Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Lehrerin aus St. Martin hilft in Uganda: "Nur Bildung ist ein Weg aus der Armutsspirale"

Martina Gahleitner, 06.06.2022 18:22

ST. MARTIN. Noch ärmer als zuvor sind die meisten Menschen in Uganda nach den extrem langen Corona-Lockdowns geworden. Der Alltag ist vom Kampf ums Überleben geprägt. Das musste Eva Aufreiter aus St. Martin bei ihrem Projektbesuch feststellen. Mit dem Verein Hope4Uganda bringt die Mühlviertlerin ein wenig Unterstützung zu den sozial benachteiligten Familien.

Eva Aufreiter aus St. Martin hat wieder ihre Schützlinge in Uganda besucht. (Foto: privat)
  1 / 3   Eva Aufreiter aus St. Martin hat wieder ihre Schützlinge in Uganda besucht. (Foto: privat)

Beinahe zwei Jahre waren die Kinder der untersten Volksschulklassen daheim und mussten zu Hause mitversorgt werden, weil die regelmäßigen Mahlzeiten in der Schule weggefallen waren. „Von der großen Bildungslücke ganz zu schweigen“, ergänzt Eva Aufreiter. „Familien haben ihr Dach über dem Kopf verloren, weil Gelegenheitsjobs weggebrochen sind und sie ihre Miete nicht mehr bezahlen konnten. Lebensmittel haben sich arg verteuert.“ Die Lage für die arme Bevölkerung ist also sehr trostlos.

Hilfe bringt das Projekt St. Matia Mulumba Home of Hope, in dem für rund 70 Kinder aus sozial benachteiligten Familien gesorgt wird. „Die meisten Eltern sind alleinerziehende Mütter ohne Einkommen, ständig auf der Suche nach einem besseren Leben. Viele Mütter lassen in ihrer Verzweiflung auch häufig die Kinder bei den Großeltern zurück. Oder sie ziehen zu Verwandten in der Hoffnung auf eine billige Unterkunft“, weiß die engagierte St. Martinerin. Der Verein Hope4Uganda konnte allen Angehörigen während der Pandemie drei Mal eine Unterstützung zukommen lassen.

Hoffnung und eine heile Welt

Viele Kinder wurden im Home of Hope auch während des Lockdowns versorgt. „Hier sind die Kinder in einer heilen Welt aufgehoben. Der kleine Alex aus der dritten Klasse weiß zum Beispiel nicht, wo sich seine Eltern aufhalten und Shabella hat, wie ein paar andere unserer Kinder, ihre beiden Eltern durch Krankheit verloren. Für sie ist unser Projekt ein wahres „Home of Hope“. Alle Kinder wissen es zu schätzen, dass sie mit Mahlzeiten und Wasser versorgt sind und einen sicheren Platz zum Schlafen haben. Und besonders freuen sie sich jetzt, dass die Schule nach der langen Corona-Pause wieder begonnen hat.“ Eva Aufreiter, Lehrerin an der Mittelschule St. Martin, konnte sich bei ihrem Projektbesuch beim Unterrichten selbst überzeugen, wie motiviert die Schüler sind.

Großartige Unterstützung

Während der sechs Wochen in Uganda konnte sie auch viele dringende Anschaffungen für Kinder und Personal tätigen und neue Aktivitäten starten. „Das alles war nur dank der großzügigen finanziellen Hilfe von unseren Sponsoren und Unterstützern möglich“, ist sie dankbar. So wurde das Landwirtschaftsprojekt mit Schweinezucht fertiggestellt, eine eigene Seifenherstellung gestartet, eine Schneiderei eingerichtet, die in Zukunft auch als Berufsausbildung für die Volksschulabgänger dienen soll. „Unser Ziel ist, verschiedene Ausbildungsstätten auf dem derzeitigen Projektgelände zu errichten, die von den älteren Schülern geleitet werden sollen. Die Schule und das Kinderheim möchten wir aufs Land verlegen, da es in Stadtnähe an Grünfläche und Spielmöglichkeiten für die kleineren Kinder fehlt“, beschreibt Aufreiter, denn „nur durch Bildung und Ausbildung kann die Armutsspirale durchbrochen werden.“ Nicht zuletzt wegen der enormen Teuerung reichen die finanziellen Mittel dafür jedoch noch nicht.

Bei einem Vortrag am Dienstag, 21. Juni, um 19.30 Uhr im Veranstaltungssaal St. Martin (Marktplatz) berichtet Eva Aufreiter über das Projekt St. Matia Mulumba Home of Hope. Dabei werden Körbe und Taschen aus Uganda angeboten. Die Voix Musikanten sorgen für musikalische Begleitung.

Freiwillige Spenden und der Verkaufserlös gehen an das Hilfsprojekt.

Spendenkonto: IBAN: AT70 4300 0379 7085 0000


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Eine herrenlose Nazi-Limousine in Albenödt und ihre Geschichte

Eine herrenlose Nazi-Limousine in Albenödt und ihre Geschichte

KOLLERSCHLAG. Bei der Übergabe alter Fotos für die historische Online-Datenbank erfuhr Ignaz Märzinger, Topothekar von Kollerschlag, von einer ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Gemeinsam gesund: Neuer Schwerpunkt bei Schule am Bauernhof

Gemeinsam gesund: Neuer Schwerpunkt bei Schule am Bauernhof

BEZIRK ROHRBACH. Mit einem neuen Schwerpunkt starten die Schule am Bauernhof-Betriebe ins nächste Schuljahr. Schüler erleben, wie eng ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Rotes Kreuz im Bezirk Rohrbach: Immer da, wenn Hilfe gebraucht wird

Rotes Kreuz im Bezirk Rohrbach: Immer da, wenn Hilfe gebraucht wird

BEZIRK ROHRBACH. Wenn ein Unfall passiert, jemand dringend medizinische Hilfe braucht oder ältere Menschen Unterstützung im Alltag benötigen, ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Vier junge Frauen, die den Alltag im Bezirksaltenheim Lembach bereichern

Vier junge Frauen, die den Alltag im Bezirksaltenheim Lembach bereichern

LEMBACH. Vier Tage in der Woche bekommen die Pflegekräfte im Bezirksaltenheim Verstärkung von Tanja, Laura, Brigitte und Kader. Die vier jungen ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Ein Reh auf Entdeckungsreise
durch die Kleinzeller Ortschaften

Ein Reh auf Entdeckungsreise
durch die Kleinzeller Ortschaften

KLEINZELL/MKR. Mit einem ganz besonderen Beitrag beteiligt sich die Bücherei Kleinzell an der Ortsbildmesse: Sie präsentiert das Bilderbuch ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Nebelberg lädt zum 50. IVV-Fitwandertag

Nebelberg lädt zum 50. IVV-Fitwandertag

NEBELBERG. Drei abwechslungsreiche Strecken, herrliche Ausblicke und ein buntes Rahmenprogramm: Die Sportunion Nebelberg lädt am 6. September ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Weitere Beiträge