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"Eine Führungsposition in der Pflege erfordert sowohl Fachwissen, als auch Empathie und Führungsstärke"

Alexander Kobler, 11.11.2024 08:00

SCHÄRDING/KOPFING. Seit 2012 ist Martina Bruckner Pflegedirektorin am Klinikum Schärding. Zuvor absolvierte sie ihre umfangreiche Ausbildung, ihr Studium und zahlreiche Fortbildungen. Mit Tips sprach die Führungskraft über ihren Werdegang, den Stellenwert der Pflege und über Kraftquellen in einem oft fordernden und stressigen Alltag.

Martina Bruckner ist seit 2012 Pflegedirektorin am Klinikum Schärding. (Foto: Privat)
  1 / 7   Martina Bruckner ist seit 2012 Pflegedirektorin am Klinikum Schärding. (Foto: Privat)

Erst vor wenigen Tagen, am 9. November, hat Martina Bruckner ihren 50. Geburtstag gefeiert. Für sie auch ein Moment des Innehaltens und Reflektierens: „Ich bin glücklich verheiratet, wir haben drei wunderbare Kinder und leben in Kopfing, wo wir als Familie zusammen mit meiner Mutter und unserer Katze unseren Lebensmittelpunkt gefunden haben“, erzählt sie. Ihre berufliche Reise, die sie in die Pflege führte, begann 1994 mit der Matura in Wien, bevor sie 1997 ein Diplom in Gesundheits- und Krankenpflege ablegte. Nach einer Station in einem Klinikum in Wien führte sie ihr beruflicher Werdegang schließlich 2003 nach Oberösterreich, wo sie begann am Klinikum Schärding zu arbeiten. Ein Studium der Pflegewissenschaft sowie regelmäßige Fortbildungen ermöglichten Bruckner in der Folge, stets auf dem neuesten Stand der Entwicklungen in der Welt der Pflege zu bleiben.

Offener und enger Austausch als Basis

Nachdem Bruckner zunächst die Bereichsleitung für die Pflege der internen Abteilungen übernommen hatte, wurde sie 2011 zunächst stellvertretende Pflegedirektorin, bevor ein Jahr später dann der Aufstieg zur leitenden Pflegedirektorin folgte. Ein typischer Arbeitstag im Klinikum startet für die 50-Jährige in der Regel mit einem Überblick über die bevorstehenden Aufgaben, dabei ist die Liste meist lang und abwechslungsreich. In Besprechungen werden unter anderem strategische als auch organisatorische sowie personelle Themen behandelt. Oft ergeben sich auch Situationen, die sehr kurzfristig gelöst werden müssen. Dabei schätzt sie vor allem den offenen und engen Austausch mit ihrem Team. „Die Zusammenarbeit im Team macht die tägliche Arbeit nicht nur effektiv, sondern auch erfüllend.“

Fachlich kompetent und menschlich nah

Eine der schwierigsten Aufgaben in ihrem Job sei es, den täglichen Betrieb im Klinikum aufrechtzuerhalten, gerade in Zeiten von hohen Personalausfällen, einem hohen Patientenaufkommen oder auch einer steigenden Komplexität der Pflegefälle. Besonders wichtig sei dabei, auf ein gutes Betriebsklima zu achten. „Für mich als Führungskraft ist es besonders wichtig, Prioritäten zu setzen, zuzuhören und unter Druck rasch praktikable Lösungen zu finden“, so Bruckner. Trotz der vielen Herausforderungen sei es für sie gleichzeitig auch eine Chance, die Pflege so innovativ zu gestalten und dadurch wirksam zum Wohl der Patienten und des eigenen Teams beizutragen. Pflege bedeutet für Bruckner vor allem eines, „für Menschen da zu sein und zwar fachlich kompetent und menschlich nah“.

Nach einem langen Arbeitstag kann die Kopfingerin am besten im Kreise ihrer Familie abschalten. „Diese gemeinsamen Momente geben mir Kraft.“ Sie macht dabei gerne gemeinsame Ausflüge, Rad- oder Motorradtouren, geht im Winter Skifahren und auch Familien-Urlaube geben ihr die nötige Balance und Energie, um die Akkus wieder aufzuladen.

Alltägliche Dinge als Bestätigung

Ein bestimmtes Highlight aus ihrer bereits langen Tätigkeit in der Pflege herauszugreifen fällt ihr schwer, vielmehr seien es die alltäglichen Momente wie das Dankeschön eines ehemaligen Patienten oder die Freude, wenn sie Fortschritte und Erfolge der Menschen miterleben darf. „Solche Erlebnisse zeigen mir immer wieder, wie wertvoll und sinnstiftend unser Beruf ist“, freut sich die dreifache Mutter. Gerade diese sinnstiftende Facette und auch die kontinuierlichen Entwicklungswege machen die Tätigkeit in der Pflege für Bruckner zu einem einzigartigen und faszinierenden Beruf.

Pflege bietet viele berufliche Entwicklungsschritte

An der Berufssparte schätzt die 50-Jährige auch die Vielzahl an Entwicklungsmöglichkeiten und Tätigkeiten, die man nach der Ausbildung oder dem Studium ergreifen kann. „Es ist eine spannende Reise, auf der man seine beruflichen Stärken entdeckt und in verschiedenen Richtungen wachsen kann, sei es in der direkten Pflege, in der fachlichen Spezialisierung oder in einer leitenden Position.“ An ihrer Rolle als Pflegedirektorin begeistert sie vor allem die Vielseitigkeit ihrer Tätigkeit und die Möglichkeit, wirklich etwas bewegen zu können. Die positive Rückmeldung von Kollegen und Patienten bestärkt sie darin, dass sie alle gemeinsam im Schärdinger Klinikum auf dem richtigen Weg sind. Auf die Frage, was man als Führungskraft in der Pflege mitbringen sollte, antwortet Bruckner unter anderem mit den Begriffen Fachwissen, Empathie und Führungsstärke. Weil es der Berufsalltag laufend erfordert, seien außerdem unter anderem auch noch Belastbarkeit und Flexibilität unerlässlich.

Gerade auch die Corona-Pandemie hat bei vielen Pflegekräften ihre Spuren hinterlassen. Das Klinikum Schärding hat laut Bruckner das Glück, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Für die Zukunft bleibt es wichtig, an der eigenen Schule weiterhin Pflegekräfte ausbilden zu dürfen. Jedes Jahr schließen hier viele PflegefachassistentInnen ihre Ausbildung ab. Wünsche an die Politik hat sie dennoch: „Von den politischen Entscheidungsträgern wünsche ich mir Maßnahmen, um die Attraktivität des Pflegeberufes weiter zu steigern und eine verlässliche Unterstützung für die Pflegekräfte sicherzustellen.“

Was die nahe Zukunft in der Pflege angeht, sieht Bruckner die Themen Fachkräftemangel, den demographischen Wandel und die Digitalisierung als größte Herausforderungen, die es durch die Weiterentwicklung der Arbeitsbedingungen und Ausbildung zu meistern gilt.


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