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NIEDERWALDKIRCHEN. Schwein müsste man sein. Aber nur, wenn man in den neuen Stall am Biohof Steinmayr einziehen darf. Die jungen Biobauern Anneliese und Johannes Steinmayr haben in Niederwaldkirchen nämlich einen Holzbau hingestellt, in dem ein saufeines Leben gesichert ist.

  1 / 5   Anneliese und Johannes Steinmayr schauen darauf, dass es ihren Schweinderln und allen anderen Tieren auf dem Hof gut geht. (Foto: Biohof Steinmayr)

Die einen Schweinderln kuscheln sich in der sonnenbeschienenen Ecke gemütlich ins Stroh; andere nützen den reichlichen Auslauf zum Toben, Springen und Rennen; und die Kleinsten freuen sich gerade über frische Molke. Da geht‘s jedenfalls rund und in der Nacht hört man dann das laute Schnarchen der glücklichen Schweine.

40 Tiere leben seit Ende letzten Jahres hier. Damit ist der 400 m² große Biostall auch schon fast vollständig belegt. „Wir haben ein Gebäude errichtet, in dem es unseren Schweinen gut geht – das von Tierwohl-Aspekten und ökologisch vertretbar und ökonomisch sinnvoll ist“, fasst Johannes Steinmayr zusammen. Denn reine Freilandhaltung wäre wirtschaftlich schwierig und der Flächenverbrauch zu hoch.

Aus eigenem Holz und mit grünem Dach

Der Schweinestall wurde aus eigenem Holz errichtet. Um die Verbauung auszugleichen und neuen Lebensraum zu schaffen, wird das Dach begrünt. Das Dachwasser selbst wird über den Regenwasserschacht für die Schweinedusche und auch den Krautacker verwendet.

Resteverwerter

Mit einem Alter von zirka zwei bis drei Monaten ziehen die Ferkel von Christoph Krenn aus Ulrichsberg in ihr Zuhause in Niederwaldkirchen, wo sie heranwachsen. Die Steinmayrs setzen bei der Fütterung auf das Konzept „feed no food“. Heißt: „Unsere Schweine sollen nicht den Leuten das Essen streitig machen“, betont das engagierte Landwirte-Paar. Stattdessen werden Reststoffe verwertet – etwa die Molke vom Milchvieh-Biobetrieb Zauner oder der Presskuchen, der bei Farmgoodies bei der Ölproduktion übrigbleibt. Dazu kommen Gras, Silage und auch Getreide auf den Futtertisch. „Ohne Getreide geht es doch nicht, aber man kann schon viel ersetzen“, sagen die beiden.

Stressfreie Schlachtung

Nach etwa einem halben Jahr werden die Schweine dann direkt am Hof geschlachtet. Diese stressfreie Schlachtung ist nicht nur in der Fleischqualität messbar, sondern man schmeckt sie vor allem auch. Da wären wir dann beim Pig Coin – die Antwort der innovativen Landwirte auf die Teuerung. „Mit dem Pig Coin um 99 Euro sichert man sich ein Schweineprodukte-Paket zum frei wählbaren Termin, das bis Ostern 2023 von jeder Preiserhöhung ausgenommen ist.“ Die Schweine-Wertmünze gibt es allerdings nur in limitierter Auflage (Details unter www.bio-bauernhof.at).

Prosciutto auf Mühlviertler Art

Neu im Hofladen und auch in der Jausenstation am Hansberg, die am kommenden Sonntag (1. Mai, ab 13.30 Uhr) wieder aufsperrt, gibt es übrigens den „Mühsciutto“, einen besonders feinen, am Knochen luftgetrockneten Schweineschinken, der mindestens ein Jahr reift.


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