Die Ungewissheit macht den Wirten am meisten zu schaffen
BEZIRK ROHRBACH. Klare Perspektiven braucht die Gastro-Branche, denn „für uns Wirte wird es wirklich schon zach“, sagt deren Sprecher Gerhard Trautner. Zum Teil geht es auch um Existenzen.

„Jeder wartet, dass es endlich losgeht, dass wir wieder Stress haben und für die Leute da sein können“, spricht Gerhard Trautner für alle Wirte, die schon seit Monaten zum Stillstand verdonnert sind. Zwar funktioniert der Abholservice teilweise ganz gut und auch die Gastro-Gutscheine sind „extrem viel gekauft worden“, aber das kann die normalen Öffnungszeiten natürlich nicht wettmachen. „Es geht teilweise an die Existenz, je länger es dauert“, sagt der Wirtesprecher, der so wie seine Kollegen auf eine baldige Öffnung hofft. „Jeder von uns steht zu den Vorschriften und Maßnahmen, aber langsam reicht es. Vor allem auch wegen der Widersprüche bei den Öffnungen, wächst der Unmut.“
Mit Schnelltest zum Wirt
Zum Reintesten wäre jeder bereit, fügt Gerhard Trautner hinzu. Darüber hinaus gibt es in der Gastronomie Präventionsmaßnahmen, die sich bewährt haben und die ein sicheres Öffnen gewährleisten würden.
Am 1. März will die Bundesregierung entscheiden, ob es vielleicht doch zu Öffnungsschritten vor Ostern kommt. Trautner ist überzeugt: „Die Leute warten schon darauf, wieder zusammenzusitzen und ein gepflegtes Bier trinken zu können.“ Allerdings ist da natürlich auch viel Ungewissheit – vor allem, ob Hochzeiten oder Veranstaltungen übernommen werden können; ob der Trend zu den „Garagenbieren“ und Privatfeiern auch wieder aufhört, wenn der Wirt offen hat; ob die Branche noch ausreichend Personal findet. „Kurzarbeit, wie wir sie hier im Stift Schlägl für alle haben, hat schon sehr geholfen“, sagt Trautner, denn es mangelt an Facharbeitern für die Gastronomie.
Mit Zuversicht in den Sommer
Auch bei den Nächtigungsbetrieben wartet man ungeduldig auf grünes Licht von der Regierung. „Mit der Wintersaison haben alle abgeschlossen, jetzt konzentrieren sie sich auf den Sommer und wollen mit Freude, frischem Wind und neuen Ideen in die Saison starten“, weiß Reinhold List, Geschäftsführer der Ferienregion Böhmerwald. Einige Betriebe hätten die Zeit genutzt, um zu investieren und zu sanieren, „nur wer ohnehin schon ans Aufhören gedacht hat, hat dies auch gemacht.“ Das Zermürbende sei die Ungewissheit, ergänzt er, „jetzt gibt es endlich ein Licht am Ende des Tunnels und wir können uns auf das Danach konzentrieren.“
Fokus auf den Heimmarkt
So wie im Vorjahr könnte es auch heuer ein Sommer ohne deutsche oder tschechische Gäste in der Region werden. „Wir konzentrieren uns bei der Werbung auf den österreichischen Markt, bieten aber auch coronabedingte Stornofreiheit an, um den Kunden Planungssicherheit zu geben“, berichtet List. Dennoch sei man zuversichtlich – nicht zuletzt aufgrund der Nächtigungszahlen aus dem Sommer 2020: Damals gab es im Juli und August mehr Nächtigungen als in diesen Monaten im Jahr zuvor – obwohl 2019 als Rekordsommer aufschien. „Wir wissen, dass die Touristen kommen werden, denn die Begehrtheit und Sehnsucht sind da.“


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