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SCHÄRDING. Der Flüchtlingszustrom nach Österreich ist ungebrochen. Viele der Flüchtlinge kommen mittels Schlepper ins Land. Dabei gehen die Schlepper skrupellos vor. Sind sie erst einmal über der Grenze, setzen sie die mittellosen Flüchtlinge oft einfach am Straßenrand oder auf der Autobahn aus. Auch im Bezirk Schärding werden immer wieder solche Fälle gemeldet.

Das Landeskriminalamt befasst sich mit der Schlepperbekämpfung. Foto: Weihbold
Das Landeskriminalamt befasst sich mit der Schlepperbekämpfung. Foto: Weihbold

„Erst ab Juni 2015 machten die Schlepper von dieser Variante vermehrt Gebrauch. So wurden gesamt rund 80 Personen an Straßen im Bezirk aufgegriffen, nachdem sie von den Schleusern im Grenzbereich ausgesetzt worden waren“, so Chefinspektor Erwin Eilmannsberger vom Bezirkspolizeikommando Schärding. Ausschlaggebend dafür ist, ob die Vorausfahrzeuge „reine Luft“ im Bestimmungsland Deutschland melden. Das heißt, ist im Grenzbereich mit Polizeikontrollen zu rechnen oder nicht.Aufgegriffene FlüchtlingeStellt sich die Frage, was mit diesen Flüchtlingen passiert. „Im Bezirk aufgegriffene Flüchtlinge werden zur Asyl-Supportstelle-Dienststelle der Polizei – in unserem Falle die Polizeiinspektion Schärding – gebracht. Unter Beiziehung eines Dolmetschers werden sie zu den Gründen ihrer Flucht ausführlich befragt. Zudem erfolgt eine erkennungsdienstliche Behandlung, um abzuklären, ob sie schon in einem anderen EU-Land erfasst worden sind. Schließlich werden diese Personen mit Dienst-Kfz zur Erstaufnahmestelle (EASt/West) St. Georgen i. A. oder einer ähnlichen Unterkunft verbracht“, erklärt Eilmannsberger.Schlepper dingfest machenUm den Schleppern auf die Spur zu kommen, setzt die Polizei verschiedene Maßnahmen. Bei den Einvernahmen zu den einzelnen Schleusungen wird versucht, Ermittlungsansätze zur Schlepperbekämpfung zu erhalten. Im Speziellen befasst sich das Landeskriminalamt – Ermittlungsbereich Menschenhandel – mit dieser Thematik. „Organisierten Schleppern kann nur in internationaler Zusammenarbeit mit anderen Staaten entgegengewirkt werden“, stellt Eilmannsberger klar. Informationen zu den Schleppern selbst erhält die Polizei von den Flüchtlingen jedoch kaum. Die Aussagen beschränken sich meist auf das Geschlecht, Route und insbesondere den zu leistenden Betrag. Deshalb hofft die Polizei auch auf die Unterstützung der Bevölkerung: „Sollte die Bevölkerung eventuelle Schleppertätigkeiten beobachten, so wäre das Notieren z. B. etwaiger Kfz-Kennzeichen von unumgänglicher Notwendigkeit. Wird dieses dann zeitnah an die Bezirks-Leitzentrale – 133 – weitergeleitet, könnte mancher Schlepper im Zuge der folgenden zielgerichteten Fahndung dingfest gemacht werden“, ist sich Chefinspektor Eilmannsberger sicher.


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