FPÖ-Bezirksparteiobfrau Ulli Wall: "Manchen sind wir nach wie vor ein Dorn im Auge"
HELFENBERG. Auf die politische Arbeit auf Bezirks- und Gemeindeebene konzentriert sich FPÖ-Bezirksobfrau Ulrike Wall, die im Landtag den Jungen den Vortritt lässt.

Wall geht in Helfenberg ins Rennen um den Bürgermeister-Sessel und ist damit eine von immerhin zehn Bürgermeister-Kandidaten der Freiheitlichen im Bezirk Rohrbach. „Wir haben in vielen Gemeinden unser Team verstärken können. Und dort, wo wir 2015 klein begonnen haben und teilweise Probleme hatten, Mandate zu besetzen, sind wir jetzt gut aufgestellt“, freut sich die Bezirksparteichefin – übrigens die einzige weibliche in Oberösterreich – über den starken Rückhalt und die gute Stimmung.
Mitarbeit und Kontrolle
„Alternativen bei einer Wahl gehören zur Demokratie“, bekräftigt Ulli Wall, „wir wollen konstruktiv mitarbeiten, uns einbringen, aber andererseits auch Kontrolle ausüben. Eigentlich soll Parteipolitik auf Gemeindeebene kaum eine Rolle spielen, aber gewissen Kreisen ist es nach wie vor ein Dorn im Auge, dass wir da sind. Das bestärkt mich dann umso mehr“, zeigt sich die Helfenbergerin kampfbereit. In vielen Gemeinden sind FPÖler schon im Vorstand vertreten, allerdings „trifft uns die Verkleinerung der Gemeinderäte in einigen Gemeinden massiv, weil das Mandat teurer wird“.
Zeit für Gespräche und Begegnungen
Auf jeden Fall hat Wall in ihrer Gemeinde eine „sehr aktive Ortsgruppe. Hausbesuche, die Verteilung von Gratiseis oder Schwimmnudeln – solche Aktionen kommen gut an. Die Leute schätzen es, wenn man sich Zeit nimmt – nicht nur kurz vor einer Wahl“, legt die 63-jährige Politikerin viel Wert auf Bürgernähe und Vertrauen. Die Begegnungen mit den Menschen seien wichtiger Teil ihrer Arbeit, und sie sind auch der Grund, warum ihr „Politik immer Spaß gemacht hat“.
Engagierte Sozialpolitikerin
Von Anfang an, also seit 2009, hat sie sich deshalb auch im Landtag im Sozialbereich engagiert. „Da sind viele Dinge umgesetzt worden“, nennt sie als Beispiel nicht ohne Stolz die Novelle bei der Mindestsicherung. Im Pflegebereich könne man aber noch nicht ganz zufrieden sein, fügt die FPÖ-Sozialsprecherin an: „Wir warten auf die Pflegereform des Bundes, aber da bewegt sich nichts. Und damit der pflegefreie Tag im Monat für Angehörige tatsächlich realisiert werden kann, braucht es einen Ausbau bei den mobilen Diensten und wir müssen bei der Tagesbetreuung einen Zahn zulegen.“
Das Modell der Seniorenbetreuung im Hansbergland nennt sie als positives Beispiel: „Hier sind wir auf gutem Weg und freuen uns über die Zusage vieler Ehrenamtlicher zur Unterstützung der Pflegefachkraft. Denn mit dem Tagesbetreuungsangebot in den Altenheimen stoßen wir an unsere Grenzen.“
„Als Frau muss man sich eine dicke Haut zulegen“
Bis zur Angelobung im Oktober wird Ulli Wall noch im Landtag bleiben. Hier hat sie immer das gute Arbeitsklima geschätzt. Dennoch habe sie sich als Frau eine dicke Haut zulegen und lernen müssen, manche Sachen wegzustecken. „Konfrontationen darf man nicht scheuen und als Freiheitliche wird man eher angegriffen“, gibt sie jungen Politikerinnen mit auf den Weg.
Als ebensolche soll ihr Stefanie Hofmann, Bürgermeister-Kandidatin in Klaffer, im Oö. Landtag nachfolgen. „Stefanie hat sich mit ihren 26 Jahren bereits Respekt verschafft“, ist Wall zuversichtlich, dass die neue FPÖ-Jugendsprecherin aus dem Bezirk Rohrbach kommt.


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