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ZELL/PRAM. Das Traditions-Gasthaus Wohlmuth ist aus dem Ortskern von Zell an der Pram kaum mehr wegzudenken. Wirtin Brigitte Summereder geht im Juni allerdings in Pension. Um das Wirtshaus zu erhalten, sind jetzt Bürger gefragt. 

Der Charme des Gasthauses Wohlmuth soll auch in Zukunft erhalten bleiben. (Foto: Tiefenthaler)
Der Charme des Gasthauses Wohlmuth soll auch in Zukunft erhalten bleiben. (Foto: Tiefenthaler)

Seit zweieinhalb Jahren ist Summereder auf der Suche nach einem Käufer – bislang ohne Erfolg. Da das Gasthaus Wohlmuth das einzige Wirtshaus im Ortszentrum ist, liegt vielen daran, es zu erhalten. „Es ist uns bewusst, dass das soziale Leben im Ort ohne das Wirtshaus sehr leiden würde. Gesellschaftlich wäre das sehr schlecht“, sagt Bürgermeister Martin Tiefenthaler (ÖVP).

Die Gemeinde organisierte daher einen breit angelegten Bürgerbeteiligungsprozess, der die Zukunft des traditionsreichen Gasthauses sichern soll. Im Rahmen des Agenda.Zukunft-Netzwerks setzt die Gemeinde auf Beteiligung unter dem Motto „Unser Zell gemeinsam gestalten“. Engagierte Bürger arbeiten hier daran, eine nachhaltige Lösung für das Wirtshaus neben der Kirche zu finden.

Der Bürgerbeteiligungsprozess wurde gemeinsam mit der SPES Zukunftsakademie umgesetzt. Gefördert wurde er vom Land Oberösterreich, Abteilung Agenda.Zukunft. 

Ergebnisse der Workshops

Das erste Treffen dazu fand im November 2025 statt. 180 Besucher kamen damals, um sich über das Vorhaben zu informieren. 

Im Februar wurden dann in gut besuchten Workshops, unter anderem mit Senioren, Jugendlichen und Vereinen, zahlreiche Ideen gesammelt. 

Die Treffen brachten ein klares Ergebnis: Der typische Charme des Innviertler Gasthauses soll unbedingt erhalten bleiben. 

Notwendige Maßnahmen

Zugleich waren sich die Teilnehmer einig, dass notwendige Maßnahmen wie die Erneuerung der Sanitäranlagen, Renovierungen sowie eine freundlichere Gestaltung der Gasträume Priorität haben. Auch Perspektiven für eine Weiterentwicklung wurden diskutiert – etwa Verbesserungen im Gastgarten und Innenhof oder ein möglicher Umbau des ehemaligen „Saustalls“ zu einem kleinen Pub. Welche dieser Ideen umgesetzt werden können, hängt dann von den finanziellen Möglichkeiten ab. 

Ziel bleibt jedenfalls ein nahtloser Übergang ohne längere Schließzeiten. Unterstützung dafür kommt auch von der aktuellen Wirtin, die ihre Hilfe für die Übergangsphase zugesagt hat.

Projekt als Genossenschaft

Die bevorzugte Organisationsform ist eine Genossenschaft. Sie ermöglicht eine breite Beteiligung der Bevölkerung. Unabhängig von der Höhe der Anteile gilt das Prinzip „Ein Kopf – eine Stimme“. Zudem können Eigenleistungen eingebracht werden. 

Ein gewählter Vorstand trifft die Entscheidungen und die Verwendung der Mittel wird kontrolliert. Eine Beteiligung ist über Anteile zu je 1.000 Euro möglich. Um das Wirtshaus erwerben zu können, sind 350.000 Euro notwendig. 

„Nach einer gewissen Zeit ist es möglich, die Anteile zurückzubekommen – sie sind somit nicht verloren“, erklärt der Bürgermeister. „Im Vordergrund muss der Idealismus stehen, dass das Wirtshaus erhalten bleiben kann.“

Weichenstellung am 15. April

Laut Tiefenthaler gibt es schon jetzt Interessenten, die sich vorstellen können, das Gasthaus zu betreiben. Nun liegt es an der Bevölkerung, die Voraussetzungen zu schaffen.Die Weichenstellung erfolgt am Mittwoch, 15. April, um 19 Uhr im Schloss Zell an der Pram.

An diesem Abend wird die Grundlage für die mögliche Umsetzung des Projekts geschaffen. Mit einer Unterschrift können Teilnehmer ihre Bereitschaft zur Beteiligung an der Genossenschaft erklären. Gleichzeitig wird erhoben, wer sich aktiv an Renovierungs- und Umbauarbeiten beteiligen möchte. 

Jeder kann mitmachen

Teilnehmen können alle Interessierten – unabhängig von ihrem Wohnort, auch außerhalb von Zell. Spätestens am 15. Mai erfolgt die Entscheidung, ob das Projekt umgesetzt wird.Ist das Vorhaben ein Erfolg, wird eine Genossenschaft gegründet und es wird ein Vorstand mit Obmann gewählt. „Bis Herbst soll alles Organisatorische umgesetzt werden.“ In der Zwischenzeit könnte sich ein Verein zusammenschließen, der sich um die Stammtische und Frühschoppengeher kümmert.

Die Gemeinde sieht in dem Projekt großes Potenzial: „Jetzt haben wir die Chance, den Zeller Ortskern aktiv mitzugestalten, die Wirtshauskultur zu erhalten und einen wichtigen Ort der Begegnung für die Gemeinschaft zu sichern“, betont Tiefenthaler.

„Ein herzliches Dankeschön auch an Wirtin Brigitte, die den Prozess unterstützt und sich für den Erhalt des Gasthauses einsetzt.“

Mittwoch, 15. April

Schloss, Zell an der Pram

19 Uhr 


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