Kinder aus St. Stefan-Afiesl bauen Brücken zu den tschechischen Nachbarn
ST. STEFAN-AFIESL. Seit diesem Schuljahr öffnen sich in Kindergarten und Volksschule St. Stefan-Afiesl Türen zu den nördlichen Nachbarn: Im Interreg-Projekt „Sprachenbrücken – Jazykové mosty“ lernen die Kinder spielerisch Tschechisch und erleben dabei Freundschaft, Abenteuer und interkulturelle Begegnungen hautnah.

Das Projekt Sprachenbrücken zielt darauf ab, sprachliche und kulturelle Barrieren in den Grenzregionen Südböhmen und Mühlviertel zu überwinden. Im Projekt arbeitet der Bildungsstandort St. Stefan-Afiesl mit dem Standort Lipno zusammen, Bad Leonfelden mit Vyssi Brod und Vorderweißenbach mit Loucovice. Koordiniert wird es von der Universität Budweis in Zusammenarbeit mit der Education Group des Landes Oberösterreich. Die Kinder auf tschechischer Seite lernen Deutsch, die Mühlviertler Kinder Tschechisch.
„Eine tolle Bereicherung“
Los geht das bereits im Kindergarten. In St. Stefan-Afiesl ist Leiterin Irene Kitzberger begeistert: „Bei uns nehmen die Schulanfänger und einige Kinder der mittleren Altersgruppe teil. Die jeweils halbstündigen Spracheinheiten sind in unseren Vormittagsablauf integriert und für uns alle ist das Angebot eine tolle Bereicherung. Die Kinder lernen durch Nachahmung sehr schnell.“
Interesse ist groß
Und auch in der Volksschule wird das Angebot ausgesprochen gut angenommen: „Bei uns wollten fast alle Kinder der Schule teilnehmen. Wegen der begrenzten Gruppengröße sind nun die Zweit- und Drittklassler mit Freude dabei und wir sind wahnsinnig erstaunt, wie schnell sie lernen“, erzählt Schulleiterin Ursula Kastner. Sarah Wagner, Schulsekretärin im Schulverbund Steinerne Mühl, begleitet die Kinder als Aufsichtsperson während der wöchentlichen Tschechischstunde nach dem regulären Unterricht mit einer Lehrerin aus Südböhmen, und bestätigt: „Innerhalb von nur drei Stunden konnten wir – ich lerne ja auch mit – Körperteile benennen und lernten die Namen der Farben kennen. Es ist unglaublich, wie einfach unsere Lehrerin Lucie das vermittelt, und das, ohne ein einziges Wort Deutsch zu sprechen. Es funktioniert viel über Spiele und Lieder“, sagt Sarah Wagner.
Besuche hüben und drüben
Noch mehr Austausch steht künftig im Raum: Es sind beispielsweise gemeinsame Wandertage und gegenseitige Besuche zu Festen geplant, um die jeweils gegenseitige Kultur besser kennenzulernen. Außerdem werden die Kinder einen Tag lang die Plätze tauschen. Die Mühlviertler Kinder werden in Südböhmen unterrichtet und umgekehrt. Gemeinsame Fortbildungen für die Pädagogen beiderseits der Grenze ergänzen das Projekt.


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