Strukturelle Umorganisation: Nur mehr ein Durchgangsquartier im Bezirk Rohrbach in Betrieb
HASLACH/ST. MARTIN. Nachdem in den letzten Tagen seit Freitag knapp 200 Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, vorübergehend in den beiden Durchgangsquartieren im Bezirk Rohrbach versorgt wurden, konzentriert man diese jetzt auf das Quartier in St. Martin.

Derzeit sind 46 Flüchtlinge im Asylhaus in St. Martin untergebracht. Es werden aber stündlich weniger, weil die Menschen weiterziehen, in private Quartiere verlegt werden und generell der Zulauf mäßig ist. Der Vorteil dieses Quartiers liegt in den kleineren Wohneinheiten, in denen die Menschen ein bis drei Tage bleiben können.
Der Haslacher Turnsaal hat somit als vorübergehende Bleibe für Menschen in Not ausgedient, die Feldbetten sind bereits abgebaut. „Auch wenn unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter höchst motiviert sind, ist die Schwergewichtsbildung auf einen Standort die optimale Lösung“, ist Bezirksrettungskommandant Johannes Raab überzeugt. Als Rotes Kreuz stehe man aber auf Standby, um im Bedarfsfall das System wieder hochzufahren.
Großartige Unterstützung durch die Bevölkerung
Haslachs Bürgermeister Dominik Reisinger weiß, dass der Transfer in fixe Quartiere angelaufen ist. Allein in seiner Gemeinde können 14 Menschen aus der Ukraine bleiben. Insgesamt wurden etwa 50 Flüchtlinge im Bezirk Rohrbach weitervermittelt, diese Privatquartiere werden von Volkshilfe und Caritas evaluiert und vermittelt. Reisinger bedankt sich nicht nur beim Roten Kreuz und der Feuerwehr für die professionelle Arbeit, sondern vor allem auch bei der Bevölkerung. „Vom ersten Moment an, haben sich viele gemeldet, die helfen oder spenden wollten. In der Not rücken alle zusammen und helfen.“ Er hat aber auch gemerkt, dass jeden Tag neue Herausforderungen daherkommen – angefangen beim Wäschewaschen übers WLAN für die vielen Menschen bis hin zu Schul- oder Kindergartenplätzen für die Kinder.
Schlagkräftiger Katastrophenhilfsdienst
Für das Rote Kreuz war diese erste Welle an Ukraine-Flüchtlingen eine Bestätigung, dass man im Katastrophenhilfsdienst gut aufgestellt ist. Nach der großen Flüchtlingswelle im Jahr 2015 wurden die Strukturen optimiert: Feldbetten, Decken, Feldküche und Fuhrpark gehören ebenso dazu, wie die Installation der Schnell-Eingreif-Gruppe (SEG) und die Errichtung des KAT-Lagers in Aigen-Schlägl.
- Online-Spenden und Information: www.roteskreuz.at/ukraine
- Sachspenden können über die Volkshilfe getätigt werden, vorher jedoch den Bedarf abklären: www.volkshilfe-ooe.at/hilfe-ukraine
- Wer mithelfen möchte, kann sich im Team Österreich registrieren. Das Rote Kreuz greift im Bedarfsfall auf diesen Pool zu: www.teamoesterreich.at
- Für Privatquartiere hat das Land OÖ eine Anlaufstelle eingerichtet: Tel. 0732/7720 16200, nachbarschaftshilfe@ooe.gv.at


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