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In einer Landkarte, die vor mehr als dreihundert Jahren von Georg Matthäus Vischer gezeichnet wurde, ist die Holzmühle genannt. Seit ihrem Bestehen sind ihre Gebäudeteile sowohl auf böhmischer als auf Mühlviertler Boden diesseits und jenseits der Landesgrenze verstreut.

Die 300 Jahre alte Landkarte zeigt die Holzmühle, die sowohl auf österreichischem als auch tschechischem Boden stand.

Diese Mühle bot zur Zeit der sudetendeutschen Anschlussbestrebungen an das Deutsche Reich Unterschlupf dem Sudetendeutschen  Freikorps. Die Männer  im Freikorps kämpften darum mit Waffengewalt von März bis Oktober des Jahres 1938. Am 1. Oktober 1938 wurde im Verhandlungswege mit der Tschechoslowakei dieser Anschluss an das Deutsche Reich ermöglicht. Nach sechs Kriegsjahren errangen die Alliierten den Sieg über Deutschland und die CSR erhielt das Sudetenland wieder zurück. Die deutschsprachigen Bewohner wurden im Einvernehmen mit den Alliierten aus dem Sudetenland vertrieben.

Den tschechischen Behörden lag viel daran, die ehemaligen Freikorpsanhänger zu verhaften und zu bestrafen. Der Holzmüller kam ebenfalls in den tschechischen Kerker, wo er an den Folgen der Gefangenschaft im Jahr 1946 starb. Seine Mühle wurde wie alle Ortschaften von Deutsch Reichenau auf tschechischem Boden zerstört. Viele ehemalige Freikorpsmänner flohen in das angrenzende Mühlviertel, um dort Schutz vor tschechischer Verfolgung zu suchen. An der Mühlviertler Staatsgrenze bestand aber erst ab 1945 eine Gendarmerie oder Zollwache. Die tschechische Exekutive konnte bis dahin ihre Fahndungen über die Grenze ausdehnen. So wurde auch der Müllertoni aus Böhmen in Hörleinsödt entdeckt und dort hingerichtet. Ein Steindenkmal erinnert dort an seine grausame Hinrichtung. Aus der Gemeinde Afiesl wurde der Kini Ferdl entführt und hingerichtet. Andere, die in Gefangenschaft gerieten, verbüßten stets mehr als zehn Jahre in der CSR.

Ab dem Jahr 1948 riegelten die Tschechen die Grenze für vierzig Jahre ab. Nach dieser Zeit des Eisernen Vorhanges waren in Böhmen die alten Kämpfer ausgestorben und die Jugend legt heute größten Wert auf ein gutes, einvernehmliches Zusammenleben.

Verfasser: Fritz Winkler


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