Wie man den Christbaum nachhaltig weiterverarbeitet
LEMBACH. Schon bevor der Christbaum eingekauft wird, sollte man sich überlegen, was nach dem Weihnachtsfest damit passieren soll. Margot Haderer und Irmi Kaiser würden sich jedenfalls eine nachhaltige Weiterverarbeitung wünschen und zeigen beim Frühstücks-Workshop auf, wie diese ausschauen kann.

Vorausgesetzt, dass es sich um einen heimischen, biologischen, nicht gespritzten und nicht gedüngten Christbaum handelt, kann man eigentlich alles verwenden. Rinde fürs Räuchern, Nadeln von Tanne und Fichte fürs Badewasser oder kulinarisch für Energy-Drinks, Tee, Pestos, Aufstrich und vieles mehr. Die Heilkraft von Tanne, Fichte oder auch Mistel und Vogelbeere darf man nicht unterschätzen, betont Kräuterpädagogin Irmi Kaiser aus Oberkappel (unkrautgenuss.at). „Tannentee hat fast soviel Vitamin C wie eine Zitrone“, nennt sie nur ein Beispiel.
Beim Workshop am 5. Dezember zeigt sie auf, wie man den Christbaum weiterverwenden kann; dazu gibt es viele alte Geschichten vom Christbaum und Interessantes aus der Mythologie zu hören. „Es wird ein sehr kurzweiliger Vormittag“, verspricht Irmi Kaiser.
Frühstück aus dem Wald
Margot Haderer, Gastwirtin aus Lembach, tischt dazu ein Frühstück mit Produkten von Tanne und Fichte auf. Sie verwendet das ganze Jahr über die vielfältigen Schätze aus dem Wald und weiß, dass man von den Bäumen sehr viel verarbeiten kann. „Allein fein geriebene Nadeln bringen frisches Grün auf den Teller und schmecken unglaublich zitronig“, sagt sie.
Gemeinsam wollen die beiden Kräuterfrauen auch bewusst machen, wie lange ein Baum wachsen muss, nur um dann für zehn Tage umgeschnitten zu werden. „Ein Christbaum gehört zum Weihnachtsfest dazu, er berührt das Herz. Aber muss es immer ein perfekter Baum sein? Und reicht vielleicht auch ein bewusster Waldspaziergang?“, gibt Margot Haderer zu bedenken.
Spezieller Weihnachtsmarkt mit der Bio-Drehscheibe
Als Partner für den adventlichen Frühstücksbrunch mit Workshop haben Haderer und Kaiser die Bio-Drehscheibe mit ins Boot geholt. Denn im Anschluss gibt es von 12 bis 17 Uhr einen kleinen, feinen Weihnachtsmarkt mit Handwerks-Ausstellern und Lieferanten der Bio-Drehscheibe. Daneben warten Quitten-Punsch, Biobratwürstl, Fladenbrote und natürlich nachhaltig erzeugte Christbäume auf die Besucher. „Die Aktion passt gut zu unseren Werten und Zielen der Bio-Drehscheibe. Gerade in der ‚stillen‘ Zeit werden wir durch Werbung und Angebote geradezu überflutet. Es fällt uns dadurch noch schwerer im Weihnachtstrubel nachhaltige, regionale Konsumentscheidungen zu treffen“, sagt dazu Vereinsobmann Johannes Großruck. Der Christbaum sei ein Symbol dafür: „Zwar stammt er dank viel Aufklärungsarbeit in den letzten Jahren mittlerweile zu einem Großteil aus Österreich, aber immer noch wachsen die meisten Bäume in Monokulturen auf.“ Der intensive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Schädigung der Böden oder auch der Umgang mit Wildtieren seien Probleme, die dadurch auftreten. Der Workshop soll einen kleinen Anreiz bieten, um sich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen und Alternativen zum üblichen Wegwerfbaum aufzuzeigen. Großruck ergänzt: „Es geht dabei nicht darum, liebgewonnene Weihnachtstraditionen abzuwerten, aber auch hier gilt: Nur wer sich informiert, kann auch gute Entscheidungen treffen.“


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