Wie ein Stück Heimatgeschichte wieder nach Hause auf den Hansberg gefunden hat
ST. JOHANN. Lange galt er als verloren, nun hat er wieder einen würdigen Platz auf dem Hansberg gefunden: Der steinerne Tisch, an dem Hans Schnopfhagen im Jahr 1884 die Melodie zur oberösterreichischen Landeshymne komponiert haben soll, ist nach einem Vierteljahrhundert nach Hause zurückgekehrt.

„Wir haben eigentlich nie geglaubt, dass er jemals zurückkommen würde, aber jetzt ist er wieder da“, freut sich St. Johanns Bürgermeister Albert Stürmer (ÖVP) im Gespräch mit Tips.
Anfang der 2000er-Jahre war der Steintisch im Zuge des Verkaufs jener Liegenschaft, auf der er ursprünglich stand, in andere Hände gelangt. Zunächst war unklar, wo sich das Stück Heimatgeschichte befand. Nach einiger Zeit sprach sich herum, dass es nur wenige Kilometer entfernt in einem privaten Garten stehen sollte. Dass der Tisch eines Tages wieder auf den Hansberg zurückkehren könnte, schien dennoch lange unwahrscheinlich. Doch der zwischenzeitliche Besitzer signalisierte schließlich vor wenigen Monaten seine Bereitschaft, das Denkmal zurückzugeben. Die Gemeinde St. Johann erwarb es und brachte es wieder auf den Hansberg.
An seinem ursprünglichen Standort konnte der Tisch allerdings nicht mehr aufgestellt werden, weil sich das Grundstück in Privatbesitz befindet. Stattdessen fand er einen Platz beim Schnopfhagendenkmal, wo er von nun an öffentlich zugänglich ist.
Prägender Mensch
Mit dem Steintisch kehrt auch ein Stück Erinnerung an Hans Schnopfhagen zurück. Der 1845 in Oberneukirchen geborene Komponist, Heimatdichter und Pädagoge prägte das musikalische und kulturelle Leben der Region. Nach ersten Stationen als Schulgehilfe in Niederwaldkirchen und Bad Leonfelden wirkte er als Oberlehrer in St. Veit.
Besonders bekannt ist Hans Schnopfhagen für die Melodie zum „Hoamatgsang“ nach einem Gedicht von Franz Stelzhamer. Seit 1952 ist das Lied die offizielle Landeshymne Oberösterreichs. Der Überlieferung nach soll Schnopfhagen die Melodie eben an diesem steinernen Tisch auf den Höhen des Hansbergs geschrieben haben.
Gute Ideen am Tisch
Anlässlich der Rückkehr des Schnopfhagen-Tisches hielten die Bürgermeister und Amtsleiter der Region Hansbergland ihre jüngste Vorstandssitzung dort ab. Die Gemeinden St. Peter, St. Ulrich, St. Veit, St. Johann, Auberg, Niederwaldkirchen und Helfenberg arbeiten seit den frühen 2000er-Jahren zusammen. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Projekte, Weiterbildung und Austausch. Entscheidend ist dabei das Vertrauen unter den Nachbargemeinden. Gute Ideen werden entwickelt, Ressourcen gebündelt und Lösungen gesucht, wenn ein Vorhaben für eine Gemeinde allein nicht zu stemmen ist.








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