"Der Sandmann": Susann Anders zeigt in ihrem neuen Buch die grausame, aber menschliche Seite eines Mörders
SCHÄRDING. Als Susanne Klaffenböck-Pointecker in ihrem Debütroman „Die Bürde der Schatten“ (2012) das dramatische Schicksal ihrer Großmutter zu Papier gebracht hat, hat sie ihre Freude am Schreiben entdeckt. Und so präsentiert die Schärdingerin nun stolz ihr zweites Werk: „Der Sandmann – Die tödliche Spur des Adolf Seefeldt“.

Tips: „Der Sandmann – Die tödliche Spur des Adolf Seefeldt“ – so der Titel Ihres neuen Buches. Hält dieser, was er verspricht?
Susanne Klaffenböck-Pointecker: Eine gute Frage, die letztendlich der Leser beantworten muss. Ich kann dazu nur sagen, dass ich wahnsinnig viel Spaß beim Schreiben dieses Buches hatte – auch wenn das Thema grundsätzlich ein ernstes ist.
Tips: Wovon handelt der Roman?
Klaffenböck-Pointecker: Adolf Seefeldt war ein reisender Uhrmacher, auf dessen Konto nachweislich die Leben von zwölf Kindern gingen. Die geschätzte Dunkelziffer geht allerdings in die Hunderte. Das Skurrile an den Morden war und ist, dass man keine Todesursache der Kinder feststellen konnte. Bis heute ist ungeklärt, wie Seefeldt die Morde begangen hat. In meinem historischen Kriminalroman erzähle ich eine mögliche Wahrheit über Seefeldts Denken und Handeln. Freilich habe ich eine aufwändige Recherche betrieben, aber die teilweise dürftigen Überlieferungen galt es mit Gefühl und Fantasie zu füllen. Entstanden ist ein Portrait, das die grausame, aber auch die menschliche Seite eines Mörders darstellt.
Tips: Im Gegensatz zu Ihrem Debütroman „Die Bürde der Schatten“, in dem Sie eine Liebesgeschichte erzählen, ist Ihr neues Werk ein Kriminalroman. Welche Zielgruppe spricht das Buch an?
Klaffenböck-Pointecker: „Der Sandmann“ erzählt den Werdegang, den Leidensweg und den Zwiespalt eines Mörders. Die Zielgruppe kann man meines Erachtens ziemlich weit fächern: Zum einen spricht das Buch Krimi-Leser an, zum anderen aber auch Leser von historischen Biographien. Leser meines ersten Buches „Die Bürde der Schatten“ möchte ich allerdings vorwarnen: Dieses Mal handelt es sich um keine Liebesgeschichte mit Happy-End.
Tips: Verarbeiten Sie darin auch persönliche Erfahrungen?
Klaffenböck-Pointecker: Da kann ich nur sagen: Zum Glück nicht. Ich habe aber versucht, mich sehr stark auf den Menschen Adolf Seefeldt einzulassen, um ihn glaubhaft darstellen zu können. Deshalb war mir auch wichtig, die Erlebnisse aus seiner Kindheit offenzulegen. Und wenn ein Leser am Ende des Buches Mitleid für den Kindermörder Seefeldt empfinden kann, dann wäre das eines der größten Komplimente.
Tips: „Der Sandmann“ ist im Mai als erstes von acht eBooks erschienen. Wo sehen Sie die Chancen dieses neuen Mediums?
Klaffenböck-Pointecker: Ich bin nicht blauäugig und weiß, dass es grundsätzlich besser wäre, wenn man beide Varianten anbieten könnte: das gedruckte Buch und das eBook. Dennoch freue ich mich, dass ein deutscher eBook-Verlag an mich glaubt und möchte mich gerne überraschen lassen, wohin es mich treibt. Ich würde mich freuen, wenn sich die Schärdinger nicht vom eBook-Format abschrecken lassen und dem Fortschritt eine Chance geben.
Tips: Wann erscheint Ihr nächstes Buch?
Klaffenböck-Pointecker: Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich schreiberisch für die nächsten vier Jahre ausgebucht bin. Halbjährlich erscheint ein neues Buch aus meiner Tastenfeder, wobei die Inhalte und die Reihenfolge vertraglich vereinbart sind. Das Nächste wird im November das Licht der eBook-Welt erblicken. Es wird das Portrait einer Giftmörderin – mehr möchte ich aber noch nicht verraten. Nur so viel noch: Das war´s dann schon mit der Morderei.
Tips: Lesen Sie selbst lieber klassische Bücher oder eBooks?
Klaffenböck-Pointecker: Zugegeben habe ich mich lange gegen einen eReader gesträubt und war der Meinung, dass er nie und nimmer ein „echtes“ Buch ersetzen kann. Die Neugierde hat dann aber doch gesiegt – zum Glück. Er bietet viele Vorteile, die ein Print-Exemplar nie bieten könnte. Vor dem Strand-Urlaub zum Beispiel genügen ein paar Klicks und ich kann im kleinsten Format zig Bücher mitnehmen. Trotzdem liebe ich gedruckte Bücher und könnte nie zur Gänze darauf verzichten.
Tips: Eine Frage zum Abschluss: Warum schreiben Sie nun unter dem Pseudonym Susann Anders?
Klaffenböck-Pointecker: Wenn man Klaffenböck-Pointecker heißt, dann bleibt eigentlich keine andere Wahl, als ein Pseudonym, das wurde mir ganz schnell bewusst. Unter anderem Namen schreibe ich sicher nicht, weil ich mich verstecken möchte, sondern weil ich mir von Susann Anders eine größere Reichweite erhoffe. Ob mein Plan aufgeht, wird sich zeigen.


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