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Wolf scheuchte Ochsen auf – Regulierung ist notwendig

Martina Gahleitner, 15.04.2024 19:02

ULRICHSBERG/BEZIRK ROHRBACH. Schon seit längerem streift der Wolf im ganzen Bezirk umher, was Wolfsichtungen und Kamerabilder immer wieder bestätigen. Der aktuelle Vorfall in Ulrichsberg zeigt, wie wichtig die Regulierung ist.

Die zunehmende Wolfpopulation  kann zum Problem werden. (Foto: sci - stock.adobe.com)
Die zunehmende Wolfpopulation kann zum Problem werden. (Foto: sci - stock.adobe.com)

Am Freitag in den frühen Morgenstunden wurde ein Ulrichsberger Landwirt von den Schreien seiner Rinder geweckt. Als er Nachschau hielt, stand einer seiner Ochsen außerhalb des Weidezauns. Beim Einfangen wurde der Landwirt verletzt, er musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Weil die ganze Herde ausgerissen war, rückten die Feuerwehren Ulrichsberg und Aigen aus. Der Landwirt vermutet, dass die Tiere von einem Wolf aufgescheucht wurden – einen solchen habe er jedenfalls beim Einfangen der Tiere gesehen.

Hier geht's zum Tips-Bericht:https://www.tips.at/nachrichten/rohrbach/blaulicht/642341-ochsen-in-ulrichsberg-ausgerissen-wolf-soll-sie-aufgescheucht-haben-bauer-44-beim-einfangen-verletzt

Nachts bei Stallungen

Bezirksbauernkammer-Obmann Martin Mairhofer bestätigt, dass die Sichtungen zunehmen und Wölfe in der Nacht bei Stallungen angetroffen werden. „Sie bringen eine enorme Unruhe in den Stall. Und wenn jetzt die Weidesaison beginnt, sehe ich wirklich ein Problem auf uns zukommen“, fordert er eine unkomplizierte Regulierung des Wolfbestandes. „Die Population nimmt zu und Jungwölfe werden sich auch außerhalb des Böhmerwaldes ansiedeln. Da müssen wir schon im Vorfeld handeln und nicht erst, wenn etwas passiert und jemand zu Schaden kommt. In unserer Kulturlandschaft hat der Wolf keinen Platz mehr“, betont der Hofkirchner Landwirt. Für den Ulrichsberger Wolf kann der Zwangsabschuss beantragt werden – aber erst bei einer zweiten Sichtung und Vergrämung.

„Lassen Landwirte nicht im Stich“

Bezirksjägermeister Martin Eisschiel warnte bereits beim Bezirksjägertag davor, dass neben dem Tourismus vor allem die Landwirtschaft das Vorhandensein des Wolfes spüren werde. Er verspricht: „Wir Jäger werden die Landwirte nicht alleine lassen und sie nach den gesetzlichen Vorgaben und Möglichkeiten unterstützen.“

Warntafeln in Wolfsgebieten

Der Verein Wolfstopp – eine Initiative zur Regulierung des Wolfbestandes – schreibt nach dem Vorfall: „Jetzt ist in Ulrichsberg genau das eingetreten, was uns Sorge macht. Hätte es nicht den Bauern selbst, sondern andere dort befindliche Personen getroffen, wäre der Bauer als Tierhalter zur Verantwortung gezogen worden, obwohl ein Wolf der Auslöser war.“ Der Verein stellt deshalb Nutztierhaltern Warntafeln zur Haftungsabwehr zur Verfügung.


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