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Biologische Vielfalt wird am Hof von Johann und Christine Penzinger aktiv gelebt

Elena Auinger, 25.05.2021 10:40

ESTERNBERG. Österreichs Bauernfamilien sind Wegbereiter – der Schutz von biologischer Vielfalt und des Klimas ist nur mit ihnen möglich. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben der Österreichische Bauernbund und die Landwirtschaftskammern das Biodiversitäts- und Klimaprogramm 2030 erarbeitet. Der oberösterreichische Bauernbund unterstützt diesen Vorstoß und zeigt mit seinen Bauern, wo und wie Biodiversität gelebt wird. Einer dieser bäuerlichen Bio-Betriebe ist jener von Familie Penzinger.

  1 / 3   Schärdings Bauernbundobmann Peter Gumpinger besuchte den Bio-Bauernhof von Johann und Christine Penzinger in Esternberg. (Foto: privat)

Biodiversität ist ein etwas sperriger Begriff für einen so natürlichen wie auch leider gefährdeten Zustand der Umwelt. Dabei ist seine Übersetzung denkbar einfach: Biodiversität heißt Vielfalt des Lebens (griechisch bios = das Leben, lateinisch diversitas = Vielfalt).

Sorgsamer Umgang mit der Natur

Spricht man also von „biologischer Vielfalt“ oder „Vielfalt des Lebens“, wird die Verbindung zur Landwirtschaft gleich viel klarer. Denn wer sonst als die Bauern sind darauf angewiesen – ihre Existenz und ihr Erfolg sind von der biologischen Vielfalt abhängig. Aber: „Der Reichtum an Lebensmitteln und Lebensräumen mit ihren Tieren und Pflanzen ist auch das Resultat harter bäuerlicher Arbeit und des sorgsamen Umgangs der Bäuerinnen und Bauern mit der Natur“, sagt Bauernbund-Landesobmann Max Hiegelsberger, „modern ausgedrückt könnte man von einer klassischen Win-win-Situation sprechen.“

Um Biodiversität und Klima auch künftig zu schützen – und die Bauern als Teil der Lösung zu verankern – haben der Österreichische Bauernbund und die Landwirtschaftskammern ein „Biodiversitäts- und Klimaprogramm 2030“ erarbeitet. Die Schwerpunktthemen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Energie, Jagd und Fischerei werden dabei in den Fokus gerückt.

Beispiele aus der Praxis

Wie sehr die Bauern Biodiversität leben, zeigt der OÖ Bauernbund mit Beispielen aus der Praxis. „Biodiversität und Landwirtschaft geht nur Hand in Hand. Wir brauchen die Vielfalt der Natur und mit unserer nachhaltigen Bewirtschaftung erhalten wir diese Vielfalt auch für unsere Kinder und Enkelkinder. Wenn wir Lösungen und Zukunftswege in puncto biologischer Vielfalt oder Nutzung von Kulturlandschaften wollen, müssen wir mit den Bäuerinnen und Bauern reden und das der Gesellschaft vermitteln“, erklärt Bauernbund-Bezirksobmann Peter Gumpinger.

Sauwaldsaft aus Esternberg

Gumpinger hat dazu kürzlich den Betrieb von Christine und Johann Penzinger in Esternberg besucht. Familie Penzinger bewirtschaftet einen Bio-Betrieb mit Mutterkuhhaltung und Obstverarbeitung. Ein Hauptaugenmerk liegt bei ihnen in der Energieautarkheit, das heißt Strom wird auf den eigenen Dächern mittels Fotovoltaik-Anlage produziert, sowie Wärmegewinnung für die Safterzeugung mit den selber produzierten Hackschnitzeln aus ihrem Wald. Zusätzlich ist es ihnen wichtig, alte Obstsorten zu schützen; die Bestäubung übernehmen die Bienen der eigenen Bienenstöcke.

Kreislauf schließt sich

„Wir mähen unsere Wiesen nur dreimal im Jahr. Damit ist gewährleistet, dass der Samen von den Blumen abfällt. Wir haben keine Äcker, sondern Streuobstwiesen. Das Bestäuben dieser Obstbäume erfolgt unter anderem durch die Bienen unserer fünf Bienenstöcke. So entsteht ein perfekter Kreislauf“, erklärt Christine Penzinger auf Anfrage von Tips. Christine und Johannes Penzinger betonen: „Biodiversität wird bei uns aktiv gelebt.“ Das Obst verarbeiten die Penzingers im Herbst zu Säften und Most. Außerdem bietet die Familie auch Lohnverarbeitung an. „Seit zwölf Jahren kann man zu uns sein eigenes Obst zum Pressen bringen. Das wird von Jahr zu Jahr besser angenommen. Jeder bekommt Saft von seinen eigenen Äpfeln oder Birnen“, so Christine Penzinger. Auch Schulen wie die Fachschule Andorf nehmen dieses Angebot an und so haben die Schüler ihren eigenen Schulsaft.

Neben der Obstsaft- und Mosterzeugung betreiben die Penzingers auch noch Mutterkuhhaltung. „Wir sind ein Nebenerwerbsbetrieb und möchten nicht von der Milchwirtschaft abhängig sein. Die Mutterkuhhaltung erleichtert unsere Arbeit. Zweimal im Jahr wird bei uns geschlachtet. Für das Fleisch haben wir schon unsere fixen Abnehmer“, erklärt Christine Penzinger.

Auf seine Bauern stolz ist Bauernbund-Bezirksobmann Peter Gumpinger: „Die Bäuerinnen und Bauern in unserem Bezirk arbeiten in und mit der Natur, denn erst durch aktive Bewirtschaftung lassen sich Lebensräume und Arten schützen und erhalten.“


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Dan Brooklyn
Dan Brooklyn
26.05.2021 01:31

Tips

Roboter sind die Zukunft jeder Branche und die Pandemie ist ein Beweis dafür. Ich bin sehr beeindruckt von der Mission des Unternehmens https://slopehelper.com/ „Keine Hände mehr in der Landwirtschaft“