Erster Granit-Lavendel geerntet und Ausflug in die Provence

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Sevim Demir Sevim Demir, Tips Redaktion, 24.09.2021 06:10 Uhr

BEZIRK ROHRBACH. Bereits im Sommer färbte sich der Granit-Lavendel auf den Mühlviertler Feldern in ein zartes Lila. Auch mögliche Erntetechniken konnten schon getestet werden. Und um sich mit erfahrenen Lavendelbauern auszutauschen, reiste ein Teil der Projektgruppe in die französische Region Drôme.

Das Projekt „Mühlviertler Granit-Lavendel soll von den Einblicken in die französischen Betriebe, vom neuen Wissen über Lavendelkultivierung sowie Kenntnissen über Erntemaschinen profitieren. Der Fokus der Studienreise lag auf der Ernte, der Aufbereitung und der Verarbeitung der Lavendelblüten. Das ist auch der Schwerpunkt des Mühlviertler Projekts. Das Exkursionsziel war bewusst gewählt: Die kleinstrukturierte, hügelige Landschaft der Drôme ist gut mit jener im Mühlviertel vergleichbar. “Die Landwirte konnten sich von der Exkursion einige Erkenntnisse und Ideen für das Modifizieren und Entwickeln der Erntemaschinen mitnehmen„, sagt Johann Gaisberger, Direktor der Bioschule Schlägl. In einigen Punkten unterscheiden sich die Anbaubedingungen in den beiden Regionen aber: Einerseits funktioniert die Lavendeltrocknung anders. In Frankreich wird die Pflanze großteils an der Luft getrocknet, wohingegen die oberösterreichischen Landwirte dafür Trocknungsanlagen benötigen. Andererseits brauchen die Produzenten aufgrund der ungleichen Bodenbeschaffenheit verschiedene Strategien zur Beikrautregulierung. 

Lage auf den Mühlviertler Lavendelfeldern

Während das Projektteam die Region Drôme besuchte, begann der Lavendel im heimischen Mühlviertel zu blühen und färbte die Region in einen zarten Lilaton. “Natürlich ist das noch nicht wie in der Provence im Juli und August, denn die Pflanzen wurden erst im vergangenen Herbst gesetzt. Unsere Freude über diesen ersten kleinen Erfolg ist aber groß. Dem Lavendel scheint es im Mühlviertel gut zu gefallen!„ so Julia Hochreiter, Projektleiterin vom Biokompetenzzentrum Schlägl. Der kleine Erfolg ist aber ausreichend, um mögliche Erntetechniken vorab zu testen: “Bei den ersten Versuchen hat sich gezeigt, dass es für den Lavendel einer speziellen Erntetechnik bedürfen wird, wenn er in ein bis zwei Jahren die gewünschte Größe erreicht hat„, erklärt Alois Resch, Anbauberater der Österreichischen Bergkräutergenossenschaft.

Blick in die Zukunft

Nächstes Jahr wird ein Anbauberater aus Frankreich ins Mühlviertel kommen. Er wird sich Felder und Produktion anschauen und dem Team bei der Kultivierung des Lavendels helfen. Zudem ist geplant, dass der Berater die Mühlviertler Projektgruppe bei der Entwicklung einer geeigneten Erntetechnik unterstützt. “Was die Landwirte in Frankreich und Österreich gemeinsam haben: Sie setzen auf hohe Qualität und sind kreative Köpfe, die die Maschinen so gestalten und basteln, wie es für ihren Betrieb passend ist„, betont Julia Hochreiter. Auch die französischen Lavendelbauern könnten vom Wissen der Oberösterreicher profitieren.

“Mühlviertler Granit-Lavendel„ ist ein zweieinhalbjähriges Projekt der Österreichischen Bergkräutergenossenschaft, dem Biokompetenzzentrum Schlägl und dem Maschinenbau-Unternehmen Mittermair. Ziel der Kooperation ist es, den Lavendelanbau im Mühlviertel zu etablieren. Die gesamte Produktionskette – vom Anbau der Pflanzen über die Entwicklung von Ernte- und Aufbereitungstechniken bis hin zur Produktentwicklung – soll dabei speziell für die kleinstrukturierte Landwirtschaft im Mühlviertel entwickelt und erprobt werden.

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Kommentare

  1. Madame Lavande
    Madame Lavande25.09.2021 12:13 Uhr

    Sehr engagiert! - Ich kann den Lavendel richtig riechen!



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