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SCHÄRDING. Seit 31. Oktober steht das Notzelt für Flüchtlinge in Schärding. Schon im Vorfeld taten die Stadtvertreter ihren Unmut über den Standort kund. Wirtschaftliche Einbußen, ein Schaden für den Tourismus, Gefährdung der Arbeitsplätze, so die Argumentation dagegen. Und so dauerte es nicht lange, bis die ersten Gerüchte die Runde machten.

Die Gerüchte um die Flüchtlinge in Schärding reißen nicht ab.
Die Gerüchte um die Flüchtlinge in Schärding reißen nicht ab.

Das Zelt ging an einem Samstagabend in Betrieb, bereits am darauffolgenden Montagfrüh seien die Umsätze des angrenzenden Sparmarktes eingebrochen. Auch die NKD-Filiale würde geschlossen werden. Auf Facebook waren Kommentare wie „Jetzt kann man dort nicht mehr einkaufen gehen“ zu lesen. Ebenso sollen sich die Flüchtlinge in den Geschäften ihre „Taschen vollpacken“ ohne anschließend zu bezahlen. Aber was ist dran an den Gerüchten? Spar-Marketingleiterin Anna-Sophie Jetschgo beurteilt diese Aussagen als „Kindereien“ und „absolut falsch“. Es gab keinen Ladendiebstahl. „Wir verzeichnen weder Umsatzeinbußen noch eine Umsatzsteigerung. Auch lassen sich keine wesentlichen Veränderungen betreffend der Kundenfrequenz feststellen“, erklärt Jetschgo und gibt an, dass die Mitarbeiter in Schärding schon mal Aussagen wie „Wieso lassen Sie zu, dass die Menschen (die Flüchtlinge, Anm.,) bei euch einkaufen?“ zu hören bekommen. Elfriede Bernecker, NKD-Filialleiterin in Schärding, berichtet, dass seither mehr Leute einkaufen kommen. „Der Großteil der Flüchtlinge ist sehr freundlich, sagt bitte und danke. Wir haben zu keinem Zeitpunkt Angst gehabt“. Laut Bernecker wird viel Winter- und Kinderbekleidung gekauft. An den Gerüchten, dass die NKD-Filiale schließen würde, sei überhaupt nichts dran.

Durchaus negative Folgen hat das Transitzelt für die Firma ct-t, die sich auf Farben und Lacke spezialisiert. „Unser Bar-Geschäft ist um 50 Prozent zurückgegangen“, erklärt Geschäftsführer Peter Madritsch, „viele Kunden denken sich“ da gehe ich nicht rein, wenn ich mich vorher bei 200 Flüchtlingen vorbeizwängen muss. Zurzeit können wir den Standort noch halten, da ein Großteil unseres Geschäftes über Telefon oder E-Mail abgewickelt wird. Wir hoffen natürlich, dass wir nicht die Notbremse ziehen müssen.“


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Sabrina Lang
Sabrina Lang
17.11.2015 12:33

Gerüchte

Die ungenießbaren Menüs der Gerüchteküche: Da könnte einem schlecht werden. Die oft mehrgängigen Menüs, die die Gerüchteküche fabriziert, sind durchwegs ungenießbar. Während als Vorspeise ein Ladendiebstahl serviert wird, folgen als Hauptgang Flüchtlinge, die die Geschäfte stürmen und sich die Taschen vollstopfen. Als Nachspeise wird eine Belästigung beim Einkaufen durch dieselben kredenzt. Die Gerüchteküche brodelt und viele Menschen bedienen sich ihrer Menüs ohne nach den Inhaltsstoffen zu fragen. Wenn Geschäfte durch das Zelt Einbußen verspüren, sind daran keineswegs die Flüchtlinge schuld, sondern alleine die Menschen, die dort nicht mehr einkaufen gehen. Vielleicht, weil sie zuvor einen schlechten „Ohrenschmaus“ genossen haben.

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Karl jun. Grabmann
Karl jun. Grabmann
17.11.2015 23:57

Super Kommentar!

Genauso würde ich das auch sehen!

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