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Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges stand die siegreiche Armee des schwedischen Generals Torstenson auf ihrem Vormarsch an den Ufern der Moldau vor dem Böhmerwald.

Die Bäuerin schlug mit dem Ofeneinschießer auf die bewaffneten Schweden ein.
Die Bäuerin schlug mit dem Ofeneinschießer auf die bewaffneten Schweden ein.

Diese sumpfige Flussebene mit ihrem drohenden Böhmerwald dahinter flößte selbst dem blutrünstigen Torstenson großen Respekt ein. Zuletzt besiegte er die kaiserlich-österreichische Armee, ehe sie sich nach Prag retten konnte. Auch in den Böhmerwald sandte der siegesgewohnte General Torstenson seine Kundschafter. Doch auch diese kehrten mit abratender Kunde zurück, denn die wenigen Böhmerwaldpässe waren eisern von Verteidigern besetzt. Die Sternschanzen bei Oberhaag, die Oswalder Sattelstraße, Wittinghausen, Guglwald sowie die Leonfeldner Straße bei Rading waren alle fest in kaiserlicher Hand. Dennoch erreichte ein Trupp schwedischer Kundschafter das Dorf Multerberg im Böhmerwald, abgehetzt und müde vom langen Marsch durch den Wald. Die Bauern im Dorf aber hatten sich in den Kriegsjahren oft ihrer Haut wehren müssen, so auch diesmal.

Der Sieg über die letzten Schweden

Die Schweden nahmen Reißaus und erreichten die Waldlichtung von Innerschlag am unteren Ausläufer des Böhmerwaldes. Zu ihrer Freude fanden sie ein, wie damals üblich, wegen der Brandgefahr alleinstehendes Backhäuschen, aus dem köstlicher Duft in den Waldhimmel stieg. Heißhungrig stürzten sie hin, rissen Laib um Laib des halbfertig gebackenen Brotes heraus, ehe sie von der Bäuerin entdeckt wurden. Sie schlug mit dem Ofeneinschießer auf die frechen Diebe ein und streckte einen nach dem anderen tot ins Gras. Kein Wunder, dass die Leute aus dem Böhmerwald diesen Sieg über die letzten Schweden sehen wollten und herzukamen. Seither heißt die Wiese, auf der das berühmte Backhäuschen stand „Kriegsgatter“. Die alten erzählten stets, dass hier im Böhmerwald der Dreißigjährige Krieg sein Ende nahm.

Verfasser:Fritz Winkler


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