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Florian Grünberger: „Die Zeiten des Zögerns und Zauderns sind vorbei“

Elena Auinger, 02.12.2021 09:50

BEZIRK SCHÄRDING. Unternehmer müssen den mittlerweile vierten Lockdown überstehen. Wie es den Firmen des Bezirkes dabei geht und wie er das Corona-Krisenmanagement der Regierung bewertet, verrät Florian Grünberger, Obmann der Wirtschaftskammer Schärding, im Tips-Interview.

Florian Grünberger, Obmann der Wirtschaftskammer Schärding (Foto: WK Schärding)
Florian Grünberger, Obmann der Wirtschaftskammer Schärding (Foto: WK Schärding)

Tips: Wie bewerten Sie den mittlerweile vierten Lockdown?

Grünberger: Der Lockdown ist die logische Konsequenz auf die dramatische Entwicklung und die steigenden Infektionszahlen und Hospitalisierungen. Der Lockdown im Zuge der vierten Welle fällt für viele Unternehmen – zum Beispiel im Handel, Tourismus oder der Dienstleistung – in die umsatzstärkste Zeit und ist für manche eine Katas­trophe.

Tips: Welche Herausforderungen kommen nun auf die regionalen Betriebe zu?

Grünberger: Von den dramatischen Auswirkungen auf das Wirtschafts- und Gesundheitssystem sind die Unternehmen in unterschiedlicher Weise betroffen. Am stärksten jene Betriebe, die geschlossen halten müssen. Keine Kunden bedeuten kein Geschäft. So laufen alle Kosten weiter und es sind auch doppelte Gehälter zu bezahlen.

Tips: Befürchten Sie, dass dieser Lockdown für den ein oder anderen Unternehmer im Bezirk das Aus bedeuten könnte?

Grünberger: Um das zu verhindern, müssen die staatlichen Hilfen mit dem ersten Tag des Lockdowns zu laufen beginnen. Die Betriebe brauchen unkomplizierte Lösungen, um den Lockdown abzufedern. Ohne Unterstützung und Staatshilfen wird es nicht gehen, denn bei vielen ist das finanzielle Polster aufgebraucht.

Tips: Welche Unterstützung erhalten Unternehmen von der Wirtschaftskammer?

Grünberger: Die Wirtschaftskammer als Interessensvertretung der Unternehmer hat sich für ein Wiederaufleben der Staatshilfen eingesetzt, die dem Vernehmen nach auf politischer Ebene ausverhandelt sind und für die nach Aussagen des Finanzministers Puffer im Budget eingeplant sind. Neben intensiven Beratungsleistungen steht die Wirtschaftskammer für die Abwicklung des Härtefallfonds zur Verfügung, leistet Förderungen im Bereich der Digitalisierung sowie Reaktivierung der Plattform www.lieferserviceregional.at.

Tips: Wo sehen Sie generell in Bezug auf das Corona-Krisenmanagement der österreichischen Regierung noch Verbesserungsbedarf?

Grünberger: Die Zeiten des Zögerns und Zauderns sind vorbei, es bedarf klarer einheitlicher Entscheidungen und Umsetzungsschritte, damit Planungssicherheit für Unternehmen gewährleistet ist.

Tips: Wie lange hält die heimische Wirtschaft und deren Unternehmen dieser Coronakrise noch stand?

Grünberger: Wenn die staatlichen Wirtschaftshilfen wieder hochgefahren werden, kann diese Krise überwunden werden, aber auch die Gesellschaft muss solidarisch handeln.

Sichere Versorgung

Um die regionale Wirtschaft in herausfordernden Zeiten wie diesen zu unterstützen, wurde im Frühjahr 2020 die Online-Plattform „Lieferservice regional“ ins Leben gerufen. Aufgrund des erneuten Lockdowns geht die Plattform wieder online. Regionale Unternehmen und zahlreiche Wirte bieten ein besonderes Liefer- und Abholservice an. Die Produktpalette ist breit gefächert, von leckeren Mittagsmenüs über Mode bis in zu Blumen ist für jeden was dabei.
Der erneute Lockdown stellt viele Unternehmen vor weitere Herausforderungen. Mit der Online-Plattform www.lieferserviceregional.at/schaerding kann gemeinsam eine sichere Versorgung garantiert werden. Gastronomie-Betriebe aber auch zahlreiche Händler bieten ihre Waren online auf der Plattform an. „Der Internationale Online-Handel boomt, sichert aber keinesfalls unsere Arbeitsplätze und die Steuereinnahmen unseres Landes. Ideen für Weihnachtsgeschenke finden Sie bestimmt auch auf der Lieferservice Plattform. Oder schenken Sie Gutscheine der heimischen Unternehmen“, freut sich WK-Bezirksstellenobmann Florian Grünberger. WKO-Bezirksstellenleiter Alois Ellmer ermuntert Betriebe, sich zu melden: „Die Liste der liefernden Unternehmen wird laufend erweitert. Wir freuen uns über jedes Unternehmen, welches auf dieser Plattform seine Produkte anbietet.“
Interessierte Unternehmen können sich gleich per Mail (schaerding@wkooe.at) anmelden, um in die Liste aufgenommen zu werden.

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