Zwei Durchgangsquartiere in Betrieb: Flüchtlinge aus der Ukraine tanken neue Kraft für die Weiterreise
HASLACH/ST. MARTIN. Platz für geflüchtete Menschen aus der Ukraine schafft man im Bezirk Rohrbach: Das Rote Kreuz hat vor wenigen Tagen zwei Durchgangsquartiere in Haslach und St. Martin in Betrieb genommen.

Am Freitagabend ist der erste Bus aus Wien in Haslach angekommen. Im Schul-Turnsaal konnten die Menschen auf der Flucht durchatmen und neue Kraft für die Weiterreise tanken. Hier ist Platz für 100 Flüchtlinge, im ehemaligen Asylhaus in St. Martin können 80 Leute vorübergehend unterkommen. Bislang sind in insgesamt drei Bussen sowie einigen Privatautos vor allem ukrainische Frauen und Kinder angereist. Mit dabei hatten diese auch einige Hunde und Katzen, was sicherheitstechnisch eine Herausforderung ist.
In den Quartieren herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, denn die meisten Menschen ziehen nach relativ kurzer Zeit wieder weiter. Angebotene Privatquartiere wurden bis jetzt noch nicht angenommen, das wird über Caritas bzw. Volkshilfe abgewickelt.
Hohe Einsatzbereitschaft
„Derzeit sind wir dabei, die Abläufe zu evaluieren und zu strukturieren“, berichtet Rotkreuz-Bezirksgeschäftsleiter Johannes Raab und bedankt sich zugleich bei den Rotkreuz-Mitarbeitenden, die „mit ihrer hohen Einsatzbereitschaft und Flexibilität einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung unseres Auftrags leisten“. Die Einsatzleitung haben Daniel Lorenz in Haslach und Klaus Gattringer in St. Martin übernommen. Pro Quartier sind zusätzlich sechs bis acht Helfer im Einsatz. Im Stab des Bezirksrettungskommandos sind wechselnd bis zu vier Personen aktiv. Raab bedankt sich auch bei den Gemeinden Haslach und St. Martin, beim Sozialhilfeverband und der Küche des Altenheims Haslach, die die Essensversorgung übernimmt. Nur das Frühstück wird über das Rote Kreuz organisiert. Logistisch unterstützt wird das Rote Kreuz von den Feuerwehren.
Hilfe ist selbstverständlich
„Es ist selbstverständlich, dass wir im Bezirk Rohrbach Menschen, die in Not sind, unterstützen und helfen. Von vielen Gemeinden und Organisationen weiß ich jetzt schon, dass sie bereit sind, vorübergehend Flüchtlingen zur Überbrückung ein Zuhause zu geben“, informiert Bezirkshauptfrau und Rotkreuz-Bezirksstellenleiterin Wilbirg Mitterlehner. „Ich spüre, dass es im Bezirk großes Verständnis und großartige Unterstützung gibt. Mein tiefes Mitgefühl gilt allen, die unschuldig und unvorbereitet ihr Zuhause und ihre Familien verlassen mussten.“
Neben Haslach und St. Martin wurden noch zwei weitere Durchgangsquartiere evaluiert, die bei Bedarf in Betrieb gehen können.


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