Tiefststand erreicht: Sechs von zehn Mühlviertler sind mit der Gesundheitsversorgung nicht mehr zufrieden
MÜHLVIERTEL. Noch nie waren mehr Arbeiterkammer-Mitglieder im Mühlviertel mit der Gesundheitsversorgung so unzufrieden wie jetzt, zeigt eine Befragung auf. „Die Zufriedenheit hat einen neuen Tiefststand erreicht“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.

60 Prozent der Befragten in den Bezirken Freistadt, Perg, Rohrbach und Urfahr-Umgebung sind aktuell mit dem Gesundheitssystem unzufrieden, das sind ganze sechs Prozent mehr als noch 2025.
22 Prozent sind wenig bis gar nicht zufrieden. 53 Prozent fühlen sich stark oder sehr stark durch langes Warten auf einen Termin beim Facharzt, für eine Untersuchung oder für eine Operation belastet. 46 Prozent haben gar keinen Termin erhalten, weil keine neuen Patienten aufgenommen werden.
Lange Wartezeiten, keine Termine
Ein großes Problem sind nach wie vor die Wartezeiten auf Operationen. 43 Prozent der Befragten im Mühlviertel mussten länger als drei Monate auf eine OP warten. Deshalb weichen immer mehr Versicherte auf Wahl- und Privatärzte aus. Mehr als ein Viertel der Befragten hat keinen Termin in einer Kassenordination erhalten.
„Somit ist Gesundheitsversorgung längst eine Frage des Geldes. Das geht auf Kosten der Gesundheit jener Menschen, die sich Wahlärztinnen und -ärzte oder Zusatzversicherungen nicht leisten können oder möchten. Besonders belastet fühlen sich chronisch Kranke, da sie regelmäßig auf die öffentliche Gesundheitsversorgung angewiesen sind“, so AK-Präsident Stangl.
Die AK fordert
Die Arbeiterkammer fordert deshalb eine gerechte, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für alle Oberösterreicher und die starke Verkürzung von Wartezeiten auf Leistungen der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Es brauche vor allem eine faire und transparente Terminvergabe bei geplanten Operationen.
Zudem müssten offene Kassenstellen dringend nachbesetzt und die Primärversorgungszentren ausgebaut werden, so die weitere Forderung der AK. Ein Rechtsanspruch solle die Versorgung durch einen Allgemeinmediziner sicherstellen.
Weiters fordert die Arbeitnehmervertretung, dass Versicherte den vollen Kassenarzttarif ersetzt bekommen, wenn sie zu einem Wahlarzt ausweichen, solange eine kassenärztliche Unterversorgung besteht.


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