Ganze Berufsgruppen beim Pflegebonus vergessen

Martina Gahleitner Tips Redaktion Martina Gahleitner, 01.12.2022 06:47 Uhr

ROHRBACH-BERG. Massives Unverständnis herrscht im Klinikum Rohrbach, nachdem Bundesminister Rauch den Pflegebonus angekündigt hat. Denn einige Berufsgruppen werden bei dieser Bonuszahlung nicht berücksichtigt.

Nicht nur, dass von den groß angekündigten 2.000 Euro nur etwa 1.000 Euro bei den Pflegekräften angekommen , weil zusätzlich zu den Dienstnehmerbeiträgen auch die Dienstgeberbeiträge abgezogen werden – zudem wurden einige Berufsgruppen „offenbar vergessen“, kritisiert Christian Erlinger, Betriebsratsvorsitzender am Klinikum Rohrbach: „Alle Mitarbeiter, die in Pflege, Diagnostik und Therapie Tag für Tag wichtige Arbeit für und an den Patienten leisten, sollten vom Bonus im gleichen Umfang profitieren. Warum viele Berufsgruppen nicht dabei sind, ist völlig unverständlich und nicht nachvollziehbar.“ So wurden für den Pflegebonus weder Hebammen, Radiologietechnologen, Biomedizinische Analytiker, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Gips- und OP-Assistenten, Abteilungshelfer, Mitarbeiter im Patiententransport und Verwaltungsmitarbeiter berücksichtigt.

Direkter Patienten-Kontakt

Unverständlich ist, dass beispielsweise Hebammen keinen Bonus ausbezahlt bekommen. „Viel intensivere Pflege als die Betreuung einer Gebärenden während der Geburt ist kaum mehr vorstellbar. Es ist nicht nachvollziehbar, dass diesen Mitarbeiterinnen der Pflegebonus nicht zusteht“, zeigt Erlinger auf. „Auch Radiologietechnologen arbeiten täglich direkt mit und an den Patienten. Sie machen radiologische Untersuchungen, helfen beim An- und Ausziehen, beim Toilettengang und lagern immobile Patienten um“, beschreibt Gerald Pusch, Radiologietechnologe am Klinikum Rohrbach. Ebenso ist das technische Betriebspersonal unabkömmlich. Ohne sie gebe es keine Strom-, Wasser- und Heizungsversorgung des Klinikums. Ohne Küchenmitarbeiter keine Patientenverpflegung, ohne Reinigungskräfte keine Sauberkeit vom Operationssaal bis zur Eingangshalle.

Klinikum als Einheit sehen

Für den Betriebsrats-Vorsitzenden zeigt die Bonus-Verteilung „mangelnde Wertschätzung für die nicht berücksichtigten, im Klinikalltag ebenfalls unabkömmlichen Berufsgruppen.“ Erlinger würde sich in Zukunft wünschen, dass ein Gesundheitsbetrieb wie das Klinikum als Ganzes betrachtet wird und „endlich dieses Auseinanderdividieren der unterschiedlichen Berufsgruppen aufhört.“ Physiotherapeut Gunther Mittermayr pflichtet ihm bei: „Die Rekrutierung künftiger Mitarbeiter besonders für die im Pflegebonus nicht berücksichtigten Bereiche wird künftig nicht einfacher werden. Die Attraktivität der im Pflegebonus vergessenen Berufsgruppen ist damit nur schwer zu halten.“

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Kommentare

  1. Manfred D.
    Manfred D.01.12.2022 21:36 Uhr

    Ach unsere korrupten Versager - Hauptsache die großen Konzerne werden gut unterstützt



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