Wohnhaus wegzubekommen. Die Verein PRO Umfahrung rekrutiert sich ja hauptsächlich aus Anwohnern der jetzigen Bundesstrasse - wenn die dann noch im Gemeindevorstand/Gemeinderat sitzen dann braucht man über Objektivität nicht nachzudenken. Opposition gibts auch keine, denn die Obmänner der Parteien wohnen auch nicht weiter als 200m von der Strasse entfernt.
Dass der Ortskern stirbt ist denen doch völlig egal
25.10.2018 13:24
Ja so geht`s auch. Einen Verein gründen (Obmann sitzt praktischerweise im Gemeinderat), sich die LKWs wegwünschen, fleißig Unterschriften sammeln (woher 8000 Unterschriften in einem 1500 Seelen Ort kommen, wundert viele) und um über 10 Mio eine Umfahrung bekommen. Die Bevölkerung schaut zu, wie ihre Landschaft zubetoniert wird und die Steuerzahler können weiter brav hackeln gehen. Da wundern sich dann viele, warum kein Geld für wirklich Notwendiges mehr da ist (zB. Kinderbetreuung, Schule, Pflege, Soziales). Klingt echt nach Skandal.
25.10.2018 08:27
Schwerverkehrsroute?
Wenn man das richtig versteht, wird für den Schwerverkehr ausgebaut. Sollte man sich nicht anstrengen, diese Laster dorthin zu bekommen, wo sie hingehören, nämlich auf die Autobahn? Da wird mit einer Umfahrung sicher das Gegenteil erreicht: Eine Einladung für immer mehr und immer größere Schwertransporter. Wer will denn das??
24.10.2018 21:27
Armutszeugnis
Was für ein Armutszeugnis für die Politik. Da wird vertuscht und übergangen, was das zeug hält. Ein Bürgermeister, der die eigene Bevölkerung über gravierende Planänderungen nicht informiert... Ich verstehe es, wenn da der Unmut steigt. Es ist schon traurig, wenn so drübergefahrn wird...