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ST. JOHANN/WIMBERG. Radrennfahrer Rene Pammer aus St. Johann scheint dieses Jahr den Platz ganz oben am Podest für sich gebucht zu haben. Die Saison neigt sich dem Ende zu, auf Pammer warten in rund einem Monat mit der Staatsmeisterschaft in Königswiesen und der Weltmeisterschaft in Italien noch zwei Höhepunkte. Im Interview verrät er, was er sich dafür vorgenommen hat und warum es heuer so gut läuft.

Hat heuer gut lachen: Rene Pammer von der velo.crew PopaFlo (Foto. velo.crew)
Hat heuer gut lachen: Rene Pammer von der velo.crew PopaFlo (Foto. velo.crew)

Tips: Du hast in dieser Saison fast jedes Rennen gewonnen, bei dem du angetreten bist. Ist das deine perfekte Saison?

Pammer: Zumindest beinahe, aber eine perfekte Saison gibt es wohl nicht. Wenn die letzten Ziele noch klappen, bin ich jedenfalls sehr glücklich über die Saison.

Tips: Erzeugen die vielen Siege Druck oder lässt du dir da gar nichts dreinreden?

Pammer: Natürlich wird immermehr erwartet, aber ich versuche das als positiven Druck aufzunehmen.

Tips: Du hast beim Sauwald Bergsprint den Streckenrekord von Michael Gogl recht deutlich unterboten. Gogl ist ein Jahr danach bei Felbermayr gefahren und dann in die World Tour gewechselt. Stand bei dir jemals im Raum, das Radfahren professionell zu betreiben? Gibt“s Anfragen von Profiteams?

Pammer: Eigentlich war es nie mein Anspruch, weil ich es bewusst als professionelles Hobby betreibe und den Spaß dabei in den Vordergrund stelle. Auch wenn es hier immer wieder Versuche gibt, mich zu überreden.

Tips: Welche Trainingsumfänge fährst du während der Saison?

Pammer: Mit rund 14 bis 16 Stunden die Woche komme ich neben dem Vollzeitjob ganz gut durch. Auf das ganze Jahr aufgerechnet fahre ich etwa 18.500 Kilometer bzw. 700 Trainingsstunden.

Tips: Möchtest du das jetzige Level länger aufrecht erhalten oder ist das eher eine „Once in a lifetime“-Saison, um zu sehen, was möglich ist?

Pammer: Das lasse ich auf mich zukommen. Ich möchte aber eher weniger Rennen fahren und dafür gezielt größere, wie heuer zum Beispiel den Arlberg Giro.

Tips: Du hast über den vergangenen Winter noch einmal einen Leistungssprung gemacht. Empfindest du das selbst auch so? Worauf führst du das zurück?

Pammer: Das stimmt, das zeigen auch die Leistungsdaten ganz klar. Ich denke, ich habe hier einfach das nötige Gespür für ein effizientes und abwechslungsreiches Training. Möglicherweise spielen heuer auch Faktoren wie mentale Stärke und Motivation ebenfalls eine wichtige Rolle.

Tips: In gut einem Monat steigt in Italien die Rad-Weltmeisterschaft der Amateurfahrer, eine Woche zuvor sind die Staatsmeisterschaften auf der Straße. Was hast du dir für diese beiden Rennen vorgenommen?

Pammer: Nach bereits zweimal Staatsmeisterschafts-Gold (am Berg und im Einzelfahren, Anm.) wäre es bei der Staatsmeisterschaft natürlich die Krönung der Saison, dort auch den Straßentitel zu holen. Ein hoch gestecktes Ziel bei einem Kurs, auf dem einiges passieren kann. Bei der WM ist es schwierig einzuschätzen, wo man steht; ein Top-Ten-Platz wäre ein Traum.

Tips: Wie wird bei der WM gefahren: Sind die österreichischen Teilnehmer untereinander vernetzt und einigen sich auf einen Teamkapitän, für den sie fahren oder tut ihr euch vereinsweise zusammen?

Pammer: Es gibt natürlich schon den Teamgedanken. Nachdem heuer sehr viele Österreicher am Start sind, kann es sein, dass auch für zwei, drei Fahrer gefahren wird. Bei dem schweren Kurs ist das vermutlich aber so und so nicht ausschlaggebend.

Tips: Viele Flachpassagen gibt“s auf der WM-Strecke nicht. Ist das ein Kurs ganz nach deinem Geschmack?

Pammer: Auf jeden Fall. Mit 140 Kilometern und 4.000 Höhenmetern geht es kaum schwieriger. Nahezu ideal für mich, auch wenn das Rennen sehr lange und hart wird.

Tips: Hast du vorab einen Rennplan oder schaust du spontan, was im Rennen passiert?

Pammer: Da muss ich mich etwas überraschen lassen. Wie die WM 2018 gezeigt hat, sind solche Rennen unberechenbar.

Tips: Wie geht“s nach der WM weiter? Steht noch was an oder geht“s schon in die Off-Season?

Pammer: Grundsätzlich ist die Saison heuer sehr früh zu Ende, zwei, drei kleinere Rennen werden sich aber schon noch ergeben. Jedoch dann mehr als Spaßfaktor ohne Priorität.


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