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INNVIERTEL. Während die Zahl der Wahlärzte weiter steigt, fehlt es in vielen Regionen Oberösterreichs an Kassenärzten. Eine neue Analyse der Arbeiterkammer zeigt deutliche Unterschiede im Innviertel: Während Ried vergleichsweise gut versorgt ist, landet Braunau oberösterreichweit auf dem letzten Platz.

Arbeiterkammer-Präsident Andreas Stangl und Heidemarie Staflinger von der Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik stellten die Analyse der Ärztezahlen vor. (Foto: AK OÖ / Wolfgang Spitzbart)

Bei einer von der Arbeiterkammer Oberösterreich in Auftrag gegebenen Analyse der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) belegt Oberösterreich im Bundesländervergleich den letzten Platz bei der Versorgung mit Kassenärzten. Auf 100.000 Einwohner kommen nur 104 niedergelassene Mediziner mit Kassenvertrag, österreichweit sind es 112. Gleichzeitig wächst die Zahl der Wahlärzte. Für die Analyse wurden Zahlen von 2024 im niedergelassenen Bereich und in den Krankenhäusern ausgewertet.

Ried auf Platz 50

Im Innviertel schneidet der Bezirk Ried vergleichsweise gut ab. Mit 113,1 Kassenärzten und 95,8 Wahlärzten je 100.000 Einwohner zählt er zu den besser versorgten Bezirken Oberösterreichs. Im österreichweiten Bezirksvergleich liegt Ried bei den Kassenärzten auf Rang 50 und damit an der Spitze der Innviertler Bezirke.

Braunau ist Schlusslicht

Deutlich schlechter ist die Situation in Braunau. Dort kommen lediglich 78,2 Kassenärzte auf 100.000 Einwohner. Auch die Zahl der Wahlärzte (61) ist vergleichsweise niedrig. Im oberösterreichweiten Vergleich bildet Braunau bei den Kassenärzten das Schlusslicht und landet österreichweit auf Rang 110.

Wenige Wahlärzte in Schärding

Mit 97,7 Kassenärzten pro 100.000 Einwohner liegt Schärding in Oberösterreich im Mittelfeld. Schärding zählt aber ebenfalls zu jenen Bezirken, in denen vergleichsweise wenige Wahlärzte (60,7) tätig sind. Gemeinsam mit Braunau, Perg und Rohrbach zählt der Bezirk zu jenen Regionen, die im Bezirksranking die wenigsten Wahlärzte aufweisen.

„Massiver Aufholbedarf“

„Oberösterreich hat in vielen Regionen massiven Aufholbedarf bei den Kassenarztstellen. Die Politik muss dringend handeln“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl. Es sei „in nahezu allen Fachrichtungen der Anteil der niedergelassenen Ärzte mit Kassenvertrag rückläufig“.

Die Arbeiterkammer fordert daher eine rasche Nachbesetzung offener Kassenstellen, den Ausbau von Primärversorgungszentren und zusätzliche Kassenarztstellen. Es müsse ein Rechtsanspruch geschaffen werden, der die Versorgung durch einen Allgemeinmediziner sicherstellt.


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