Lehrerin aus St. Martin hilft in Uganda: "Nur Bildung ist ein Weg aus der Armutsspirale"
ST. MARTIN. Noch ärmer als zuvor sind die meisten Menschen in Uganda nach den extrem langen Corona-Lockdowns geworden. Der Alltag ist vom Kampf ums Überleben geprägt. Das musste Eva Aufreiter aus St. Martin bei ihrem Projektbesuch feststellen. Mit dem Verein Hope4Uganda bringt die Mühlviertlerin ein wenig Unterstützung zu den sozial benachteiligten Familien.

Beinahe zwei Jahre waren die Kinder der untersten Volksschulklassen daheim und mussten zu Hause mitversorgt werden, weil die regelmäßigen Mahlzeiten in der Schule weggefallen waren. „Von der großen Bildungslücke ganz zu schweigen“, ergänzt Eva Aufreiter. „Familien haben ihr Dach über dem Kopf verloren, weil Gelegenheitsjobs weggebrochen sind und sie ihre Miete nicht mehr bezahlen konnten. Lebensmittel haben sich arg verteuert.“ Die Lage für die arme Bevölkerung ist also sehr trostlos.
Hilfe bringt das Projekt St. Matia Mulumba Home of Hope, in dem für rund 70 Kinder aus sozial benachteiligten Familien gesorgt wird. „Die meisten Eltern sind alleinerziehende Mütter ohne Einkommen, ständig auf der Suche nach einem besseren Leben. Viele Mütter lassen in ihrer Verzweiflung auch häufig die Kinder bei den Großeltern zurück. Oder sie ziehen zu Verwandten in der Hoffnung auf eine billige Unterkunft“, weiß die engagierte St. Martinerin. Der Verein Hope4Uganda konnte allen Angehörigen während der Pandemie drei Mal eine Unterstützung zukommen lassen.
Hoffnung und eine heile Welt
Viele Kinder wurden im Home of Hope auch während des Lockdowns versorgt. „Hier sind die Kinder in einer heilen Welt aufgehoben. Der kleine Alex aus der dritten Klasse weiß zum Beispiel nicht, wo sich seine Eltern aufhalten und Shabella hat, wie ein paar andere unserer Kinder, ihre beiden Eltern durch Krankheit verloren. Für sie ist unser Projekt ein wahres „Home of Hope“. Alle Kinder wissen es zu schätzen, dass sie mit Mahlzeiten und Wasser versorgt sind und einen sicheren Platz zum Schlafen haben. Und besonders freuen sie sich jetzt, dass die Schule nach der langen Corona-Pause wieder begonnen hat.“ Eva Aufreiter, Lehrerin an der Mittelschule St. Martin, konnte sich bei ihrem Projektbesuch beim Unterrichten selbst überzeugen, wie motiviert die Schüler sind.
Großartige Unterstützung
Während der sechs Wochen in Uganda konnte sie auch viele dringende Anschaffungen für Kinder und Personal tätigen und neue Aktivitäten starten. „Das alles war nur dank der großzügigen finanziellen Hilfe von unseren Sponsoren und Unterstützern möglich“, ist sie dankbar. So wurde das Landwirtschaftsprojekt mit Schweinezucht fertiggestellt, eine eigene Seifenherstellung gestartet, eine Schneiderei eingerichtet, die in Zukunft auch als Berufsausbildung für die Volksschulabgänger dienen soll. „Unser Ziel ist, verschiedene Ausbildungsstätten auf dem derzeitigen Projektgelände zu errichten, die von den älteren Schülern geleitet werden sollen. Die Schule und das Kinderheim möchten wir aufs Land verlegen, da es in Stadtnähe an Grünfläche und Spielmöglichkeiten für die kleineren Kinder fehlt“, beschreibt Aufreiter, denn „nur durch Bildung und Ausbildung kann die Armutsspirale durchbrochen werden.“ Nicht zuletzt wegen der enormen Teuerung reichen die finanziellen Mittel dafür jedoch noch nicht.
Bei einem Vortrag am Dienstag, 21. Juni, um 19.30 Uhr im Veranstaltungssaal St. Martin (Marktplatz) berichtet Eva Aufreiter über das Projekt St. Matia Mulumba Home of Hope. Dabei werden Körbe und Taschen aus Uganda angeboten. Die Voix Musikanten sorgen für musikalische Begleitung.
Freiwillige Spenden und der Verkaufserlös gehen an das Hilfsprojekt.


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