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BEZIRK SCHÄRDING. Landwirt ist ein Beruf mit vielen Facetten. Vielfach wird die Meinung vertreten, jeder kann Bauer werden. Grundsätzlich ja, da in Österreich keine formelle Qualifikation nötig ist. Um einen Betrieb jedoch erfolgreich führen zu können, ist eine Ausbildung und praktische Erfahrung von Vorteil. Tips sprach mit Peter Gumpinger, Bauernbund-Bezirksobmann Schärding, über den Beruf Bauer.

Peter Gumpinger, Bauernbund Obmann Bezirk Schärding (Foto: privat)
Peter Gumpinger, Bauernbund Obmann Bezirk Schärding (Foto: privat)

Tips:Was muss ich tun, um Landwirt zu werden und wer darf sich Landwirt nennen?

Peter Gumpinger: Wir sind grundsätzlich um jeden froh, der Landwirt sein möchte. Wichtige Grundvoraussetzung ist der entsprechende Grund und Boden. Landwirt kann sowohl ein Facharbeiter, als auch ein Hilfsarbeiter sein. Trotzdem ist es auch für Landwirte wichtig, top ausgebildet zu sein. Aber das allerwichtigste ist, mit Herz und Seele bei der Arbeit zu sein.

Tips:Welche Voraussetzungen sollte ein Landwirt mitbringen?

Gumpinger: Wichtig sind die Liebe zur Natur, zur Flora und Fauna sowie ein respektvoller Umgang mit den Tieren und der Natur. Landwirte sind zumeist wahre Allrounder und sie müssen auch belastbar und flexibel sein.

Tips:Sollte man sich als Landwirt spezialisieren?

Gumpinger: Das ist eine reine Ermessensfrage. Unter unseren Landwirten befinden sich viele, die sich auf ein Fachgebiet spezialisiert haben und hier hervorragende Arbeit leisten. Andererseits haben wir haben auch viele, die sich nicht auf ein Gebiet festlegen möchten und sich nicht spezialisieren. Auch sie leisten fantastische Arbeit. Kurz gesagt: Beides ist möglich.

Tips:Was würden Sie jemandem empfehlen, der sich noch nicht ganz schlüssig ist, ob er Landwirt werden will?

Gumpinger: Hilfreich bei der Entscheidungsfindung sind sicherlich die Beratungsangebote der Landwirtschaftskammer sowie deren Schulungsangebote. Ich würde auch empfehlen, Gespräche mit Landwirten zu führen. Landwirt ist ein schöner und vielseitiger Beruf.

Tips:Wie haben Corona und die Ukrainekrise die Wertschätzung des Konsumenten im Hinblick auf die Landwirtschaft und Regionalität verändert?

Gumpinger: Die Wertschätzung gegenüber der Landwirtschaft und landwirtschaftlichen Produkten ist größer geworden. Lebensmittelsicherheit ist mittlerweile genauso wichtig, wie Energiesicherheit. Paradox ist allerdings, dass verstärkt der Griff zu Billigprodukten erkennbar ist. Das schmerzt uns Landwirte natürlich sehr.


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