Juliana Hain liebt ihren Beruf, in dem sie ihre Kreativität voll ausleben darf
ST. MARTIN/HOFKIRCHEN. Juliana Hain (19) hat vor wenigen Tagen als Drittplatzierte bei den Skills Austria, einem österreichweiten Berufswettbewerb, auf sich aufmerksam gemacht. Als Steinmetzin bei Strasser Steine in St. Martin fühlt sie sich in ihrer männerdominierten Arbeitswelt pudelwohl.

Singen, Zeit mit ihren Neffen zu verbringen und den Musikverein in ihrer Heimatgemeinde Hofkirchen als Marketenderin zu unterstützen, macht Juliana in ihrer Freizeit Spaß – typisch Mädchen möchte man meinen, wäre da nicht ihr Beruf. Damen sind nämlich eher die Ausnahme unter Steinmetzen.
Auch bei Strasser Steine in St. Martin ist das so – eine einzige weibliche Kollegin findet sich in Julianas Team. Ihre Familie findet es toll, dass sie sich für einen Beruf entschieden hat, der nicht typisch für Mädchen ist, erzählt Juliana, die sich noch gut daran erinnert, wie es zu ihrer Berufswahl kam: „Meine Mutter und ich waren auf der Berufsmesse im Centro in Rohrbach und da schlug sie mir den Beruf vor. Nach dem Schnuppern wusste ich, das ist das Richtige für mich.“
2017 hat sie ihre Lehre begonnen und 2020 abgeschlossen. „Jetzt mache ich den Steinmetztechniker nach, was noch einmal ein Jahr Berufsschule bedeutet.“
Von Vor- und Nachteilen
Ob es für sie schwierig ist, sich gegen herkömmliche Klischees und Vorurteile im Beruf zu behaupten? „Naja, manchmal muss man unter Kollegen natürlich auch mal zurückmelden können, aber nachdem ich mir selten ein Blatt vor den Mund nehme, macht mir das wenig aus“, zeigt sich Juliana selbstbewusst.
Die manchmal fehlende körperliche Kraft, die schon öfter nützlich wäre, gleichen die Kollegen aber durch ihre Hilfsbereitschaft gerne aus. „Ich muss aber auch sagen, ich glaube, dass ich dafür beim Thema Gestalten oder Zeichnen vielleicht sogar einen kleinen Vorteil gegenüber meinen männlichen Kollegen habe.“ Die Gravur und Gestaltung von Grabsteinen sind ein wichtiger Hauptbestandteil ihres Jobs.
Überraschungserfolg
Der Erfolg bei den Skills Austria war für sie dennoch eine willkommene Bestätigung: „Ich war wirklich überwältigt, da ich wegen meiner Maturaprüfung ehrlich gesagt wenig Zeit zum Trainieren hatte und ich somit niemals damit gerechnet hätte, dass ich den dritten Platz erreichen könnte.“
Allen Mädels, die sich ebenfalls für einen ungewöhnlichen Beruf interessieren, rät sie: „Traut euch und denkt nicht zu viel darüber nach, was andere von euch denken könnten. Denn wenn euch diese Arbeit Spaß macht, wieso solltet ihr sie dann nicht zu eurem Beruf machen?“ Beruflich wird es für Juliana auf jeden Fall am eingeschlagenen Weg weitergehen: „Mir gefällt das Gravieren wirklich sehr und ich könnte mir vorstellen, das weiterhin zu machen. Aber wenn sich Aufstiegschancen ergeben, werde ich sie höchstwahrscheinlich auch wahrnehmen.“


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