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BEZIRK ROHRBACH. 1600 Einsprüche verhindern derzeit, dass beim Bau der Vierten Donaubrücke etwas weitergeht. Nach derzeitigem Stand schaut es aber so aus, dass im nächsten Jahr die Brücke über die Donau verlegt werden kann. Befahrbar soll sie 2019 sein. Erst dann kann auch das Projekt Mühlkreisbahn NEU in Angriff genommen werden.  

Noch haben die Arbeiten gar nicht begonnen, aber 2019 soll die Vierte Donaubrücke fertig sein - nach derzeitigem Stand der Pläne. Foto: Land OÖ

„Zwei Großbaustellen auf Straße und Schiene machen keinen Sinn und würden die Situation weiter zuspitzen“, ist LAbg. Georg Ecker (VP) überzeugt. Ohnehin ist die Lage angespannt: „Wir haben immer eine Vierte Donaubrücke gefordert, jetzt gibt es nur zwei. Aber die Einsprüche müssen erst abgearbeitet werden, damit die Ausschreibung für die Brücke erfolgen kann.“ Die aktuellen Pläne sehen vor, dass die seit vielen Jahrzehnten geforderte Donaubrücke 2019 befahrbar wird; 2020 soll dann auch die Ersatzbrücke für die abgerissene Eisenbahnbrücke fertig sein.

Bis dorthin heißt es also weiter, bitte warten und im Stau stehen. Auch wenn, so Ecker, einige Erleichterungen für die Pendler durchgesetzt werden konnten. Der Abgeordnete spricht damit die längeren Schranken-Öffnungszeiten an, das beidseitige Halte- und Parkverbot in der Rudolfstraße zu Spitzenzeiten, außerdem werde die Erweiterung der Autobahnbrücke um zwei Spuren erweitert.

Verkehrskonzept braucht Schiene und Straße

Bitte warten, heißt es auch bei der Mühlkreisbahn. Bevor nicht die Donaubrücke befahrbar ist (also 2019), wird hier nichts passieren. Eine endgültige Entscheidung, wie das künftige System überhaupt ausschauen wird, soll nach Vorliegen der von der FPÖ initiierten Vergleichsstudie im Herbst 2016 fallen. „Zumindest ab Kleinzell müssen wir die Bahn so schnell wie den Bus machen, damit sie von Pendlern auch genutzt wird. Denn das Nadelöhr Linz lässt sich über die neue Brücke nicht verbessern“, sagt Ecker. Er weiß, dass die Mühlkreisbahn, so wie generell der öffentliche Verkehr, nicht kostendeckend geführt werden kann - aber „vier Millionen Euro pro Jahr sind auch weiterhin durchaus vorstellbar und vertretbar.“ Dieser Betrag wird derzeit den ÖBB für den Betrieb der Regionalbahn bezahlt. Dazu sollen künftig natürlich die Mehreinnahmen durch zusätzliche Fahrgäste kommen. Und „wenn es wirtschaftlich tragbar ist, wollen wir die Mühlkreisbahn natürlich bis in den oberen Bereich aufrecht erhalten“, ergänzt der Rohrbacher Abgeordnete.

Klimafeindliche Straßen

Die Initiative „Verkehrswende Jetzt“ (ein Netzwerk von 18 Bürgerinitiativen) hat indes im Frühjahr eine Befragung von Landes- und Gemeindepolitikern durchgeführt, um zu erheben, welche Maßnahmen zur Senkung der klimaschädlichen Emissionen gesetzt werden. Denn der Autoverkehr hat in Österreich einen Anteil von fast 30 Prozent an der Verbrennung fossiler Energieträger. Die Rückmeldungen ergeben grob gesagt folgendes Bild: Man weiß, was notwendig wäre, um einen effektiven Beitrag gegen den drohenden Klimakollaps zu leisten– aber man tut es (noch) nicht - bzw tut das Gegenteil. „Die politisch Verantwortlichen wissen, dass endlich eine Verkehrswende weg vom Auto hin zum Öffentlichen Verkehr und zur sanften Mobilität erforderlich wäre, setzen jedoch nach wie vor auf die Förderung des Autoverkehrs, insbesondere durch die Ausbau von Megastraßenprojekten. Die geplanten Großprojekte, wie etwa die Westringautobahn mitten durch Linz oder der Bau von zusätzlichen Autobahn-Fahrbahnen über die Donau werden in keiner einzigen Stellungnahme auch nur ansatzweise in Frage gestellt“, kritisiert die Initiative. Viele Rückmeldungen würden zwar die Bedeutung des Öffentlichen Verkehrs sowie des Rad- und Fußgängerverkehrs hervorheben, doch „die Taten widersprechen zum Großteil diesen (Lippen-)Bekenntnissen“. 


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