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Ein Wochenende voller Erinnerungen für ehemalige Deutsch Reichenauer in St. Oswald

Petra Hanner, 30.08.2021 10:21

ST. OSWALD. Wertvolle Erinnerungen hat das Deutsch Reichenauer Heimattreffen in St. Oswald bei den Teilnehmern wieder aufleben lassen.

Deutsch Reichenauer Linde vor dem Gemeindeamt der Patengemeinde St. Oswald (Foto: Bertlwieser)
Deutsch Reichenauer Linde vor dem Gemeindeamt der Patengemeinde St. Oswald (Foto: Bertlwieser)

Vom 20. bis 22. August fand das Deutsch Reichenauer Heimattreffen in der Patengemeinde St. Oswald statt. Organisator Fritz Bertlwieser konnte beim Eröffnungsabend im Pfarrhofstadel 130 Teilnehmer aus Nah und Fern begrüßen, darunter auch einige Ehrengäste sowie die älteste Teilnehmerin, „Jungwirtn Rosi“, die im 97. Lebensjahr steht. Bürgermeisterin Heidemarie Silber hieß mit einfühlsamen und treffenden Worten die Besucher willkommen und überraschte Fritz Bertlwieser mit einer Dankesurkunde und einem Ehrengeschenk.

Gedenkjahr

Den Festvortrag eröffnete Fritz Bertlwieser mit einer Powerpoint-Präsentation zum Gedenken an die „Vertreibung vor 75 Jahren im Jahr 1946“. Mit-Organisator Franz Bertlwieser las dann bewegende Vertreibungsberichte von Leuten aus der Pfarre Deutsch Reichenau vor.

Sichtbare Zeichen der Gastfreundschaft

Das zweite Motto des Abends stand unter dem Gedenken an „30 Jahre Patenschaft St. Oswald – Deutsch Reichenau“. Fritz Bertlwieser gab einen mit Bildern unterstützten Rückblick auf die seit rund 70 Jahren bestehende Gastfreundschaft, welche 1965 zum ersten Heimattreffen in St. Oswald führte und dann beim Heimattreffen 1991 in die offizielle Patenschaft mündete. Sichtbare Zeichen dieser Verbundenheit und Patenschaft sind die 1975 am östlichen Ortsrand von St. Oswald errichtete Gedenkstätte, wo jeder Stein eines der 16 geschleiften Dörfer der Pfarre Deutsch Reichenau symbolisiert; weiters die Reichenauer Heimatstube, die 1984 eröffnet wurde und sich seit 2004 im neuen Mehrzweckgebäude befindet; und schließlich die Reichenauer Linde, die 1991 anlässlich der Patenschafts-Feier gepflanzt wurde und als Symbol der lebendigen und weiterwachsenden Freundschaft einen schönen Platz vor dem Gemeindeamt St. Oswald fand.

Ehren-Urkunden überreicht

Der bekannte ORF-Moderator Franz Gumpenberger bat dann den fast 92-jährigen Franz Kurz vor das Mikro, wo dieser über seine Motive sprach, warum er seit Jahrzehnten immer wieder gerne den weiten Weg von Göppingen nach St. Oswald reiste und hier ein Heimatgefühl und eine freundschaftliche Verbundenheit mit den Einheimischen erleben durfte. Gumpenberger befragte auch noch den Mitbegründer der Patenschaft, Alt-Bürgermeister Fritz Stelzer, über die Motive, die 1991 zur Übernahme der Patenschaft beitrugen.Zum Abschluss des Heimatabends überreichten Fritz und Franz Bertlwieser Ehren-Urkunden an verdiente Persönlichkeiten, nämlich an die drei Alt-Bürgermeister Fritz Stelzer, Berthold Haselgruber und Paul Mathe, welche die Patenschaft stets mittrugen, an den Berichterstatter für Glaube und Heimat, Joachim Liedl, an Margot Dolzer für ihre großzügige Spenden für Deutsch Reichenauer Belange, sowie an die Bläser Willi Eckerstorfer und Herbert Silber, welche sämtliche kirchliche und weltliche Feiern der Deutsch Reichenauer seit vielen Jahren musikalisch umrahmen.

Abschlussmesse

Am Samstag fand die Messe in St. Oswald statt, in welcher Zelebrant Roland Rettenmaier in seiner Predigt auf die schrecklichen Erfahrungen der Vertriebenen einging, aber auch Zukunftsperspektiven mitgab. Franz Bertlwieser verlas die Namen der rund 70 seit dem letzten Heimattreffen vor zwei Jahren verstorbenen Landsleute. Am Sonntag gab es einen gemütlichen Ausklang des Heimattreffens.


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