Helmbrecht auf Schloss Sprinzenstein: Applaus für eine grandiose Gemeinschaftsleistung
SARLEINSBACH/SPRINZENSTEIN. Eine Geschichte mit Spannung und Tiefgang, bei der auch der Humor nicht zu kurz kommt; mitreißende Musik; großartige Schauspieler und Sänger, bei denen die Spielfreude spürbar wird; und eine perfekte Kulisse unter freiem Himmel: Helmbrecht hat alles, was man sich von einem Sommertheater wünschen kann. Ein wahres Festspiel, das man nicht verpassen sollte.

Den ehemaligen Turnierplatz vor Schloss Sprinzenstein – einen „Ort voller Spannung, Mut und Geschichte“, wie Hausherr Lelio Spannocchi am Premierenabend meinte – haben die NordwaldKammerspiele für ihre diesjährige Produktion ausgewählt. Eine kluge Wahl, denn hier gehört Helmbrecht her. Wenn der stolze Bauernsohn (gespielt von Vladimir Slepec), mit sehnsüchtigem Blick auf den beleuchteten Turm, beteuert, dass er nicht zum Bauern tauge, sondern Ritter werden wolle, glaubt man ihm das aufs Wort. Selbst seine Liebste Cleopha (Martha Matscheko) kann ihn nicht halten und unterstützt von Mutter (Silvia Karl) und Schwester (Elisabeth Baehr) zieht Helmbrecht schließlich los. Sein Vater (Norbert Hohl) versucht ihn noch zu überzeugen, lieber Pflug als Schwert zu wählen, doch er will „wissen, wie die Welt schmeckt.“
Nach Jahr und Tag kehrt der verlorene Sohn zurück ins Heimatdorf. Der Aufstieg ist, so scheint es, gelungen. Er prahlt mit seinem Erfolg, verteilt Geschenke – doch sein Vater ahnt, dass der Reichtum nicht ehrlich verdient ist. Helmbrecht aber lässt sich erneut nicht von einem Leben als Raubritter abbringen, zieht sogar noch seine Schwester mit ins darauffolgende Unglück hinein. Und Cleopha, die bis zuletzt auf ihren Helmbrecht wartet, muss singend ihr Leid klagen.
Dramatik mit Humor
Bei aller Tragik kommt der Humor bei diesem musikalischen Bühnenwerk nicht zu kurz: Die quirlige Dorfgemeinschaft feiert trotz des mühseligen Alltags das Leben, Tänzerinnen begeistern mit ihrer Akrobatik Ritterschar und Publikum gleichermaßen, Gundakar (Valentin Pühringer) läuft als Pfarrer bei der Hochzeit zur Hochform auf, und die Raubritter selbst verdrängen fröhlich feiernd ihre neue Abhängigkeit unter Hilaria (Rita Peterl).
Es ist wahrlich ein Festpiel, das die NordwaldKammerspiele unter Obmann und Produktionsleiter Karl Lindorfer (auf der Bühne zu sehen als Meier Ruprecht und Ritter Lämmerschlind) auf die Beine gestellt haben und bei dem Konstantin Sales Huber Regie führte. Zum Stück von Librettist Johannes Huber lieferte Claudia Federspieler die packende Musik, die vom NordwaldKammerorchester unter Dirigent Thomas Eckerstorfer verborgen hinter den Kulissen aufgeführt wurde.
Werk von vielen
Die echte Meisterleistung liegt aber in der Zusammenarbeit der vielen Mitwirkenden, die auf und hinter der Bühne ihren Beitrag geleistet haben. Unter anderem waren 16 Sarleinsbacher Vereine beteiligt. Vom Kulissen- und Bühnenbau über Kostüme und Masken bis zur Bewirtung, Infrastruktur und den Einführungen, die den geschichtlichen Hintergrund lieferten, ergibt sich ein stimmiges Gesamtwerk. „Hinter den Kulissen fügen sich unzählige Handgriffe und Fähigkeiten zu jenem Ganzen, das jede Aufführung erst möglich macht“, ist Karl Lindorfer dankbar. Zu sehen ist Helmbrecht noch bis 8. August auf Schloss Sprinzenstein.


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