Rohrbacher Feuerwehren bekommen jetzt Unterstützung von oben
HASLACH. Drohnen ermöglichen den Einsatzkräften bei großen Bränden, Katastrophen wie Hochwassern und bei der Suche nach abgängigen Personen einen guten Überblick von oben. In Oberösterreich werden derzeit Drohnen-Stützpunkte eingerichtet, einer davon ist in Haslach.
„Mit Paul Spreitzer und Markus Preining haben gerade zwei unserer Mitglieder die Ausbildung zum Drohnenpiloten abgeschlossen“, erzählt Thomas Kirschner, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Haslach. „Beim nächsten Lehrgang im Herbst werden wieder zwei Leute von unserer Wehr dabei sein.“ Dauerhaft stationiert sein wird die Drohne in Haslach, anfordern können sie alle Feuerwehren der Umgebung. Neben den Haslachern können Feuerwehrleute aus Altenfelden auf die Drohne zugreifen. Beide Wehren sind Einsatzführungsunterstützungs-Stützpunkte.
„Das Haupteinsatzgebiet sehe ich bei der Suche nach vermissten Personen. Die Drohne ist mit einer Kamera, einer Wärmebildkamera und einem Lautsprecher ausgerüstet. Damit kann man Vermisste selbst in bewaldetem Gebiet aufspüren“, erklärt Kirschner. Bei Großbränden bieten die Bilder von oben ebenfalls einen tollen Überblick. „In solchen Fällen geht es natürlich um das Brandgeschehen selbst, allerdings auch um technische Fragen, etwa was Schlauchleitungen, Wasserentnahmestellen und so weiter betrifft.“ Die Bilder sind nicht nur auf dem kleinen Monitor auf der Fernbedienung des Drohnenpiloten zu sehen, sondern werden auf einen großen Bildschirm im Kommandobus übertragen. „Gemeinsam mit 'analogem' Kartenmaterial und dem digitalen Blick von oben ergibt sich für die Einsatzleiter so ein gutes Gesamtbild, um schnelle und richtige Entscheidungen zu treffen.“
Fliegen und Taktik
Die Drohne hilft wenig ohne ausgebildete Piloten. „Die Leute lernen in den Kursen nicht nur das Fliegen, sondern beschäftigen sich auch mit Einsatztaktik“, sagt Kirschner. Bezahlt werden die Drohnen vom Land Oberösterreich und vom Landes-Feuerwehrverband. Die 18 Geräte, die seit Kurzem im Dienst stehen, haben mit allem drumherum 320.000 Euro gekostet. Unterschieden wird dabei zwischen großen und kleinen Drohnen. In Haslach ist eine kleine Drohne stationiert. „Die Standard-Ausführung“, wie Kirschner sie nennt.
Maximal 30 Minuten weg
Die nächsten Stützpunkte sind in Zwettl an der Rodl (Bezirk Urfahr-Umgebung) und in St. Willibald (Bezirk Schärding). „Bis 2023 soll jeder Feuerwehr in Oberösterreich in maximal 30 Minuten Anfahrtszeit eine Unterstützung durch den 'Blick von oben' zur Verfügung stehen“, sagt Feuerwehr-Landesrätin Michaela Langer-Weninger. Bereits seit sieben Jahren erproben der Landes-Feuerwehrverband und einzelne Feuerwehren den Einsatz von Drohnen. „Bundesweit gilt Oberösterreich als einer der Vorreiter im Einsatz von Feuerwehrdrohnen. Indem wir als erstes Bundesland noch heuer eine flächendeckende Ausstattung mit dieser Technologie zur Umsetzung bringen, untermauern wir diese Stellung“, freut sich Feuerwehr-Landesrätin Langer-Weninger.
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