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Kunst auf Leder - 85-Jährige stellt einzigartige Taschen in Handarbeit her

Alexander Kobler, 21.05.2024 08:00

Fine Schmidseder in ihrem Taschen-Atelier in Kopfing (Foto: Tips/Kobler)
Fine Schmidseder in ihrem Taschen-Atelier in Kopfing (Foto: Tips/Kobler)

KOPFING. In diesem Jahr feierte Fine Schmidseder ihren 85. Geburtstag. Während andere Senioren in diesem Alter ihren Ruhestand genießen, kommt das für die rüstige, gebürtige Esternbergerin überhaupt nicht in Frage. Mit großer Leidenschaft, Talent und Fleiß vertreibt sie nach wie vor ihre weit über den Bezirk hinaus bekannten „Kopfinger Taschen“.

Diese bestechen vor allem durch ihre Einzigartigkeit, das Design und ihre Langlebigkeit. Zunächst hatte Schmidseder die Taschen-Manufaktur mit ihrem Mann Karl betrieben, seit dieser vor zwei Jahren verstorben ist, steht sie immer noch täglich in ihrem Atelier und der angeschlossenen Werkstatt. Beide hatten früher in einer Schuhfabrik gearbeitet. Das Besondere an diesen in Handarbeit gefertigten Ledertaschen ist der einzigartige, schräge Verschluss, daher auch der Name „Tasche mit der Lasche“. „Die allererste Tasche war eine Pausentasche für den Kindergarten für unsere Nichte“, erinnert sich die 85-Jährige.

Talent schon früh entdeckt

Das künstlerische Talent liegt in der Familie, schon der Ur-Urgroßvater war ein Kunstmaler. Los ging es mit den „Kopfinger Taschen“ 1990 nach der krankheitsbedingten Pensionierung. Weil Schmidseder das Arbeiten aber immer schon gewohnt war, kam für sie ein ruhiger Ruhestand keinesfalls in Frage. Schon als Kind gestaltete sie Plakate und entdeckte ihr künstlerisches und zeichnerisches Talent. Die erste Taschen verschenkte Schmidseder noch, erst ihre Schwester entdeckte die Marktlücke für die besonderen Taschen aus dem Sauwald.

Neben ihrer Leidenschaft für die Handtaschen verbringt Schmidseder viel Zeit in ihrem Garten mit 24 Obstbäumen, mit ihren Kinder, Enkeln und Ur-Enkeln und liebt das Reisen. Auch das Zeichnen und illustrieren liegt ihr im Blut.

Unikate auf Kundenwunsch

Monetäre Ziele verfolgt die Kopfingerin, die jedes Jahr noch alleine auf Kunstmessen fährt, mit ihren Taschen weniger, ihr geht es vielmehr um Verwirklichung. „Ich kann mich hier tatsächlich verwirklichen und ausleben, was ich in meinem vorherigen Beruf nicht machen konnte.“ Der Großteil der Taschen entsteht auf Auftrag von Kunden, die sich das Design und die individuelle Gestaltung aussuchen können. Die Taschen sind ausnahmslos Unikate, keine Tasche gibt es zweimal. Die Verzierungen reichen von Bemalung über Münzen bis hin zu einer Österreich-Tasche.

Patent auf Machart

Für die besondere Machart der Taschen hat Schmidseder auch ein Patent erhalten, was die Kombination aus Holz und Leder betrifft. Für sie sei immer klar gewesen, „man muss sein Talent auch nutzen und einsetzen“. Wie viele Taschen sie bisher hergestellt hat, kann die 85-Jährige nicht genau sagen, es könnten aber schon rund 5.000 gewesen sein. Die Preisspanne der Taschen liegt zwischen 180 und 800 Euro. Für eine Tasche benötigt Schmidseder rund 16 Stunden Arbeitszeit. Auch Tochter Anita Hanseder ist vom Antrieb und der Fitness ihrer Mutter begeistert. „Es ist unglaublich wie Mama alles noch macht, auch mit Internet, Smart Phone, Videos und WhatsApp“.

Ans Aufhören denkt die 85-Jährige sowieso noch nicht. „Ich werde es noch weitermachen, solange ich noch gesund und fit bin. Bei den Messen bin ich natürlich die älteste Ausstellerin, solange die Selbstständigkeit aber noch da ist, will ich anderen eine Freude machen.“ Sie vermutet, dass sie wahrscheinlich auch durch die tägliche Arbeit körperlich und geistig noch so fit ist.

Wer mehr über die Taschen wissen will, findet die Infos unter www.kopfinger-tasche.at


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24.05.2024 12:24

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