Leserbriefe zum Thema Wolf
BEZIRK ROHRBACH. Der Leserbrief von Birgit Oberreiter zum Thema Wolf in der letzten Tips-Ausgabe hat Reaktionen hervorgebracht.

Ois recht und sche – wenn‘s einen selber nicht betrifft
Dass der Wolf ein blutrünstiges Raub- und Rudeltier ohne bei uns natürlichen Feind ist und in absehbarer Zeit bei uns vermehrt vorkommen wird, dürfte wohl klar sein. In unserer Zivilisationsgesellschaft wird ein „Zusammenleben“ mit dem Wolf ohne Konflikte nicht möglich sein.
Freilebendes Wild gehört niemandem. Erst nach dem Erlegen gehört es den Jagdausübungsberechtigten. Mir zum Beispiel ist es egal, wenn ein Wolf, Luchs etc. Wildtiere frisst – man muss ja nicht jagen gehen und ich kenne auch keinen bei uns, der davon leben kann. Und über das Verschwinden einzelner Tierarten werden andere berichten. Aber mir tun all jene leid, die sich bemühen, die G‘stecken und nicht lukrativen landwirtschaftlichen Flächen zu bewirtschaften. Sie halten Schafe, Mutterkühe usw., damit die Flächen gepflegt werden und nicht zuwachsen. Für viele von diesen Pflegern der Kulturlandschaft ist die Haltung von Tieren ihr Einkommen, für die meisten ein Nebeneinkommen – sie machen es aus Leidenschaft. Sehr viele schätzen es, wenn die Landschaft gepflegt aussieht. Darum „ois recht und sche“. Ich möchte nicht wissen, was viele sagen würden, wenn die Nutztiere, von denen sie leben müssen, von einem Wolf gerissen werden. Sie halten Nachschau, ob es ihren Tieren gut geht. Einige totgebissen, einige angefressen, einige nicht mehr auffindbar. Daher: Die Berichterstattung ist nur dann einseitig, „wenn‘s einen selber nicht betrifft“.
von Stefan Schütz aus Haslach
Sehr geehrte Frau Oberreiter!
Ihren Leserbrief in der „Tips“ habe ich mit Vergnügen gelesen. Ihre Ansichten und Kenntnisse von den Vorgängen in der Natur und der Jagd sind so weit weg von der Realität, dass es richtig komisch wirkt. Ihre Tierliebe in allen Ehren, wahrscheinlich sind Sie auch Vegetarierin oder Veganerin, aber in unserer modernen Zeit ist es notwendig, dass der Mensch regulierend in der Natur eingreift. Zu viel ist schon kaputt gemacht worden, um eine urwaldähnliche Flora und Fauna, wie Sie sich anscheinend vorstellen, nochmals aufleben zu lassen. Sie haben recht, alle Lebewesen haben ihre Lebensberechtigung. Aber in welcher Anzahl? Keine Rinder mehr schlachten? Dann haben wir bald auch kein Brot, Gemüse etc. mehr, weil es weggefressen wird. Wolf und Fuchs nicht bejagen? Die Anzahl wird sich nach Nahrungsangebot einrichten, aber in welcher Höhe und Zahl. Sobald ein Mensch (Kind) durch einen Wolf zu Schaden kommt, wird niemand mehr den Wolf als Kuscheltier betrachten. Oder Spaziergänger, die einen Hund frei laufen lassen, verlieren ihren „Liebling“ durch Wölfe. Die Presse wäre voll von der Untat. Man hat nicht aus Lust und Tollerei den Wolf früher verfolgt, sondern weil Haustiere und Menschen durch Wölfe gefährdet waren. Dabei hätte damals der Wolf noch mehr Platz gehabt als heute. Wenn Sie sich selbst als Fachfrau in Naturfragen sehen, so ist Ihnen das unbenommen. Bitte überlegen Sie sich aber gut, was Sie in die Öffentlichkeit bringen. Im Zweifelsfalle kontaktieren Sie Fachleute als Berater. Allerdings nicht mich.
von Ernst Fischer sen. aus Oberkappel


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden