Beiwagen-Tour durch den Bezirk Schärding sorgte für emotionale Momente
BEZIRK SCHÄRDING/EFERDING/STEYR-LAND. Eine besondere Motorradausfahrt durch den Bezirk Schärding organisierten zum 14. Mal die Caritas-Mitarbeiterinnen Anneliese Dichtl-Pühringer und Roswitha Schießl für Bewohner der invita-Standorte Engelhartszell, Pamingerhof und Moserhof. Erstmals waren auch Bewohner des Instituts Hartheim mit dabei.

Insgesamt 30 Teilnehmer nahmen in 23 Motorradgespannen aus Österreich und Deutschland Platz. Rund eine Stunde lang führte die Tour bei gemütlichen 60 bis 70 km/h durch die Region. Die Strecke verlief von Engelhartszell über St. Aegidi, Stadl, Vichtenstein und Esternberg, entlang der Donau ging es wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Für die Routenplanung ist seit der ersten Tour Sepp Hartl verantwortlich. Er achtet dabei darauf, dass der Motorrad-Tross möglichst oft rechts abbiegt und dadurch den Querverkehr möglichst wenig beeinträchtigt. „Aus Sicherheitsgründen braucht es trotzdem vier bis fünf Solofahrer vom MRC Kallham, die an den Kreuzungen dafür sorgen, dass die Gruppe ungehindert durchfahren kann“, erklärt Hartl.
Bewegende Begegnung
Zum ersten Mal mit dabei war Werner Jarisch vom MF Quo vadis aus Weyer. Der passionierte Motorradfahrer erlitt vor zehn Jahren selbst einen schweren Unfall und lag nach einem Schädelbasisbruch und Schädel-Hirn-Trauma neun Wochen im Koma. „Ich musste vom Lesen übers Schreiben bis hin zum Gehen alles wieder neu lernen“, berichtet er. Nach 15 Monaten konnte er wieder auf ein Motorrad steigen und bestreitet jetzt auch Rennen in der Superbike-Klasse B.
Bei der Beiwagen-Tour berührte ihn die Begegnung mit einem Mitfahrer besonders: „Mein erster Gast im Beiwagen hat mir erzählt, dass er seit einem Motorradunfall eine Behinderung hat. Ich war zu Tränen gerührt“, erzählt Jarisch.
Fahrtwind genießen
Die Mitfahrer konnten bei der Ausfahrt den Fahrtwind genießen und die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen. Für die beiden Initiatorinnen ist die Begeisterung der Teilnehmer jedes Jahr aufs Neue Motivation.
„Sie warten das ganze Jahr auf das Ereignis. Manche schauen zu Beginn ein bisschen skeptisch, andere hüpfen gleich in den Beiwagen hinein, sobald er in Position steht. Auch Rollstuhlfahrer können wir im Beiwagen mitnehmen“, sagt Dichtl-Pühringer. Zum Abschluss gab es für die freiwilligen Biker und die Mitfahrer eine kleine Jause.








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