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Fischereirevier widerspricht WWF: Fischotter-Entnahme fördert laichfähige Tiere

Petra Hanner, 28.02.2024 18:45

BEZIRK ROHRBACH. Die Fischbestände in heimischen Gewässern nehmen ab. Als mögliche Ursache kam der Fischotter infrage, weshalb ein teilweiser Abschuss erlaubt wurde. Eine Abschlussauswertung des Landes OÖ ergab aber keine signifikanten Änderungen. Die Umweltschutzorganisation WWF fordert deshalb ein Ende der Abschusserlaubnis. Thomas Koller vom Fischereirevier Rohrbach sieht das jedoch anders.

Der WWF springt für den Fischotter in die Bresche. (Foto: lightpoet - stock.adobe.com)
Der WWF springt für den Fischotter in die Bresche. (Foto: lightpoet - stock.adobe.com)

„Mehrere Jahre lang konnten Jäger an bestimmten Flussabschnitten unbegrenzt Fischotter abschießen“, erklärt WWF-Artenschutzexpertin Christina Wolf-Petre in einer Aussendung der Organisation. „Trotzdem haben die Fischbestände an einigen Strecken sogar noch weiter abgenommen.“ Für den WWF ist damit klar, dass nicht Fischotter dafür verantwortlich sind, sondern Wasserkraftwerke, Flussbegradigungen, Uferverbauungen und Querbauwerke. Deshalb fordert der WWF ein Ende der Abschuss-Verordnungen und eine Renaturierungs-Offensive.

„Nicht aussagekräftig“

Das Fischereirevier Rohrbach war eng in die Messungen der Fischbestände durch das Land OÖ eingebunden. Deshalb kommt dessen Obmann Thomas Koller in der Angelegenheit zu einem anderen Schluss: „Gerade bei der Abschlussbefischung in der Steinernen Mühl war der Pegelstand relativ hoch und daher ist diese auch nicht final aussagekräftig, was auch in der Studie dokumentiert wurde, jedoch von Seiten des WWF nicht erwähnt wird.“ Beobachtungen des Fischereirevieres Rohrbach zeigten sogar, dass in Gebieten, in denen der Fischotter entnommen werden kann, die laichfähigen Individuen um einige wichtige Zentimeter größer seien. Sie stellen somit eine natürliche Reproduktion der angepassten Arten sicher.

Pro Renaturierung

Beim Thema Renaturierung gibt Koller dem WWF jedoch recht. Das Fischereirevier Rohrbach plant derzeit gemeinsam mit einigen Gemeinden und dem Gewässerbezirk ein Projekt entlang der Großen Mühl, wo starke Versandung die Versteckmöglichkeiten vor Fischottern für Fische stark begrenzt. Auch im Bereich von Wasserkraftwerken kann sich der Fischotter ob der fehlenden Versteckmöglichkeiten leichter bedienen. Thomas Koller: „Hätten wir das alles nicht, also Wasserkraftwerke, Begradigungen etc., wäre der Fischotter auch kein solches Problem. Nur leider ist dies nicht der Fall und wir müssen uns an die aktuellen Gegebenheiten anpassen und für die Zukunft die richtigen Schritte im Bereich der Renaturierung setzen.“


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