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ROHRBACH-BERG. Tips-Leserin Edith Fischer beobachtete in einem Supermarkt eine Szene, die sie dazu veranlasste, folgenden Leserbrief zu verfassen:

Symbolfoto: Weihbold
Symbolfoto: Weihbold

Ich muss über ein Geschehnis berichten, welches ich letzte Woche beobachten konnte und dieser Zeitepoche seinen wahren schauderhaften Stempel aufdrückt. Am Samstag ging ich in Rohrbach in einen Supermarkt einkaufen und konnte dabei folgendes miterleben: Eine Frau mittleren Alters wurde von einem etwa 30- bis 35-jährigen Mann laut und aggressiv angesprochen, sie sollte gefälligst und sofort eine Maske aufsetzen. Die Frau erwiderte ihm ruhig und höflich, dass sie aus gesundheitlichen Gründen von der Mundschutzpflicht befreit ist. Dies war dem halbstarken Zeitgenossen noch nicht genug und er pöbelte laut weiter, während die Frau ihren Einkauf tätigte.

Meine Frage: Wie weit sind wir gesunken, wenn ein Mensch ohne Belästigung und Schikane nicht mehr in Ruhe einkaufen kann?!? Ich habe mir während dieser Beobachtung nur gedacht, wenn dieser Denunziant einfach sein Maul halten könnte, dann gäbe es keine von ihm abgegebenen – durch seinen dünnen Mundschutz gehenden Aerosole in der Luft und keine Ansteckungsgefahr. Es ist österreichweit noch kein einziger Supermarkt geschlossen worden, obwohl täglich tausende Menschen dort verkehren, darunter auch einige vom Mundschutz befreite Mitmenschen, die sich aber dauernd dumm anreden und schikanieren lassen müssen.

Es ist beängstigend, wie sehr wir uns der Zeit vor 80 Jahren im Bezug auf das Denunziantentum angenähert haben. Die Welt ist zur Zeit mehr verseucht durch denunzierende Mitmenschen, als durch infizierte Aerosole. Ich fordere alle Ankläger und Denunzianten auf, bevor sie ihren Mund aufmachen, zuallererst ihren Verstand einzuschalten. Es ist doch das Mindeste, dass man jedem Mitmenschen Respekt zollt, ob er nun maskiert oder unmaskiert durchs Leben geht, aus welchen Gründen auch immer. Wir brauchen uns nicht als Richter aufzuspielen, denn die Geschichte zeigt eines immer wieder, nämlich die am lautesten schreien und anklagen bzw. denunzieren, haben selbst den meisten Unrat im Herzen.

von Edith Fischer aus Rohrbach-Berg


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Eleonore Jopp
Eleonore Jopp
03.09.2020 11:53

Denunziantentum 2020

Frau Fischer spricht mir aus der Seele. Es greift eine Kultur der Lüge und Verleumdung um sich, dass einem übel werden kann.

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Subhash
Subhash
02.09.2020 19:51

Danke für die Beobachtung!

Es gibt Leute, die alles tun, wenn es ihnen befohlen wird. Sogar, wenn es ihre Gesundheit beeinträchtigt. Ihre Obrigkeitshörigkeit ist unübertroffen. Manchen von ihnen ist sogar gleichgültig, was sie von der Obrigkeit halten, sie folgen immer, gleichgültig, ob die Anordnungen sinnvoll sind, ob sie legitim sind, ja, sogar gleichgültig ob sie verfassungskonform sind. Mit solchen Leuten ist natürlich kein demokratischer Staat zumachen, sie sind in der Diktatur aber gut aufgehoben. Ich danke jedenfalls für diesen Bericht, vielleicht denken manche doch daran, dass es sehr wohl Gründe geben kann, sich anders als die anderen zu verhalten.

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Eduard Schneeden
Eduard Schneeden
28.08.2020 07:24

"Vom Mundschutz befreit"...

Da hätte Sie aber eigentlich eine Bestätigung mithaben müssen. So sehr mich diese Dinger auch nerven, so nerven mich aber noch mehr die Leute, die wegen des kleinen Stofffetzerls, das gSie genau 10 min am Tag aufhaben müssen, so ein riesen aufhebens veranstalten. Wie deppert muss man sein um zum Arzt zu rennen und sich eine Befreiung dafür zu holen. Für Nix! Für 10 min. ein fetzerl vormk Mund. OMG! und Sie verteiduigen das dann auch noch.... Was für eine Welt!