Leserbrief: Stadtgefühl in Rohrbach-Berg
ROHRBACH-BERG. Eine permanente Fußgängerzone im Stadtzentrum von Rohrbach-Berg würde sich eine Tips-Leserin wünschen.

Geht oder fährt man mit dem Rad derzeit durch das Stadtzentrum von Rohrbach, stellt sich trotz der teils aufgegrabenen Straßen und Absperrungen und die dadurch notwendig gewordene Fußgängerzone erstmals so etwas wie ein Stadtgefühl ein. Der ansonsten übliche Durchzugsverkehr – auf der oft vergeblichen Suche nach einem Parkplatz direkt vor einem Geschäft - fällt weg und übrig bleiben neben den Bauarbeitern die Personen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Ich würde mir auch für die Zukunft eine (Begegnungs-)Fußgängerzone von der Haiderkreuzung bis zum Stadtplatz wünschen. Durch eine ansprechende Gestaltung und Sitzmöglichkeiten würden die Passanten vermutlich länger verweilen, flanieren – und auch die vorhandenen (oder auch neue) Geschäfte frequentieren. Der ständige Durchzugsverkehr mit dem damit verbundenen Lärm und der nicht gerade guten Luft lassen ja nicht unbedingt ein Wohlfühlambiente aufkommen, wenn man beim neuen Cafe Oberngruber, der Lieblingsspeis oder dem Würstl-Franz im Freien etwas konsumieren möchte.
Um dem Slogan „Einkaufs- und Schulstadt“ gerecht zu werden, braucht es auch barrierefreie (abgeschrägte Gehsteigkanten) und sichere Fuß- und Radwege.
Naherholungsflächen schaffen
Auf vielen bisher unverbauten Flächen wurden in den letzten Jahren immer mehr Wohnungen errichtet, ein Spielplatz beim jetzigen Centro und der der schöne alte Park beim Finanzamt mussten bereits vor längerer Zeit Parkplätzen weichen. Und es wird fleißig weitergebaut, weil Bedarf besteht. Weil aber nicht alle einen eigenen Garten, Balkon oder eine Terrasse besitzen, braucht es mehr Naherholungsflächen mit Sitzmöglichkeiten ohne Konsumzwang. Nicht zuletzt für jene Arbeitnehmer, die eine längere Mittagspause überbrücken müssen. Die abgewitterten Bänke am Kirchenplatz, zu denen man derzeit nur über eine dicke Schicht Kies kommt (mit Kinderwagen bzw. Rollstuhl unmöglich), sind nicht gerade einladend. Noch mehr (Gratis-)Parkplätze ziehen jedenfalls immer noch mehr Verkehr nach sich.
Möglicherweise würde mit einer Aufwertung des öffentlichen Raums durch Schaffung von multifunktionalen Flächen und einer Fußgängerzone Rohrbach an den Sonntagen nicht mehr wie ausgestorben wirken und in der Bewertung punkto Lebensqualität besser abschneiden.
von Elfriede Humenberger, Rohrbach-Berg


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