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ROHRBACH-BERG. Die Verdienste von Frauen in der Wissenschaft rücken L'Oreal und Unesco mit einem Förderprogramm für aufstrebende Wissenschafterinnen in den Mittelpunkt. Eines dieser „For Women in Science“-Stipendien wird in wenigen Tagen an eine junge Grundlagen-Forscherin aus Rohrbach-Berg vergeben.
 

  1 / 2   Auf die Verdienste von Frauen für die Wissenschaft will das Förderprogramm von L'Oreal und Unesco hinweisen. Foto: Weihbold

Livia Tomova maturierte am Rohrbacher Gymnasium, ehe sie ihr Studium der Psychologie an der Universität Wien begann und mit der Promotion abschloss. Ihr Spezialgebiet ist die Kognitive Neurowissenschaft. Forschungsaufenthalte führten die 30-jährige, gebürtige Slowakin an die Uni Freiburg in Deutschland sowie an das MIT (Massachusetts Institute  of Technology) in den USA. Ihre Forschung, für die Livia Tomova jetzt mit einem Stipendium ausgezeichnet wird, beschäftigt sich mit den Effekten von akutem Stress auf soziale Kognition. „Stress ist omnipräsent und in unserer modernen Gesellschaft ständig im Steigen begriffen. Die weitreichenden Auswirkungen von Stress auf Gesundheit und diverse kognitive Prozesse, wie beispielsweise Aufmerksamkeit und Gedächtnis, sind gut dokumentiert. Hingegen gibt es nur wenig Wissen, wie sich Stress auf soziale Kognitionen und Emotionen, die dem Sozialverhalten zugrunde liegen, auswirkt. Dies zu erforschen hat große Relevanz, denn funktionierende soziale Interaktionen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens - sowohl in der Arbeitswelt als auch im privaten Bereich“, beschreibt die Neuro-Wissenschafterin. 

Ziel ihrer Forschung ist es, diese Lücke zu füllen und herauszufinden, wie sich „akuter Stress auf soziale Kognition und deren neuronale Mechanismen auswirkt.“ Tomovas Arbeit hat gezeigt, dass Stress einerseits hinderlich sein kann, indem er gewisse Fähigkeiten, wie etwa das Einfühlungsvermögen, vermindert. Andererseits gibt es Anzeichen dafür, dass Stress auch gewisse Aspekte von sozialen Interaktionen verbessert - wie beispielsweise die Emotions-Ansteckung. Darüber hinaus spielt das Geschlecht einer Person eine entscheidende Rolle für Effekte von Stress auf soziale Kognition: Frauen unter Stress können beispielsweise die Emotionen anderer Personen besser beurteilen als ohne Stress, während Männer unter Stress schlechter darin werden.

„Mithilfe des L“Oreal-Stipendiums kann ich die abschließenden Experimente für meine Forschungsarbeiten durchführen. Konkret ist geplant, mithilfe von funktioneller Magnetresonanz-Tomographie zu untersuchen, wie sich akuter Stress auf neuronale Muster während der Belohnungsverarbeitung auswirkt“, freut sich die Forscherin aus dem Mühlviertel über die finanzielle Unterstützung.

Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt

Am 7. November werden die L“Oreal Österreich-Stipendien in der Akademie der Wissenschaften in Wien zum zehnten Mal vergeben und damit wichtige Beiträge zum wissenschaftlichen Fortschritt ausgezeichnet. Mit den Stipendien werden Projekte aus unterschiedlichen Fachbereichen gefördert und dadurch wichtige Erkenntnisse über Vorgänge im menschlichen Körper und in der Natur gewonnen. Die Initiative möchte aber vor allem Rollenvorbilder schaffen und Nachwuchstalente ermutigen. L“Oreal beschäftigt als weltweit führendes Kosmetikunternehmen rund 4000 Mitarbeiter in der Forschung, 70 Prozent sind Frauen.


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