Ein Leben als Gesamtkunstwerk: Wolfgang Baumüller mit St. Anna-Preis ausgezeichnet

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v. l.: Wolfgang Baumüller, Bgm. Johannes Plattner, Maria Baumüller, Edda Seidl-Reiter, Goldhauben-Obfrau Ingrid Laic; Foto: Hanner
Petra Hanner Petra Hanner, Tips Redaktion, 29.07.2019 08:44 Uhr

JULBACH/KOLLERSCHLAG. Wo anfangen, wenn man so ein reichhaltiges künstlerisches Leben wie jenes von Wolfgang Baumüller aus Kollerschlag beschreiben muss? So erging es auch Laudatorin Eva Manner von der Kulturdirektion des Landes OÖ bei der Preisverleihung am Samstag, 27. Juli. Fest steht: Der Geehrte ist in der Kunstwelt eine fixe Größe.

„Wolfgang Baumüllers Leben und Wirken birgt ein Konvolut an Ideen und Projekten, das einem epochalen Gesamtkunstwerk gleichkommt“, fasste die Laudatorin vor Familie, Freunden und Weggefährten Baumüllers zusammen. Dabei hatte dessen Leben ursprünglich wenig mit Kunst zu tun, denn eigentlich betrieb er mit seiner Frau Maria einen Gemischtwarenhandel in Kollerschlag. In Berührung mit Künstlern kam er aber durch seinen Bruder Heinz, der vom Kunststudium dann und wann Künstler-Freunde mit ins Mühlviertel nahm. So erwachte schon in der Jugend das Interesse dafür.

Kunst ins Mühlviertel holen

In den 1980er-Jahren entwickelten die drei Baumüller-Brüder ein neues Geschäftsmodell für ein Kunstunternehmen - die Grundlage für die spätere Werkstatt Kollerschlag, die sie 1985 eröffneten. Wolfgang Baumüller übernahm die Geschäftsführung und schloss wenig später den Gemischtwarenhandel, um sich komplett der Kunst zu widmen. Die Idee der Werkstatt Kollerschlag, namhafte Künstler ins Mühlviertel zu holen und deren Ideen in Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern zu realisieren, war höchst erfolgreich, was nicht zuletzt der hohen Qualität der Arbeiten zu verdanken ist. Kunstwerke aus Kollerschlag sind nun rund um den Globus zu sehen. 2008 übergab Wolfgang Baumüller die Geschäftsführung an seinen Bruder, blieb aber bis heute für die Produktion der künstlerischen Werke verantwortlich.

Grenzgänger aus Leidenschaft

Neben dieser Tätigkeit gründete Baumüller auch den Kulturverein Grenzgänger in Kollerschlag, um Grenz-überwindende Projekte innerorts, aber auch in Zusammenarbeit mit dem benachbarten Deutschland zu organisieren. Außerdem war Baumüller Initiator für die Kollerschlager Topothek - einem Online-Archiv historischer Bilder und Dokumente - von wo aus der gesamte Bezirk mit einer Topothek ausgestattet wurde. Baumüllers jüngstes „Baby“ ist der Verein Granitsplitter, der sieben Kulturträger aus dem Bezirk Rohrbach vereint.

Alte Rivalitäten

„Ich bin höchst geehrt und überwältigt. Ich hab gar nicht gewusst, dass ich so a toller Bursche bin!“, lachte Wolfgang Baumüller nach der Überreichung der Bronze-Skulptur durch Stifterin Edda Seidl-Reiter, Bürgermeister Johannes Plattner und Goldhauben-Obfrau Ingrid Laic, „Es heißt schon was, wenn ein Kollerschlager einen Julbacher Preis bekommt“, bemerkte er noch augenzwinkernd in Anspielung auf alte Rivalitäten beider Orte.

Gute Nachbarschaft

Besonders lobende Worte hatte auch LAbg. Georg Ecker für Baumüller übrig, pflegen sie in der Kollerschlager Ortschaft Haselbach doch eine gute Nachbarschaft. „Ich bin einmal in Bilbao vor dem Guggenheim-Museum gestanden und war begeistert von einer mit Blumen bepflanzten Hundeskulptur. Als ich wieder daheim war, hab ich gleich dem Wolfgang davon berichtet und er schaut mich an und sagt: 'Ja, den hab ja ich verkauft!“

Wolfgang Baumüller ist der 23. Träger des Sankt-Anna-Preises, der 1997 vom mittlerweile verstorbenen Bildhauer Erwin Reiter und seiner Frau Edda Seidl-Reiter ins Leben gerufen wurde.

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